HOME

Hauptuntersuchung: TÜV Report 2019 - jedes fünfte Auto bekommt keine Plakette

Knapp neun Millionen Hauptuntersuchungen hat der TÜV im vergangenen Jahr durchgeführt. Die deutschen Autos werden immer älter und jeder fünfte verlässt das Prüfgelände ohne Plakette. Die beste Qualität bot der Porsche 911 - die schlechteste der Dacia Logan.

Dacia Logan - der letzte Platz

Dacia Logan - der letzte Platz

Gut jeder fünfte Gebrauchtwagen (21,2 Prozent) ist durch die Hauptuntersuchung der TÜV-Prüfstellen gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln über alle Altersklassen hinweg um 1,3 Prozent gestiegen. In diesem Falle müssen die Autobesitzer ihr Fahrzeug reparieren und erneut beim TÜV vorführen. Weitere zwölf Prozent aller Fahrzeuge waren mit geringen Mängeln unterwegs und nur 0,1 Prozent wurden als verkehrsunsicher sofort stillgelegt. Das sind absolut gesehen 4.789 Fahrzeuge. "Die Hauptuntersuchung als wichtige Säule der Verkehrssicherheit in Deutschland steht vor gravierenden Veränderungen", sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, "die Zukunft der Hauptuntersuchung ist digital. Autos sind heute rollende Computer und Datenspeicher. Wenn immer mehr sicherheitskritische Komponenten eines Fahrzeugs digital gesteuert werden, muss sich die HU anpassen. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen."

Jeder fünfte ohne Plakette
Dacia Logan - der letzte Platz

Dacia Logan - der letzte Platz

Als einen wichtigen Grund für die gestiegene Durchfallquote hat der TÜV-Verband die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland ermittelt. Das Durchschnittsalter aller Pkw beträgt aktuell 9,4 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Autos im Schnitt 1,3 Jahre älter und im Vergleich zum Jahr 2000 sogar um zweieinhalb Jahre. "Der Fahrzeugbestand in Deutschland wird von Jahr zu Jahr älter. Über kurz oder lang wird das zu einem Problem für die Verkehrssicherheit", so Dr. Joachim Bühler. Nach den Ergebnissen des aktuellen TÜV-Reports fällt nur jedes zehnte vier bis fünf Jahre alte Fahrzeug mit erheblichen Mängeln durch die Hauptuntersuchung, während es bei den zehn bis elf Jahre alten Fahrzeugen 28 Prozent sind.

Der Gewinner des TÜV-Reports 2019 ist der Porsche 911. Der Sportwagen hat mit einem Anteil von 2,5 Prozent die geringste Quote erheblicher Mängel unter den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen. Da der Gewinner in dieser Altersklasse die niedrigste EM-Quote aller untersuchten Fahrzeuge hat, wird das entsprechende Modell zum Gesamtsieger erklärt. Der Porsche 911 sichert sich aber nicht nur den Gesamtsieg, sondern gewinnt auch in allen anderen Altersklassen. Während bei den zwei bis drei Jährigen und vier bis fünf Jährigen der Porsche 911 Typ 991 gewinnt, ist es bei den sechs bis elf Jährigen der Typ 997. "Dass ein Fahrzeug in allen Altersklassen so überzeugend abschneidet, hat es in der Geschichte des TÜV-Reports noch nicht gegeben", erläutert Bühler. Insgesamt haben die deutschen Hersteller mit zahlreichen Top-10-Platzierungen in den verschiedenen Altersklassen sehr gut abgeschnitten. Darüber hinaus gewinnt Mercedes mit seinen Modellen die Wertungen für die vom Kraftfahrt-Bundesamt festgelegten Wagenklassen Kompaktklasse, Mittelklasse, SUV und Van. Der Opel Adam gewinnt bei den Kleinwagen und der Hyundai i20 bei den Kleinstmodellen.

Schlusslichter in den verschiedenen Altersklassen sind in diesem Jahr der Dacia Logan mit einer erheblichen Mängelquote bei den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen in Höhe von 14,6 Prozent, der Peugeot 206 bei den vier bis fünf Jährigen mit 28 Prozent und bei den sechs bis sieben Jährigen wieder der Dacia Logan mit 30,9 Prozent. Bei den noch älteren Modellen teilen sich Renault Kangoo und Chevrolet Matiz den letzten Platz mit einer Mängelquote von 37,1 Prozent. Bitter: ist der Dacia Logan älter als zehn Jahre, fallen vier von zehn Logans durch die TÜV-Prüfung.

Häufigste Mängel an den Fahrzeugen sind Licht, sowie Ölverlust an Motor und Antrieb. In Zukunft geht es nicht nur um mechanische Defekte, sondern auch zunehmend um digitale Komponenten. Die Prüfverfahren für bestimmte digitale Komponenten sind derzeit in der Entwicklung und bislang soll nur das Vorhandensein eines eCall-Moduls geprüft werden, nicht aber seine Funktion. "Statt um Rost und Öl geht es in Zukunft um Bits und Bytes bei der Hauptuntersuchung", blickt Dr. Joachim Bühler nach vorn.

pressinform

Wissenscommunity