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Fahrbericht: Lexus RC 200t: Unter Druck

Lexus erweitert die Angebotspalette seines Sportcoupés RC um einen Turbo-Benziner und ein Hybridmodell.

Lexus RC 200t

Lexus RC 200t

Die Wahrscheinlichkeit, einem fabrikneuen Rolls Royce auf deutschen Straßen zu begegnen, ist deutlich höher, als vor einem Lexus RC zu stehen. Gerade mal 83 Stück des Sportcoupés verkaufte die Luxusmarke von Toyota vergangenes Jahr in Deutschland. Ein Grund mag darin liegen, dass die Japaner bislang hierzulande nur den High-End-RC "F" mit V8-Fünfliter-Motor und 477 PS im Angebot hatten - zum stolzen Preis von fast 75.000 Euro. Künftig will Lexus die Einstiegsschwelle deutlich absenken: Den RC wird es als 200t ab 45.500 und als Hybridversion 300h ab 47.050 Euro geben.

Unter Druck
Lexus RC 200t

Lexus RC 200t

Wobei sich Ferry Franz, General Manager von Lexus Deutschland, keine Illusionen macht: "Den Hybrid wird bei uns kaum jemand kaufen - wir konzentrieren uns vor allem auf den 200t mit Turbo-Benziner." Der Zweitürer macht zumindest optisch schon was her: Eine knackig geschwungene Seitenlinie, üppige Lüftungsschlitze hinter den Radhäusern und am Frontschweller, dazu der riesige, aggressiv gezackte Kühlergrill, der jeder Audi-A8-Front mit ihrem Singleframe-Rost mühelos die Show stiehlt - der Lexus RC 200t sieht aus wie ein Biest.

Und ist doch vergleichsweise harmlos. Denn der 4,7 Meter lange und leer 1,8 Tonnen schwere Lexus ist eher gemäßigt unterwegs. Ja, wer im Fahrersitz Platz nimmt, der fühlt sich gleich wohl dank der Mischung aus komfortablem Nachgeben und sportlicher Passform. Ja, man sitzt - vom Beifahrer getrennt durch einen gefühlt wuchtigen Mitteltunnel - tief wie in einem reinen Sportler. Und in der zweiten Reihe des von Lexus zum 4-Sitzer deklarierten RC kann man allenfalls kürzere Strecken ohne körperliche und psychische Defekte überstehen. Aber ansonsten ist der Lexus RC 200t nicht annähernd so krawallig, wie er aussieht.

Im 200t arbeitet unter der Fronthaube ein gesitteter Vierzylinder-Reihenmotor mit 1.998 ccm Hubraum. Der grundsätzlich gleiche Benziner verrichtet auch im Lexus-SUV NX 200t seinen Dienst und ist noch relativ neu im Motorenregal der Japaner. Im RC bringt es der Turbo-Motor auf eine Leistung von 180 kW/245 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm, das zwischen 1.660 bis 4.400 U/min. anliegt. Klingt erst mal nicht schlecht. 245 PS - mehr liefert beispielsweise ein VW Scirocco nur in der R-Version. Doch auf der Straße macht der Lexus zu wenig aus dieser Kraft. Bei 230 km/h Topspeed ist Schluss, mit 7,5 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h gehört er auch nicht gerade zu den Senkrechtstartern im Feld.

Gedämpft wird die Motorkraft nicht zuletzt von der achtstufigen Wandlerautomatik, die Aisin zuliefert. Sie kann sich viel zu oft nur viel zu spät entscheiden, ob sie nun einem Gangwechsel gnädig zustimmt. Immerhin ist der RC ansonsten tadellos unterwegs, schiebt tatkräftig aus der Kurve raus und das überarbeitete Fahrwerk zieht präzise seine Spur. Dabei wird die Federung nie unangenehm hart, sondern bleibt durchgehend in der Komfortzone.

Mit dem hybriden RC 300h ist man im Übrigen keineswegs flotter unterwegs. Benzin- und Elektromotor liegen mit einer Systemleistung von 164 kW/223 PS zwar nur gut 20 PS unter der des Turbo-Benziners. Bei den Fahrwerten sind es allerdings Welten: Der Hybrid wird bereits bei 190 km/h abgeregelt, der Spurt auf Tempo 100 dauert mit 8,6 Sekunden eine gute Sekunde länger als beim 200t. Und das stufenlose CVT-Getriebe ist noch nerviger, vor alle bei dem Versuch, mit durchgedrücktem Gasfuß mal so richtig zu beschleunigen. Bleibt eigentlich nur der Verbrauch, der für den Hybriden spricht: Er begnügt sich laut DIN-Messung mit 4,9 Liter auf 100 Kilometer, der 200t braucht mit 7,2 Liter deutlich mehr.

Wie bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe mittlerweile üblich, kann man auch beim Lexus RC 200t über einen Drehknopf verschiedene Fahr-Modi einstellen: Eco, Normal, Sport und Snow. Letzteres lässt die Antriebsräder sensibler auf glattem Untergrund anrollen. Ansonsten verändern sich je nach Modus vor allem die Servounterstützung der Lenkung, die Abstimmung der Dämpfer - und die Farbe des Displays vor dem Fahrer. Wer will, der kann auch das schon ab Werk ordentlich mit Hilfssystemen ausgestattete Coupé weiter hochrüsten: über Touchpad bedienbares Navi, Soundsystem mit 835 Watt Leistung, die über 17 Lautsprecher über die Insassen herein brechen und mehr.

Wer sportlich-komfortabel touren will und ein nicht alltägliches Design sucht, der ist mit dem Lexus RC 200t sicher gut bedient. Wer rein auf den Fahrspaß aus ist, der ist im Hause Toyota zum Beispiel mit dem um einiges preiswerteren GT 86 wohl besser dran. Der hat zwar mit 200 PS nominal deutlich weniger Kraft - aber die bringt er ebenso deutlich lustvoller auf den Asphalt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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