Los Angeles Autoshow 2007 Sparsam protzen


Die Amerikaner stöhnen lautstark über die hohen Benzinpreise. Da steht eines der Themen der Los Angeles Autoshow bereits fest: alternative Antriebe.
Von Stefan Zaumseil

Die Amerikaner kommen langsam auf den Geschmack. Auch wenn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit kleinen Autos nach wie vor kein Staat zu machen ist, scheint die Zeit reif für eine zarte Wende. Abgesehen vom Smart Fortwo und einigen überarbeiteten Versionen des Toyota-Ablegers Scion gibt es zwar keine echten Kleinwagen, aber SUV, Pick-Ups und Luxuslimousinen setzen zukünftig auch im Autoland Nummer eins auf Verbrauchsersparnisse.

Daran mag man nicht so recht glauben, wenn man die neue Dodge Viper SRT-10 oder den neuen Nissan Skyline GT-R sieht, der jüngst in Tokio seine Weltpremiere feierte. Im Fokus der diesjährigen Los Angeles Autoshow, die vom 16. bis zum 25. November im Convention Center der Millionenmetropole am Pazifik stattfindet, stehen Fahrzeuge aus der Mittelklasse. Viele Vorschusslorbeeren bekam der neue Chevrolet Malibu, der dem Bestseller Toyota Camry nah auf den Fersen sein soll. Toyota stellt in Los Angeles den neuen Corolla vor. Die sportlich positionierten Hondas präsentieren im Messezentrum den neuen Accord.

Dunkelgrüne Augenweide

Elegant und sportlich zeigt sich der neue Infiniti EX35, der im nächsten Jahr auch nach Europa kommen soll und gegen die SUV-Mittelklasse aus BMW X3 und Co. antritt. Eine dunkelgrüne Augenweide ist der Bullitt, eine Sportversion des erfolgreichen Ford Mustang, die an den legendären Film aus dem Jahre 1968 erinnern soll. Der 315 PS starke Ford kommt im nächsten Jahr in einer begrenzten Auflage von 7.700 Fahrzeugen auf den nordamerikanischen Markt.

"Clean Diesel"-Technologie

Los Angeles hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Hybridpremieren einen Namen gemacht. Das wird dieses Jahr nicht anders sein. Hierzu gehören der mächtige SUV Cadillac Escalade, der Chevrolet Malibu und der Nissan Altima. Neu in den USA ist die "Clean Diesel"-Technologie auf Basis schwefelarmer Treibstoffe. Auf der Messe zeigt Volkswagen den neuen VW Jetta TDI. Es ist das erste "Clean-Diesel-Fahrzeug", das in allen 50 US-Bundesstaaten vertrieben werden wird. Zukunftsweisende Antriebs-Technologie zeigt Honda mit einem Brennstoffzellen-Modell, das der Konzeptstudie FCX folgt. Volvo präsentiert mit dem noch jungen Kompakten C30 ReCharge ebenfalls eine interessante Variante der Hybrid-Technologie. Kia zeigt mit der Studie des "HM" einen siebensitzigen SUV oberhalb des Sorento.

Kalifornien gilt jedoch nicht nur als Markt für alternative Antriebe, sondern in erster Linie als wichtigster Regionalmarkt für Luxus-Fahrzeuge in den USA. So hat sich die Los Angeles Autoshow zur wichtigen Bühne für Luxus-Autos und Sportwagen entwickelt. Audi will auf der Messe mit dem Q5 erstmals den kleinen Bruder des erfolgreichen Q7 zeigen. Schnell, edel und teuer sind die Modelle Porsche 911 GT2, der neue Jaguar XF und der extravagante Supersportler Lamborghini Reventon, der mit einem Preis von einer Million Euro sogar noch den Ferrari 430 Scuderia in den Schatten stellt. Porsche zeigt jedoch nicht nur seinen neuesten 911er, sondern auch den Cayenne Hybrid und den Lohner-Porsche aus dem Jahr 1900 mit Elektro-Antrieb. Er gilt als eines der ersten Zero-Emission-Fahrzeuge und war Vorreiter für den Hybrid-Antrieb.

"Robocar 2057"

Starke Auftritte haben ebenfalls das BMW 1er Coupe tii, die zehnte Generation des Mitsubishi Lancer Evolution und der neue Subaru WRX STi. Auch bei den kompakten Fahrzeugen tut sich in den USA nun etwas: Volkswagen stellt ein neues Mitglied seiner Konzeptreihe "New Small Family" vor. Einen ungewöhnlichen Blick in die Zukunft des Automobils erlaubt die "Design Challenge". Acht Teams aus der Region zeigen, wie künstliche Intelligenz und Automobiltechnik zum "Robocar 2057" verschmelzen. Unter anderem gehen Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen mit ihren Zukunftsvisionen an den Start.

13 Welt- und rund 40 Nordamerikapremieren

Die Los Angeles Autoshow hat sich neben der Detroit Motorshow zur Nummer zwei im amerikanischen Messekalender hochgearbeitet. In den nächsten Jahren will man der ungeliebten Wintermesse im wenig ansehnlichen Detroit Mitte Januar den Rang ablaufen. Erstmals fand die Los Angeles Autoshow vor exakt 100 Jahren statt. Das Publikum bestaunte 1907 genau 99 Autos auf einer umgebauten Rollschuhbahn. Heute könnte der Kontrast kaum größer sein: gut 1.000 aktuelle Fahrzeuge präsentieren sich im hoch modernen LA Convention Center, darunter sind 13 Welt- und rund 40 Nordamerikapremieren. Es werden bis zum 25. November rund eine Million Besucher am Convention Center an der South Figueroa Street erwartet.


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