New York Auto Show 2008 Kleine Brötchen in Big Apple


Die New York Autoshow hat einen ganz besonderen Reiz - wegen der Stadt, in der sie stattfindet. Dafür halten sich die Neuheiten im Rahmen: Nur die Mercedes-Dieseloffensive, das Solstice Coupé und Suzukis Limousinenstudie sorgten für Aufsehen.

Zum Auftakt der New York Motorshow öffnete der Himmel seine Schleusen. Und außer einer handvoll neuer Modelle gab es auch im Innern der Messehallen wenig Anlass zum Strahlen. Die Hersteller aus Europa, Asien und den USA hatte bei den Großevents in Genf und Detroit zu sehr auf den Putz gehauen, als dass echte Neuheiten in Big Apple noch ihren Platz gefunden hätten. Eine Stadt wie New York feiert sich am liebsten selbst und da will die amerikanische Autoindustrie keinen Unterschied machen. Mercedes startet seine Wahlkampagne zum Thema Bluetec-Diesel, Suzuki träumt mit der Studie des Kizashi III sehenswerter denn je von der Mittelklasse und der schon legendäre Wiesmann Roadster bekommt mit dem neuen Pontiac Solstice Coupé ernsthafte und sehenswerte Konkurrenz.

Pontiac präsentiert brilliantes Coupé

Kommt sein Zwillingsbruder, der Opel GT, bald auch bei uns als sexy Sportcoupé mit Targa-Qualitäten auf den Markt? New York ist eben eine Stadt der Träume. Träumen kann man auf der New York Auto Ahow sogar von fliegenden Autos. Milner Motors zeigt in Big Apple sein Electric Car, das mehr einem Flugzeug, denn einem Elektroauto ähnelt. Kommen soll der ungewöhnliche Viertürer im nächsten Jahr - vielleicht bald auch als Flugauto - wann weiß der Himmel.

Auf alles andere als dünnes Eis begeben sich auf der Automesse Hersteller wie Pontiac oder Nissan. Pontiac sichert sich mit dem geschlossenen Bruder des Solstice Roadster die Publikumswertung. Ein kerniges Coupé, dessen Targa-Dach sicher auch den europäischen Kunden gefallen dürfte. Eine Enttäuschung ist dagegen der Nachfolger des legendäre El Camino. Der Pontiac G8 Sport Truck soll als ungewöhnlicher Zweisitzer mit Ladefläche und breiten Schlappen an die Gefühle aus den 70ern erinnern, als der El Camino ein Objekt der männlichen Begierde war. Mit seinem wenig charismatischen Äußerem dürfte dies dem G8 Sport Truck schwer fallen.

Mercedes gibt sich realitätsnah

Nissan zeigt neben der Öko-Studie Electric Cube erstmals den neuen Maxima, einen sportlichen Konkurrenten für Toyota Camry, BNW 3er und Co. In der besonders hart umkämpften US-Mittelklasse will sich ab 2010 auch Suzuki einen wenn auch ein kleines Stück vom leckeren Kuchen abschneiden. Die realitätsnahe Studie des Kizashi III macht Lust auf mehr. Gut 4,60 Meter lang gefällt das dritte Modell der Kizashi-Reihe mit kurzen Überhängen, einen markanten Front im Audi-Singleframe-Stil, 300 PS und Allradantrieb.

Deutlich realitätsnäher geht es am Stand von Mercedes zu. Nach dem zaghaften Start mit dem Mercedes E 320 Blutec im Oktober 2006 stellen die Stuttgarter einen Steinwurf vom Hudson entfernt die nächste Dieselgeneration vor. Die überarbeitete M-Klasse kommt im Herbst nicht nur mit leichten Modifikationen und einem verbesserten Ausstattungspaket, sondern auch mit der zweiten US-Dieselgeneration. Die Harnstoffeinspritzung "AdBlue" macht es möglich; so bekommt das Tuscaloosa-Trio R, ML und GL mit Saubermann-Selbstzündern nun in allen 50 Staaten eine US-Zulassung und kann sich bis auf weiteres sauberster Diesel der Welt nennen. Damit gehen die Stuttgarter nun auf Wahlkampftournee. Im Herbst kommen der überarbeitete Mercedes ML sowie seine Brüder GL und R-Klasse in den USA auf den Markt, frühestens im Frühjahr 2009 dürfte das Bluetec-Terzett auch nach Europa fliegen.

Audi holt nochmals seine CS-Studie hervor

Ansonsten bieten die deutschen Hersteller in New York viel bekanntes. Audi glänzt mit A4 und A4 Avant und BMW holt seine gleichermaßen bekannte wie sehenswerte CS-Studie eines viertürigen Coupés noch einmal hervor. Die würde gerade den VIPs in New York gut gefallen. Dass es auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten klein geht, zeigt auf der Messe nicht nur der erfolgreich gestartete Smart Fortwo, sondern auch die Elektroversion des Suzuki R1e und der Mitsubishi MIEV. Doch an großen Pick Ups und SUV kommt nach wie vor nur schwer jemand vorbei.

Stefan Grundhoff/press-inform press-inform

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker