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Kampf gegen Parksünder: Riesige Plastikscheibe legt das Auto lahm

Falsch geparkt? Dann klebt in Zukunft der Barnacle auf der Scheibe. Freie Sicht gibt es erst, wenn die Buße per Handy bezahlt worden ist.

Mit dem Barnacle fehlt die Sicht

Mit dem Barnacle fehlt die Sicht

Stellen Sie sich vor, Sie kommen zu ihrem Auto zurück und eine Art überdimensionierter Käse-Toast lauert auf der Windschutzscheibe. Das Biest klebt wie Hölle und lässt sich nicht entfernen. Der Wagen ist lahmgelegt, wenn Sie nicht mit dem Kopf aus dem Seitenfenster schauen wollen. Das Instrument nennt sich Barnacle und ist eine elegantere Form der altbekannten Parkkralle - ein Folterinstrument, das in vielen Ländern benutzt wird, um Parksünder zu disziplinieren.

Die Immobilisierung des ganzen Wagens hat eine weit stärkere pädagogische Wirkung als das bundesdeutsche Knöllchen. Denn Kralle und Barnacle geben das Auto erst frei, nachdem die Buße bezahlt worden ist. Der Hauptvorteil für die Kommunen ist, dass der Verwaltungsweg sehr viel einfacher ist.

Der Barnacle besteht natürlich nicht aus gelbem Käse, sondern aus zwei zusammengeklappten Kunststoffscheiben. Auseinandergefaltet saugen sich zwei Näpfe auf der Scheibe fest. Entfernen könnte man sie nur, wenn man die Scheibe zerstört. Außer man zahlt. Auf dem Barnacle befindet sich ein Keypad, dort kann man nach erfolgter Überweisung einen Code eingeben. Dann lässt sich die Platte lösen. Damit nicht genug: Der Fahrer muss das Ding mitnehmen und innerhalb von 24 Stunden an einer Sammelstelle abgeben. 

Aber wo ist der Vorteil des Barnacles gegenüber der alten Kralle? Taucht der Besitzer nicht wieder auf, lässt sich ein Auto mit dem Stopper auf der Scheibe weiterhin abschleppen - mit Kralle nicht. Zumindest wenn der Wagen altmodisch geschleppt und nicht per Kran - wie in Deutschland üblich - angehoben wird. Vor allem aber kann es nicht mehr zu Beschädigungen kommen. Denn falls jemand den Wagen startet, ohne die Kralle zu bemerken, kann das böse Folgen haben. Beim Anlegen des Barnacle muss sich der Polizist weder bücken noch an den schmutzigen Reifen zu schaffen machen. Der Barnacle wiegt weniger. Weil man ihn flach stapeln kann, lässt er sich leichter transportieren. Ein Kombi könnte sicherlich 25 Exemplare mitnehmen, aber auch ein Fahrradpolizist könnte mit zwei Barnacle auf Streife gehen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.