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Vespa Elettrica: Jetzt kommt die Vespa mit Elektromotor - aber wer kauft den E-Roller?

Ökologisch, sauber und italienisch. Endlich hat sich Piaggio zu einer E-Vespa durchgerungen. Fragt sich nur, ob die nostalgischen Vespafahrer die Neuerung auch annehmen.

Äußerlich bleibt die Elettrica dem gewohnten Erscheinungsbild treu.

Äußerlich bleibt die Elettrica dem gewohnten Erscheinungsbild treu.

Motorroller – da denken die meisten Deutschen an eine italienische Vespa. Klein, wendig, schick – aber auch laut und stinkig. Schließlich war die schöne Italienerin in der Zeit, als sie zur Legende wurde, immer ein Zweitakter. Nun gut, mit Viertakt-Motor und ohne den Schleier aus miefigen Motoröl gibt es eine Vespa schon lange.

Lange Zurückhaltung - jetzt kommt die E-Vespa

Aber fast ebenso lange hielt Vespa sich beim Thema Elektroroller zurück. Schade eigentlich. Bei Fahrrädern ist der Elektromotor ganz ohne Subvention ein Riesenerfolg und ein kleiner City-Roller kommt einem Rad noch am Nähesten. Vor allem, weil es das Reichweitendilemma nicht gibt. Niemand fährt mit einem 50er-Roller mehr als 100 Kilometer am Tag. In Mailand wurde nun auf der EICMA die Vespa Elettrica-Studie vorgestellt. Der Stromer basiert auf der Vespa Primavera und sieht auch fast genauso aus. In der zweiten Hälfte 2017 soll sie auf den Markt kommen.

Angaben zu Reichweite, Motor- und Fahrleistung gibt es noch nicht. Selbst ein Preis wird nicht genannt. Da die Primavera in der 50er Ausführung mit Benziner aber auch schon fast 4000 Euro kostet, dürfte der Stromer preislich wohl Kurs auf die 5000er-Schwelle nehmen.

Das goldene Messemodell dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.

Das goldene Messemodell dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.


So bestechend die Idee eines Elektrorollers auch ist, muss man zugeben, dass sich schon andere Größen der Branche wie Yamaha und Peugeot an dem Thema versucht haben. Ohne viel Erfolg zumindest beim Privat-Kunden in Deutschland. Für Nostalgiefahrer gehören Geruch und Geknatter offenbar zum Rollervergnügen.

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Hinzu kommt eine klares Handikap der Elektromodelle: Wirklich Spaß macht ein Elektroroller nur, wenn man einen eigenen ebenerdigen Stellplatz mit Stromanschluss zum Aufladen sein Eigen nennt. Ideale Situation wäre eine Ecke im Carport. In den Städten, in denen die Kleinrollerfahrer zu Hause sind, dürfte das die Ausnahme sein. Und selbst wenn man die Akkus entnehmen kann – was durchaus nicht selbstverständlich ist – ist es kein Vergnügen, das Gewicht jeden Abend in den dritten Stock zu tragen.

Verbot von Benzinmotoren

Tatsächlich werden Elektroroller wohl nur eine Chance haben, wenn Verbrennermotoren in den Innenstadtbereichen verboten werden - so wie in Asien der Zweitakt-Motor durch entsprechende Normen bereits verdrängt ist. Selbst dann fragt sich allerdings, ob eine Vespa ohne den nostalgischen Motorsound die gehobenen Vespa-Preise am Markt durchsetzen kann. Einen Elektroroller chinesischer Bauart kann man derzeit für unter 2000 Euro frei Haus erwerben. Denkbar ist ebenfalls, dass der Roller auch in Zukunft das Rennen mit dem E-Fahrrad verliert. Und die Leute weiterhin in großer Zahl Fahrräder mit Motor kaufen werden und die Roller links liegen lassen.

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