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Vespa Elettrica Das wird auch Zeit – endlich wird eine Vespa mit E-Antrieb gebaut

Äußerlich bleibt die Elettrica dem gewohnten Erscheinungsbild treu.
Äußerlich bleibt die Elettrica dem gewohnten Erscheinungsbild treu.
© Piaggio
Mit jahrelanger Verspätung startet Vespa ins Elektrozeitalter. Die Vespa Elettrica ist erwartungsgemäß sehr teuer – und es scheint, als hätte sie einen gravierenden Mangel.

Motorroller – da denken wir Deutschen an die italienische Vespa. Klein, wendig, schick – aber auch laut und stinkig. Schließlich war die schöne Italienerin in der Zeit, als sie zur Legende wurde, immer ein Zweitakter. 

2016, vor zwei Jahren kündigte die Traditionsfirma an, eine Elektro-Vespa bauen zu wollen. Nun – ein Jahr später - ist es soweit. Ab September sollen die ersten Vespa Elettrica montiert werden. Und zwar im Werk Pontedera in Pisa – dort, wo auch die ersten Vespas 1946 gebaut wurden.

Die E-Vespa fährt hinterher

Einen Geschwindigkeitsrekord dürfte Piaggio, so der Name der Konzernmutter, also nicht mehr aufstellen. Der Markt für E-Roller wird seit Jahren gut bedient, und zwar aus China. In ganz Europa bieten smarte Start-ups Elektroroller unter eigenen Namen an. Ihnen allen gemeinsam ist, dass die zentralen Komponenten – Akku, Controller und Motor – aus China stammen.

Das goldene Messemodell dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.
Das goldene Messemodell dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.
© Piaggio

Die Vespa Elettrica wird über eine Leistung von bis zu 4 kW oder 5 PS verfügen und soll eine Reichweite von 100 km erreichen. Piaggio sagt, dass man an einer Hybrid-Antriebsoption arbeite, die doppelte Reichweite bieten wird. Neben dem Kultfaktor setzt Piaggio auf das Thema Sicherheit. Die Vespa Elettrica soll etwas von der künstlichen Intelligenz des Gita-Roboters erhalten. Die Gita ist ein Boten-Roboter für Firmenareale und soll auch von Privatpersonen als selbstfahrende Einkaufstasche genutzt werden.

Die Gita beobachtet selbstständig die Umgebung und kann so Zusammenstöße verhindern. Bei einem Roller dürfte es allerdings kaum über einen Warnhinweis hinausgehen, da Lenkung und Bremsen mechanisch vom Fahrer bedient werden. Dennoch wäre es interessantes Feature für Rollerfahrer, die bekanntermaßen weder über einen Airbag noch eine Knautschzone verfügen.

Hoher Preis der Vespa Elettrica

Leicht wird es die Vespa Elettrica trotz des Kult-Faktors nicht haben. Sie soll immerhin 4000 Euro kosten. Ein vergleichbarer E-Roller von Niu in der 45-km/h-Klasse kostet nur 2300 Euro.  Doch das größte Problem der Vespa ist nicht der Preis: Offenbar kann der Akku nicht herausgenommen werden und ist fest verbaut. Diese Variante ist leichter und besser für eine optimale Gewichtsverteilung, aber denkbar unpraktisch. Um die Vespa zu laden, benötigt man einen Stellplatz mit eigener Steckdose. Für die meisten Menschen, die in Innenstädten leben, wäre die Vespa Elettrica damit nicht zu gebrauchen. Auf dem Land hingegen passen Höchstgeschwindigkeit und Reichweite eines 45-km/h-Rollers nicht.


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