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VW-Deal in USA: 5000 Dollar für US-Kunden - und für Deutsche gibt es nichts

VW hat sich mit den US-Behörden geeinigt. 5000 Dollar Entschädigung und Rückkauf der Schummel-Diesel, so soll der VW-Deal für geprellte US-Kunden aussehen. Deutsche VW-Fahrer können davon nur träumen.

 

In den USA wird VW den Kunden ein Rückkaufangebot für alle Schummeldiesel unterbreiten.

In den USA wird VW den Kunden ein Rückkaufangebot für alle Schummeldiesel unterbreiten.

In der Abgas-Affäre gibt es nun eine Einigung zwischen Volkswagen und den US-Behörden. Beide Parteien haben haben sich kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums einen Kompromiss zur Lösung der Abgas-Krise in den Vereinigten Staaten ausgehandelt. Entsprechende Eckpunkte stellten die Parteien dem zuständigen US-Richter Charles Breyer bei einer Anhörung am Donnerstag zur Prüfung vor. Damit ist es VW gelungen, die Zustimmung der US-Behörden für eine Lösung zu bekommen. Eine Meilenstein für den Konzern. "Ich bin sehr angetan, mitteilen zu können, dass die Parteien einen konkreten Plan vorgelegt haben", verkündete Breyer zum Auftakt der Gerichtsanhörung in San Francisco. Die Lösung umfasse die Option,dass VW einen Großteil der betroffenen Dieselwagen zurückkaufe und"substanziellen Schadensersatz" an die Besitzer zahle. Zudem sei ein Umweltfonds vorgesehen.

Vorab sickerten Details durch

Einzelheiten sind vorab durchgesickert.  Jeder US-Halter eines VW-Modells, das mit der "defeat device" genannten Betrugs-Software ausgestattet sei, solle 5000 US-Dollar (gut 4400 Euro) an Entschädigung erhalten, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Davon unabhängig müsse der Konzern die Kosten für die Umrüstung des jeweiligen Autos tragen. Daneben kursierten aber auch andere mögliche Summen. Ein Volkswagen-Sprecher in Wolfsburg wollte dies nicht kommentieren. 

 Ob ein Deal in den USA sich anschließend auf die Situation in Europa mit etwa 8,5 Millionen Fahrzeugen übertragen ließe, gilt jedoch als fraglich.

Forderungen für deutschen Kunden

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, warnte VW davor, seine US-Kunden großzügiger zu entschädigen als VW-Fahrer in Deutschland. "Wenn Volkswagen geschädigten Kunden in den USA 5000 Dollar zahlt, steigt die Ungerechtigkeit gegenüber deutschen Kunden. Auch betroffene VW-Kunden in Deutschland erwarten eine unkomplizierte Lösung." Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer meinte, die Anwendung einer ähnlichen Regelung in Europa sei eher unwahrscheinlich. Aber: "Mit 5000 Dollar pro Fahrzeug hätte man schon mal ein großes Problem weggeräumt: die Sammelklagen der US-Kunden."

Sollte es VW gelingen, mit einer Nachrüstung der Motoren das Problem zu lösen, dürften Kunden in Deutschland kaum mehr  als die bloße Reparatur erwarten können. Bislang spricht viel dafür, dass VW in Deutschland nicht anders als bei einem technischen Defekt behandelt wird, der mit einer Nachbesserung geregelt werden kann. Der Betrug an Kunden und Behörden fällt dann praktisch unter den Tisch.

Börsenplus für VW

An der Frankfurter Börse reagierte die VW-Aktie auf die mögliche Einigung in Kalifornien mit einem deutlichen Kurssprung.  Am frühen Nachmittag lag sie um über 5 Prozent im Plus und führte den Dax an.Fest steht, dass VW - zusätzlich zu einem möglichen Schadenersatz - hohe Kosten für eventuelle Rückkäufe und Auflagen der US-Regulierer drohen. Die Rückstellungen zur Bewältigung des Skandals sollen Insidern zufolge deutlich erhöht werden. Bislang wurden dafür 6,7 Milliarden Euro beiseite gelegt. Vorstandschef Matthias Müller hatte zudem angekündigt, den US-Kunden Einkaufsgutscheine anzubieten.

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Ein genauer Plan zur Umrüstung der Autos soll Richter Breyer laut dem Zeitungsbericht zunächst nicht vorgelegt werden. Auch die Strafen und Wiedergutmachungs-Angebote seien nicht in allen Details geregelt. "Es handelt sich vielmehr um eine Art Eckpunktepapier, in dem die große Linie für die kommenden Monate festgelegt ist und an dem weitergearbeitet wird", zitierte die "Welt" einen Prozessbeteiligten.


Kra/DPA

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