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Wankelmotor: Die Diva unter der Motorhaube

Seit Jahrzehnten versuchen die Autobauer, den Wankelmotor technisch zu beherrschen. Nach Mazdas Rückzug will nun Audi einen neuen Anlauf nehmen.

Von Margret Hucko

Für den legendären VW Käfer fand Felix Wankel nur abschätzige Worte: "Schüttelhuber" schimpfte er den Boxermotor, der schnatternd seine vier Kolben gegeneinander wirft. Wie viele andere Ingenieure konnte sich Wankel "nicht damit abfinden, dass dies das einzig mögliche Prinzip beim Verbrennungsmotor sein sollte", dozierte der Autodidakt damals vor Journalisten. Im schwarzen Doppelreiher präsentierte der Tüftler am 24. November 1959 in Neckarsulm die Alternative: einen Verbrennungsmotor, dessen Kolben sich nicht auf- und ab bewegen, sondern im Kreis rotieren.

Ein halbes Jahrhundert später dreht sich wieder alles um Felix Wankels Erfindung. Auf dem Automobilsalon in Genf zeigt Audi im März den Kleinwagen A1 E-Tron. Ein Auto mit Elektromotor und einem Notstromaggregat von anno dazumal. Geht dem kleinen Audi der Strom aus, lädt der 20-PS-Wankelmotor die Batterie.

Dem Kreiskolbenmotor die Zicken austreiben

Kurios: Ausgerechnet das 50 Jahre alte Motorkonzept soll bei Audi die grüne Revolution einleiten. Denn Wankel steht nicht nur für die geniale Erfindung eines ungewöhnlichen Konstrukteurs. Sondern auch für die Diva unter den Motoren.

Zahlreiche Ingenieure haben sich das Gehirn zermartert, um den Kreiskolbenmotor die Zicken auszutreiben. Zu hoher Spritdurst, Undichtigkeiten, ein Traum für jeden Werkstattbetreiber - für Autohersteller und -besitzer ein Albtraum.

Gerade die Älteren dürften sich noch an die Schattenseiten des Wankels erinnern. Die Neckarsulmer Auto- und Motorradwerke (NSU) bauten Anfang der 60er-Jahre das weltweit erste Auto mit Wankelmotor - den NSU Wankel-Spider. Es folgte der Ro 80 - der Wagen mit Kreiskolbenmotor schlechthin. Unter seinen Besitzern gab es einen speziellen Gruß mit erhobenen Fingern. Jeder Finger stand für einen ausgetauschten Motor.

Audi will es trotzdem wissen

Namhafte Hersteller wie Mercedes oder Rolls-Royce erwarben Lizenzen. Zu groß war die Versuchung, dem "Wunder-Motor" ("Bild") die Macken auszutreiben. Aber alle Versuche verliefen nach wenigen Prototypen im Sande.

Audi will es trotzdem wissen. Die Ingenieure begründen den Einsatz des Wankelmotors mit seiner kleinen Bauweise, der Laufruhe und dem geringen Gewicht im Vergleich zu einem konventionellen Benzinmotor. Anders als ein klassischer Vierzylinder, findet der Wankel im A1 unter dem Kofferraumboden Platz. Sein Benzin erhält er aus einem Zwölf-Liter-Tank. Durch eine konstante Drehzahl ist der Einscheibenkreiskolbenmotor nicht mehr so anfällig wie frühere Wankeltriebwerke mit zwei Rotoren.

Audis Bestreben, dem Wankel zu einer Renaissance zu verhelfen, hat nicht nur technische Gründe. Auch die Historie spielt eine Rolle. Und die lässt sich vom Marketing als Alleinstellungsmerkmal gut ausschlachten. Denn zu den wichtigsten Partnern von Wankel zählten einst die Neckarsulmer Auto- und Motorradwerke, die später in Audi aufgingen. Gerüchten zufolge, hat Audi sogar Ingenieure aus der Rente zurückgeholt, die beim A1 E-Tron beratend zur Seite stehen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.