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Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo Gendersternchen

Das Heck des Panamera ist nach wie vor ansehnlich
Das Heck des Panamera ist nach wie vor ansehnlich
© press-inform - das Pressebuero
Porsche peppt den Panamera auf und bringt die Sport-Limousine auch gleich technisch auf einen aktuelleren Stand. Das Resultat sind unter anderem mehr elektrische Reichweite und ein verbessertes Fahrverhalten, von denen auch der neue Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo profitiert.

Der Porsche Panamera erschüttert das Weltbild des Zuffenhausener Autobauers in seinen Grundfesten. Nicht nur, dass die neu gewonnenen Käufer der Sportlimousine mit einem Alter von 47 Jahren um rund acht Jahre jünger sind als die sonstige Klientel, sondern geht auch jeder fünfte Panamera-Schlüssel bei einem solchen Kunden direkt in weibliche Hände. Von wegen Power-Spielzeug harter, schnauzbärtiger Herrenfahrer, die das Automobil mit der Zigarre im Mund bewegen, die sportliche Limousine ist Porsches Gendersternchen.

Hybride sind gerade auf dem Vormarsch. In Europa gingen im ersten Quartal 250.000 Fahrzeuge mit einem Plug-in Hybrid Antriebsstrang über die Ladentheke und Porsche will sein Stück vom zunehmend elektrifizierten Kuchen abhaben. Zumal 67 Prozent aller in Deutschland verkauften Panameras Plug-in Hybride sind und die haben nun Vertreter mehr: Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid S ist mit seinen 412 kW / 560 PS und dem maximalen Drehmoment alles andere als ein Lückenbüßer.

Eher eine Alternative für diejenigen, die einen leichtfüßigen Vorderwagen der brachialen V8-Power des Turbo S mit seinen 515 kW / 700 PS vorziehen. Der Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt sich vor allem bei engen Kurven deutlich, bei denen der Porsche Panamera 4S E-Hybrid agiler einlenkt, während die Turbo S-Version schon mal über die Vorderräder schiebt. Kein Wunder: Der Sechszylinder Biturbo ist um 41 Kilogramm leichter als der aufgeladene V8 im Turbo S. Zwar unterbindet das Torque Vectoring mit gezielten Bremseingriffen diese Untersteuerneigung so gut es geht, aber ganz ungeschehen können auch die gut abgestimmten Regelsysteme dieses Phänomen nicht machen. Wer nicht unbedingt auf der linken Spur zu den absoluten Alphatieren gehören will, ist mit dem Porsche Panamera 4S E-Hybrid mehr als gut bedient. Die Fahrleistungen sprechen für sich: Aus dem Stand ist nach 3,7 Sekunden die 100 km/h-Marke erreicht ist und der Vortrieb erst bei 293 km/h endet. Auch an die Bremse haben die Porsche-Entwickler Hand angelegt und den Übergang von der Rekuperation zum analogen Bremsen weiter eingeschliffen, um so die Dosierbarkeit zu verbessern.

Doch ein Porsche Panamera wird nicht immer am Rande des Grenzbereich bewegt. Ob der Kunde den Daumen hebt oder senkt, zeigt sich im täglichen Gebrauch. Neben den neuen Sportreifen, die Querfugen besser wegstecken, verwenden die Ingenieure auch weichere Motorlager, um den Komfort zu verbessern. Vollendet wird das Ansinnen durch eine verbesserte Software, die das Ansprechverhalten der Dreikammer-Luftfederung und der Dämpfer schneller steuert. "Das ist auch eine Konsequenz aus der gesteigerten Rechenpower", erklärt Baureihenleiter Thomas Friemuth. Der Kunstgriff erfüllt seinen Zweck: Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid lässt sich trotz seiner sportlichen Ambitionen und seines Gewichts von 2.240 Kilogramm komfortabel bewegen. Zwar ist der Antriebsstrang im Hybridmodus nicht ganz so auf Dynamik getrimmt, wie das bei Sport und Sport Plus der Fall ist. Porsche gibt als Verbrauch 2,2 l/100 km an, wir kamen bei der Testfahrt, die größtenteils im Hybrid-Auto Modus durchgeführt wurden und bei denen wir einige Höhenmeter überwanden, auf 11,2 l/100 km.

Das bringt uns zum elektrischen Antriebsstrang. Der Elektromotor ist im Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und steuert 100 kW / 136 PS sowie 400 Newtonmeter Drehmoment zum Vortrieb bei. Das ist nichts Neues. Allerdings hat die Batterie bei gleichem Bauraum jetzt eine Kapazität 17,9 Kilowattstunden (netto 14,3 kWh), das sind 27 Prozent mehr als bisher. Eine Konsequenz der leistungsfähigeren Batteriezellen, was für eine Reichweite von 54 Kilometern (nach dem WLTP EAER City Zyklus) und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h gut ist. Der Onboardlader lässt eine Ladegeschwindigkeit von maximal 7,2 kW zu. Etwas wenig für ein Fahrzeug eines Premiumherstellers, das mindestens 134.912 Euro kostet. "Ein Onboardlader mit 11 kW hätte nicht genug Vorteile bei der Ladezeit gebracht. Außerdem hätten wir den Kofferraum verkleinern müssen und das Auto wäre schwerer geworden", erklärt Techniker Mario Grellmann. Also hat das Gepäckabteil ein Volumen von 418 bis 1.287 Liter und die Batterie ist in 2:40 Stunden gefüllt. Allerdings ist dieser Lader nur beim Turbo SE Hybrid Teil der Serienausstattung, die anderen haben ab Werk die 3,6 kWh-Version an Bord. Ganz nachvollziehen können wir diese Aufpreispolitik nicht. Unser Testwagen, der ziemlich gut ausgestattet ist, hatte die 7,2 kW-Version verbaut und kostet 198.442 Euro.

Schaut man sich das Modellportfolio des Panameras so an, ergibt ein viertes Hybrid-Derivat Sinn. Es wird auch eines geben. Es wird vermutlich ein Turbo, der sich zwischen dem 4S und dem Turbo S eingliedert, schließlich klaffen 140 PS zwischen diesen beiden Modellen. Dann wäre dann die Lücke gefüllt.

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