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Neuwagen: EU gewährt CO2-Monstern Schonfrist

Vertreter der Europäischen Union haben bei den Klimaschutzauflagen für Neuwagen einen Kompromiss gefunden. Der gewährt CO2-Monstern eine längere Galgenfrist. Ursprünglich sollten schon 2012 alle Neuwagen die Grenze von 130 Gramm CO2 nicht überschreiten. Das war vor allem für deutsche Autobauer ein Problem.

Im Streit um EU-Klimaauflagen für Autos haben sich Vertreter von Europaparlament, EU-Staaten und Europäischer Kommission in Brüssel auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach werden die geplanten Treibhausgas-Obergrenzen nur stufenweise eingeführt. So soll von 2012 an erst bei 65 Prozent der Neuwagen das Ziel erreicht werden, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) auf im Schnitt 120 Gramm je Kilometer zu senken.

2013 soll es bei 75 Prozent erzielt werden, 2014 bei 80 Prozent und 2015 dann bei 100 Prozent. Die Vorsitzende des Industrieausschusses des Europaparlaments, Angelika Niebler, wertete den Kompromiss als "richtiges Signal". "Wir haben etwas für den Klimaschutz erreicht, sind mit den Übergangsfristen aber auch der Industrie entgegengekommen", sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Strafen ab 2012

Als langfristige Zielmarke sollen 2020 im Schnitt nur noch 95 Gramm je Kilometer ausgestoßen werden. Für jedes Gramm CO2 zuviel werden von 2012 an fünf Euro Strafe fällig, für zwei Gramm 15 Euro, für drei Gramm 25 Euro und von vier Gramm an je Gramm 95 Euro. Das Parlamentsplenum sowie die 27 Mitgliedstaaten müssen dem Kompromiss zustimmen. Er habe "gute Chancen, akzeptiert zu werden", sagte Niebler.

Dieser weicht die ursprünglichen Vorschläge von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erheblich auf. Dimas hatte vorgeschlagen, dass von 2012 an alle Neuwagen fast ein Fünftel weniger klimaschädliches CO2 ausstoßen als jetzt. 130 Gramm sollen vor allem mittels besserer Motorentechnik eingespart werden, weitere zehn Gramm durch eine Verbesserung etwa von Klimaanlagen oder Reifen.

Bundesregierung für Stufenplan

Die Einigung wird als nächster Schritt diesen Mittwoch von den EU-Botschaftern beraten. Auf ihrem Treffen diesen Donnerstag und Freitag stehen die Klimaauflagen dann auf der Agenda der 27 EU-Umweltminister, die eine grundsätzliche Einigung erzielen sollen. Die Bundesregierung hat sich bereits für eine stufenweise Einführung der CO2-Vorschriften ausgesprochen. Das Parlamentsplenum soll in der Woche von 15. Dezember an im Rahmen des EU-Klimaschutzpakets darüber abstimmen. Die EU will bis 2020 unter anderem ihren CO2-Ausstoß um ein Fünftel senken.

Die Auto-Pläne waren ursprünglich nicht Teil des Klimapakets, wurden jedoch auf Drängen Italiens aufgenommen. Die EU-Staats- und Regierungschefs sollen das Klimapaket bei ihrem Gipfeltreffen am 11. und 12. Dezember in Brüssel unter Dach und Fach bringen. Es sind allerdings bei der Lastenteilung auf einzelne Staaten und Industriesektoren noch zahlreiche Streitpunkte offen. Ob dann auch das Parlamentsplenum den anderen Teilen des Klimapakets zustimmen werde, sei "sehr schwierig" vorherzusagen, sagte Niebler.

Auch die geplanten Auflagen für Autos waren von Anfang an heftig umstritten. Die Mitgliedstaaten mit starker Autoproduktion - vor allem Deutschland, Frankreich, Italien - stellen sich hinter ihre jeweiligen Hersteller. So will die Bundesregierung die Hersteller großer Autos wie BMW oder Daimler vor einer übermäßigen finanziellen Belastung schützen. Frankreich stellt sich schützend vor Kleinwagenbauer wie Peugeot und Renault.

Um einen Kompromiss zu finden, begannen Vertreter von französischer Ratspräsidentschaft, Kommission und Parlament am 4. November die Drei-Parteien-Gespräche ("Trilog"). Kritiker vor allem unter den konservativen Abgeordneten bezeichnen das Verfahren allerdings als undemokratisch. Paris hat noch bis Ende des Jahres den EU-Ratsvorsitz inne und leitet damit alle Verhandlungen. Der Beschluss des Klimapakets zählt zu den wichtigsten Prestigeprojekten von Staatschef Nicolas Sarkozy.

DPA / DPA

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