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VW-Abgas-Skandal 8 Millionen Autos in Europa betroffen - auch mit kleineren Dieselmotoren


Im VW-Abgasskandal sollen insgesamt acht Millionen Autos in Europa betroffen sein. Das geht offenbar aus einem Schreiben an die Bundesregierung hervor. Neu-Chef Matthias Müller ruft derweil zur Betriebsversammlung.

Volkswagen hat dem "Handelsblatt" zufolge neue Details zu den vom Abgasskandal betroffenen Dieselfahrzeugen genannt. In der Europäischen Union seien es acht Millionen Autos, darunter auch vergleichsweise kleine Dieselmotoren mit 1,2 Litern Hubraum, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Brief des Konzerns an Bundestagsabgeordnete.

In dem Brief, den der frühere Regierungssprecher und heutige VW-Cheflobbyist Thomas Steg mitunterzeichnet habe, entschuldige sich VW bei den Abgeordneten für das "Fehlverhalten einiger weniger Personen" im Konzern und verspreche "lückenlose Aufklärung der Vorgänge". Eine Stellungnahme von VW war zunächst nicht zu erhalten.

Außerordentliche Betriebsversammlung mit Matthias Müller

Am Dienstag will der neue VW-Chef Matthias Müller bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung im Stammwerk in Wolfsburg erstmals den Mitarbeitern Rede und Antwort zum aktuellen Abgas-Skandal stehen. Auch Betriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh wird bei der nicht öffentlichen Veranstaltung zu den verunsicherten Beschäftigten sprechen. "Der Informationsbedarf der Mitarbeiter ist sehr groß", sagte ein Sprecher von Osterloh. Aus dem Konzern hieß es, bis zu 20.000 Mitarbeiter würden erwartet. In der Wolfsburger Volkswagen-Zentrale arbeiten derzeit rund 72.500 Menschen, mehr als 830.000 Fahrzeuge laufen hier pro Jahr vom Band.

VW hatte zugegeben, eine Abschalteinrichtung bei bestimmten Dieselmotoren installiert zu haben, durch die Abgaswerte am Prüfstand manipuliert werden, ohne die Leistung auf der Straße zu beeinträchtigen. Von den Manipulationen sind nach Konzernangaben weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Vorstandschef Martin Winterkorn hat sein Amt deshalb aufgegeben, die Entwicklungsvorstände der Marken Audi, Porsche und VW Pkw, Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Heinz-Jakob Neußer, sind suspendiert.

feh DPA AFP

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