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Elio Motors Autotraum auf drei Rädern

Bis zu 160 km/h soll er schnell sein.
Bis zu 160 km/h soll er schnell sein.
© press-inform - das Pressebuero
Mit dem Elio verbinden schon über 50.000 Amerikaner ihren eigenen, persönlichen Traum der simplen, urbanen Mobilität. Doch bislang sind nur Prototypen zu sehen.

Terry Bradshaw ist ein amerikanischer Held. Genauer gesagt ein Football-Held. Der mittlerweile 67 Jahre alte Mann gewann während seiner Karriere vier Mal den Super-Bowl in der Funktion des Quarterbacks mit den Pittsburgh Steelers. Zudem ist das Hall of Fame-Mitglied durch einige Gastauftritte in Film und Fernsehen bekannt. Geboren wurde er in der rund 200.000 Einwohner großen Stadt Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana. Und genau dort wird seit einigen Monaten an der Produktion eines neuen Stars gearbeitet, dem Elio. Das dreirädrige Etwas von Elio Motors soll in Kürze die ehemaligen General Motors-Produktionshallen in eben jenem Shreveport verlassen und zu seinen Kunden rollen. Bislang liegen der Firma von Elio Motors-CEO James Holden über 50.000 Reservierungen vor. Ob und wann der ehemalige Daimler Chrysler-CEO nun tatsächlich die ersten Fahrzeuge auf die Straße lässt, weiß aber irgendwie noch niemand so genau.

Wird ein Achtjähriger nach seinem Berufswunsch gefragt, kommen zumeist Antworten wie Astronaut, erfolgreicher Sportler oder Cowboy. Bei Elio Motors-Gründer Paul Elio war das von Anfang an anders. "Ich hatte schon mit acht Jahren den Wunsch, irgendwann einmal meine eigene Automarke zu besitzen. Realistisch gesehen standen meine Chancen auf eine erfolgreiche Sportlerkarriere damals deutlich höher. Denn die letzte erfolgreiche automobile Markengeburt stammt aus dem Jahr 1925 und geht zurück auf Walter P. Chrysler." Viele Jahre und einige berufliche Zwischenstationen später hat sich Paul Elio trotz allen Gegenwindes seinen Traum erfüllt und gründet im Jahr 2009 seine Marke Elio Motors. "Viele fahren morgens allein im Auto zur Arbeit. Aber warum soll man einen großen SUV oder Geländewagen nehmen in dem fünf oder sechs Sitze leer bleiben?", fragt sich Paul Elio damals und legt mit der Planung und Entwicklung los. Seit dem folgen einige Prototypen-Präsentationen auf amerikanischem Boden, die nun im fünften Prototypen endlich zur Serienproduktion geeignet sein sollen. Dass sich von den 50.000 Vorbestellern ein paar Wenige ihr Geld haben zurückzahlen lassen, ist angesichts der nicht nur einmal verschobenen Markteinführung gut nachzuvollziehen. Doch der harte Kern bleibt bei seinem Traum.

Aber was genau haben die da eigentlich vorbestellt? Angetrieben wird das vorn auf zwei und hinten auf einem Rad rollende Gefährt von einem 0,9 Liter großen Dreizylinder-Benzinmotor - für einen Elektromotor samt Batterie ist kein Platz. 56 PS und 75 Newtonmeter sollen den 557 Kilogramm leichten Tandem-Doppelsitzer in unter zehn Sekunden auf Tempo 100 und weiter auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde beschleunigen können - so zumindest in der Theorie. Der wassergekühlte Frontmotor leitet seine Kraft entweder per manuellem Fünfgang-Schaltgetriebe oder Automatikgetriebe an die beiden Vorderräder. 2,8 Liter Benzin sollen bei ruhiger Autobahnfahrt für 100 Kilometer reichen. In der Stadt werden für dieselbe Strecke 4,8 Liter benötigt. Dank des 30 Liter fassenden Treibstofftanks sind so rein rechnerisch zwischen 1071 und 625 Kilometer möglich. Der mit Klimaanlage, Radio und elektrischen Fensterhebern ausgestattete Amerikaner ist 4,08 Meter lang, 1,38 Meter hoch und verfügt über eine Bodenfreiheit von 14,6 Zentimetern. Er ist in sieben Farben erhältlich und soll am Ende genau 6.800 US-Dollar kosten, sprich rund 6.100 Euro.

Wie der Preis so niedrig gehalten werden kann? "Ein Auto, das aus weniger Material besteht als andere, muss auch günstiger zu haben sein. Drei Räder kosten weniger als vier, zwei Sitze weniger als fünf und eine Tür weniger als zwei oder vier", erklärt der Pragmatiker Paul Elio. Bleibt für die Jünger der Elio Motors-Marke nur zu hoffen, dass sich noch mehr vom Elio-Virus infizieren lassen und für eine Verwirklichung ihres Traumautos ordentlich spenden. Denn die bisher per Crowdfunding gesammelten 70 Millionen Euro reichen vorn und hinten nicht. Sollte das US-amerikanische Energieministerium nicht weitere 185 Millionen Dollar als Kredit zur Verfügung stellen, bleibt es also bei einem Traum-Auto - und Terry Bradshaw würde auch weiterhin das Aushängeschild von Shreveport bleiben.

pressinform

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