VG-Wort Pixel

LKW nicht erkannt 40-Jähriger stirbt bei erstem tödlichen Unfall mit selbstfahrendem Auto


Es ist der erste bekanntgewordene Todesfall in einem Auto, das sich selbst steuerte. Das System des Elektro-Autobauers Tesla konnte in hellem Licht einen weißen Lastwagen-Anhänger nicht rechtzeitig erkennen.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat den ersten tödlichen Unfall mit Autopilot-Funktion gemeldet. Es ist auch insgesamt der erste bekanntgewordene Unfalltod in einem Auto, das gerade von einem Computer gesteuert wurde. Der Unfall ereignete sich bereits am 7. Mai  in Williston, im US-Bundesstaat Florida. Das Opfer ist nach Angaben der Florida Highway Patrol der 40 Jahre alte Joshua B. Die Autobranche und Entwickler von Roboterwagen-Technologie wie Google versprechen, dass selbstfahrende Fahrzeuge den Verkehr viel sicherer machen und die Zahl der Todesfälle drastisch senken.

Weißen Lkw-Anhänger nicht erkannt

Das Tesla-System kann beschleunigen, bremsen, die Spur halten, und Objekten ausweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. In diesem Fall stieß die Limousine Model S jedoch mit einem Lastwagen-Anhänger zusammen, der die Fahrbahn überquerte. "Weder Autopilot, noch der Fahrer erkannten die weiße Seite des Anhängers vor dem Hintergrund eines hellen Himmels und die Bremse wurde nicht betätigt", schrieb Tesla in einem Blogeintrag am späten Donnerstag.

Der Autopilot greift unter anderem auf Kameras zurück, um die Umwelt zu erfassen. Die Teslas zeichnen während der Fahrt alle möglichen Daten auf und übertragen sie an den Konzern. Fahrassistenzsysteme mit einem ähnlichen Funktionsumfang werden auch von anderen Autoherstellern angeboten.

Fahrer sollen Hände niemals vom Lenkrad nehmen

Tesla betonte, das Autopilot-System sei eine neue Technologie in der sogenannten Beta-Phase, die standardmäßig abgestellt sei und erst bewusst aktiviert werden müsse. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten.

Dennoch gab es bereits viele Internetvideos zu sehen, in denen Fahrer sich bei eingeschaltetem Autopilot-System mit anderen Sachen beschäftigten. Einer kletterte sogar auf den Rücksitz und filmte den leeren Fahrersitz von dort. Um so etwas zu vermeiden, kontrolliert das System regelmäßig, ob der Fahrer die Hände am steuert hat. Wenn nicht, ertönen akustische Alarmsignale und das Auto bremst ab.

US-Verkehrsbehörde schaltet sich ein

Der amerikanische Verkehrsaufsicht NHTSA prüft nun, wie Teslas Autopilot bei dem Crash funktioniert hat. Laut der Behörde betrifft die vorläufige Untersuchung etwa 25.000 Tesla Model S des Modelljahres 2015. Das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk betonte, seine Wagen seien bereits über 130 Millionen Meilen (rund 210 Mio Kilometer) mit eingeschalteter Autopilot-Funktion gefahren. Im regulären US-Straßenverkehr gebe es einen Todesfall pro 94 Millionen gefahrene Meilen. Die NHTSA prüfe nur, ob der Autopilot wie zu erwarten sei funktioniert habe, erklärte Tesla. Die Aktie des Autobauers gab nachbörslich dennoch um fast drei Prozent nach.

Bei Google gab es in diesem Jahr ebenfalls den ersten Unfall mit einem selbstfahrenden Auto, das gerade vom Computer gesteuert wurde. Einer der Wagen kam in der Google-Heimatstadt Mountain View bei niedriger Geschwindigkeit einem Bus in die Quere, es gab nur Blechschaden.

LKW nicht erkannt: 40-Jähriger stirbt bei erstem tödlichen Unfall mit selbstfahrendem Auto
dpa

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker