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Fahrbericht: Jeep Renegade 1.3: Neues Herz

Jeep macht FiatChrysler viel Freude. Neben den Klassikern wie dem Wrangler spülen vor allem neue Modellreihen gutes Geld in die Kassen. Nun hat Jeep den Renegade aufgefrischt und ihm vor allem neue Benzinmotoren spendiert.

Und auch ein verändertes Heck findet sich beim Jeep Renegade 2018

Und auch ein verändertes Heck findet sich beim Jeep Renegade 2018

Wenn es ein uramerikanisches Auto gibt - dann ist es der Jeep. Aber seit die Italiener von FiatChrysler (FCA) bei Jeep das Zepter schwingen, hat sich das geändert. Zumindest neue Modellreihen mit dem Jeep-Schriftzug kommen keineswegs mehr zwangsläufig aus den USA. Der kleine Renegade etwa sieht vom Design her aus wie ein Jeep - aber als Plattform nutzt er die gleiche wie der Fiat 500X und gebaut wird er in Brasilien, China und vor allem in Melfi, in der italienischen Region Basilicata. In den USA rollt nicht ein einziger Jeep Renegade vom Band.

Neues Herz
Und auch ein verändertes Heck findet sich beim Jeep Renegade 2018

Und auch ein verändertes Heck findet sich beim Jeep Renegade 2018

Dem Erfolg hat dieser kleine Etikettenschwindel keinen Abbruch getan: Mit mehr als 73.200 Zulassungen war der Renegade im Jahr 2017 das meistverkaufte Jeep-Modell in Europa. Weltweit wurden laut FCA vom Renegade seit seiner Markteinführung Ende 2014 rund 800.000 Stück verkauft.

Optische Veränderungen verpasste Jeep dem Renegade vor allem vorne und am Heck. Außerdem gibt es neu gezeichnete LED-Scheinwerfer vorne und LED-Rückleuchten hinten. Der Kühlergrill mit den klassischen sieben Lüftungsschlitzen wurde ebenfalls überarbeitet: Die Schlitze sind jetzt ähnlich wie beim Wrangler oben leicht nach hinten geneigt. In die viereckigen Radkästen passen zum ersten Mal auch 19-Zoll-Räder.

Das meiste allerdings hat sich unter der Motorhaube getan. In den facegelifteten Renegade baut FiatChrysler als Premiere die neu entwickelten kleinen Turbobenziner ein, die es künftig auch in anderen Modellreihen geben wird. Die komplett aus Aluminium gefertigten Aggregate haben deutlich an Gewicht abgespeckt: Bei 93 Kilogramm geht es nun los. Alle neuen Benziner erfüllen die Euro 6/D-Norm und kommen mit einem Partikelfilter. Der 1,0 Liter große Dreizylinder liefert 88 kW/120 PS und ein maximales Drehmoment von 190 Nm. Den 1,3-Liter-Vierzylinder gibt es wahlweise mit 110 kW/150 PS oder 132 kW/180 PS und jeweils einem maximalen Drehmoment von 270 Nm. Der Dreizylinder wird über ein manuelles Sechsganggetriebe geschaltet, das gelegentlich ein wenig hakt, aber in der Abstufung sonst ganz gut zu dem kleinen Motor passt. Der größere Motor dagegen hängt in der 150-PS-Version an einem Doppelkupplungsgetriebe und in der 180-PS-Variante an einer neunstufigen Wandlerautomatik. Dann wird die Kraft auch an alle vier Räder verteilt. Ansonsten muss der Renegade mit Frontantrieb klarkommen. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch ausfällt, darüber macht Jeep noch keine konkreten Ansagen - von 20 Prozent Benzineinsparung gegenüber den Vorgängerfahrzeugen ist die Rede.

Neben den Benzinern hat Jeep für den Renegade auch weiter zwei Diesel mit 1,6 oder zwei Litern Hubraum und drei Leistungsstufen von 88 kW/120 PS bis 125 kW/170 PS im Angebot, wahlweise mit manuellem Getriebe oder der neunstufigen Wandlerautomatik. Verbessert haben die FCA-Ingenieure bei den Dieselaggregaten vor allem den Schadstoffausstoß - AdBlue-Einspritzung und Partikelfilter machen es möglich. Die Motoren taugen zwar auch in den stärkeren Versionen nicht unbedingt zum Renneinsatz - sie ziehen aber selbst in der Dreizylinder-Version schon ausreichend behände durch, ohne mit einem nervenden Sound oder einer ungebührlichen Lautstärke aufzufallen. Der Turbolader spricht schnell an, eine Verzögerung ist praktisch nicht zu merken.

Auch wenn sich die Offroad-Version Trailhawk dank mehr Bodenfreiheit (bis zu 210 mm), Allradantrieb, optionalem Kriechgang, Bergabfahrhilfe und diverser Geländeeinstellungen erstaunlich passabel über Stock und Stein steuern lässt - der Renegade ist vor allem für den urbanen Dschungel gedacht. Und in der Stadt schlägt er sich redlich. Er wuselt quicklebendig durch den Verkehr, hält munter mit und zeigt keine Schwächen. Die kantige Form macht ihn übersichtlich, dank der Länge von rund 4,3 Metern (das entspricht z. B. einem VW Golf) findet er weitgehend problemlos eine Parklücke und der von 351 auf knapp 1.300 Liter erweiterbare Laderaum bietet Platz für größere Einkäufe.

Auch innen ist der Platz ganz ordentlich. Die Sitze lassen sich auch für größere Passagiere ausreichend weit nach hinten schieben, das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung gut verstellbar. Hinten geht es der Fahrzeugklasse entsprechend zu: nicht verschwenderisch, aber ausreichend auch für größere Ausflüge. Positiv fällt vor allem der Freiraum über den Köpfen auf. Das Interieur ist zumindest optisch auf rustikal getrimmt - angefangen von dem jeeptypischen Haltegriff auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts bis hin zu den militärisch anmutenden Einfassungen der Rundinstrumente. Ablagen gibt es einige, darunter auch für Smartphones und anderen Kleinkram. Aufgerüstet hat Jeep den Renegade mit Assistenz- und Kommunikationsoptionen. Serienmäßig gibt es nun einen Geschwindigkeitsassistenten mit Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistenten, der auch korrigierend in die Lenkung eingreift und dabei durchaus forsch ans Werk geht. Dazu sind ein Park-Assistent im Angebot, ein Auffahrwarnsystem mit aktiver Notbremsfunktion, Totwinkel-Warner und mehr. Apple CarPlay und Android Auto sind optional.

In Europa kommt der neue Renegade im September zu den Händlern. Über die Kosten schweigt sich Jeep noch aus - sehr viel höher als als bisher dürften die Preise allerdings nicht sein. Da beginnen die Benziner bei 20.000 Euro für die 110 PS starke Basisversion und es endet bei 35.000 Euro für den 170 PS starken Allrad-Diesel.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.