HOME

Tokyo Motor Show: Öko, Motor und Sport

Mit der Vernunft ist das so eine Sache, denn sie hat einen entscheidenden Nachteil: Zuviel davon kann furchtbar langweilig sein.

Nissan Leaf Nismo Concept

Nissan Leaf Nismo Concept

Das, so zeigt die Tokyo Motor Show, die noch bis zum 5. November läuft, haben die japanischen Hersteller von umweltfreundlichen Elektroautos und sparsamen Hybridfahrzeugen scheinbar gleichzeitig erkannt. Auf der Messe an der Bucht in Sichtweite der Regenbogenbrücke zeigen die Großen Drei (Toyota Honda und Nissan) nun Studien, die der Vernunft etwas mehr Emotionen entgegensetzen sollen. Toyota beispielsweise zeigt neben einer scharfen Version des Kleinwagens Yaris einen schnittigen Flitzer namens HV Sports Concept, die den kommenden Sportwagen Supra vorwegnimmt. HV steht natürlich für Hybrid Vehicle. Hier handelt es sich um ein zweisitziges Coupe mit abnehmbarem Dach und klassischem Layout: Motor vorne, Antrieb hinten. Im Schwerpunkt des Fahrzeugs, direkt hinter den beiden Sitzen, sind unübersehbar die Batterien untergebracht. "Bislang standen Hybridfahrzeuge hauptsächlich für Effizienz", sagt Nobuhiko Murakami, der Kommunikationschef von Toyota. "Aber auch in 20 oder 25 Jahren soll das Fahren natürlich immer noch Spaß machen. Das werden wir bei unseren zukünftigen Hybriden berücksichtigen."

Toyota Gazoo Racing "GR HV SPORTS Concept" 

Toyota Gazoo Racing "GR HV SPORTS Concept" 

Sportvariante zum Leaf

Bei Nissan, mit dem Leaf einer  der Vorreiter bei der Elektromobilität, stellt man der zweiten Generation der Elektrolimousine eine sogenannte Nismo-Variante zur Seite, ebenfalls vorerst als Studie. Nismo ist die Sportabteilung von Nissan, zuständig für die schärferen Geräte. Die in Weiss lackierte Leaf-Studie, die die Reaktionen der Messebesucher, der Händler und des Publikums testen soll, ist mit speziellen Karosserieteilen für eine bessere Aerodynamik und einem strafferen Fahrwerk augestattet. Außerdem wurde die Elektronik verändert. "Wir hatten die Vorstellung eines muskulösen Surfers, der sanft aber schnell auf den Wellen reitet", sagt Makoto Yamane, einer der Designer des Teams. Kraft und Ausdauer stünden im Vordergrund anstelle von brutaler Beschleunigung.

Honda Sports EV Concept

Honda Sports EV Concept

Kleiner Flitzer von Honda

Honda hat derzeit ein besonders gutes Händchen für Studien von Elektrofahrzeugen, kurz EVs. Auf der IAA in Frankfurt im September hatte bereits ein Kleinwagen namens Urban Concept EV für Begeisterung gesorgt, die nach einer Fortsetzung verlangte. Nun zeigt Honda auf der Tokyo Motor Show das Sports EV Concept, einen kleinen Flitzer für zwei Personen. Nur wenige Wochen hatten der Designer Makoto Harada und seine Kollegen zwischen den beiden Messen Zeit für das Projekt. "Das ist das Verrückteste, was ich je gemacht habe", sagt er. Gelungen ist das Sports EV Concept jedenfalls – Harada gab zur Premiere Interviews am laufenden Band. Das Thema Emotionen hat er jedenfalls getroffen; Harada selbst spricht beinahe liebevoll von seiner Schöpfung: "Der Antrieb hat sich zwar geändert", sagt er. "Aber schön bleibt schön. Das ist Biologie. Wie bei den Menschen."

E-Auto Nissan Leaf, E-Motorroller Niu N1s und ein E-Tretroller.


Wissenscommunity