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Zu Besuch im Maybach- / AMG Luxusautohaus: Verteilungsprozeß

Die exklusivsten Modelle aus dem Hause Daimler gibt es gerade in China nicht beim Mercedes-Händler zu erstehen. Maybach- und AMG-Fahrzeuge werden in spektakulären Nobeltempeln angeboten. Ein Besuch in Hangzhou.

AMG- / Maybach Autohaus Hangzhou

AMG- / Maybach Autohaus Hangzhou

Die Xixi Road liegt in einer der noblen Gegenden der Zwölf-Millionen-Metropole von Hangzhou in der chinesischen Provinz Zhejiang. Gleich um die Ecke liegen einige Botschaften, die schicken Wohngegenden der Expats und nur zwei Kilometer entfernt befindet sich das edle Westlake District, wo der Wohnquadratmeter 50.000 RMB kostet. Auf der Xixi Road herrscht wieder einmal Dauerstau - wie an jedem Morgen. Fünf Kilometer in einer knappen Stunde sind dabei auf dem Weg zur Arbeit oder dem Flughafen keine Seltenheit. Wer etwas auf sich hält oder im höheren Management einer Firma arbeitet, hat ohnehin einen Fahrer, sitzt hinten rechts und lässt sich bei dem strömenden Regen chauffieren, während er im Internet surft. Wer es wirklich geschafft hat, sitzt in keinem Audi A8, BMW 7er oder einer Mercedes S-Klasse - alle mit obligatorisch langem Radstand, sondern bettet seinen Körper wohlig gepolstert, sanft massiert und erfrischend klimatisiert im Fond einer Maybach Limousine. Käuflich erworben wurde die Luxuskarosse im ersten AMG- und Maybach Kundencenter Chinas; ein Autohaus, das mit den Niederlassungen europäischer Maßstäbe kaum etwas gemein hat.

Verteilungsprozeß
AMG- / Maybach Autohaus Hangzhou

AMG- / Maybach Autohaus Hangzhou

Moderne Architektur, cooles Styling, dunkle Farben, mannshohe Display und kuschelweicher Teppich - hier fühlt sich der Autokäufer wohl, der ein paar Millionen Renminbi Yuan ausgeben möchte, um exklusiver denn je im turbulenten chinesischen Straßenverkehr unterwegs zu sein. General Manager Tony ist stolz auf den Prachtbau von 2016, der ausschließlich Fahrzeuge von AMG und Maybach ins rechte Licht rückt. Der Gebäudekubus ist hälftig geteilt. Wer das Portal betritt und vor dem breiten Empfang steht, muss sich entscheiden. Links geht es in die AMG-Welt mit brüllenden Sportlern und Formel-1-Ambiente, während man rechts in die Luxuswelt von Maybach eintaucht. Das Gebäude hat auf vier Etagen eine Fläche von üppigen 10.000 Quadratmetern und präsentiert sich opulenter, schicker und weit edler als das allzu gewöhnliche Mercedes-Autohaus, was ein paar Kilometer entfernt liegt. "Das ist ein Autohaus für unsere exklusivsten Kunden", erzählt General Manager Tom, "im vergangenen Jahr haben wir 322 AMG-Fahrzeuge und 224 Maybachs verkauft. Hier arbeiten zehn Verkäufer und ein Team von insgesamt 25 Personen."

Tom hätte allzu gerne noch ein paar Maybach- und AMG-Modelle mehr unter die Leute gebracht, doch es gab schlicht nicht genug Fahrzeuge. "Bei AMG sind die G-Klasse und die kleineren Modelle AMG GLA 45 und AMG A 45 besonders begehrt. Wir hatten auch vier oder fünf Interessenten für einen AMG Project One; bekommen hat aber keiner von ihnen einen der Hypersportler." Tom geht in die linke Hälfte des Gebäudes und zeigt auf die ausgestellten sechs Fahrzeuge. Direkt vorne strahlt eine schwarze G-Klasse; dahinter ein weißes GLE Coupé und in einem separaten Raum nach Vorbild einer Bodengarage ein AMG GT. In Vitrinen liegen Rennfahrerhandschuhe, Helme und andere Devotionalien von der professionellen Kurvenhatz. Alles ist perfekt in Szene gesetzt; sogar der Boden und die Beleuchtung sind mit der einer Autorennstrecke identisch. In der Mitte steht ein großer virtueller Konfigurator, wo jeder Kunde sein Traummobil an einem Großbildschirm individualisieren kann. Farben, Leder und Oberflächen können zudem angefasst werden, wenn Tom oder seine Verkäufer die entsprechenden Proben aus einer der Schubladen holen.

Die meisten Kunden sind Wiederholungstäter und haben längst mehrere Fahrzeuge mit dem AMG-Signet am Heck in der Garage. "Einmal im Monat geht es mit unserem Customer Clubs auf eine Rennstrecke", strahlt Tom, während er aus dem Augenwinkel einen seiner Stammkunden entdeckt, "der 3,3 Kilometer lange Kurs liegt nur eine Stunde entfernt und wird von allen der kleine Nürburgring genannt." Wer mitfährt, bekommt die Rundenzeiten und Digitalaufzeichnungen der im Auto verbauten GoPro-Kameras und eine Urkunde, auf der Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung und Rundenzeit festgehalten werden.

Tom hat seinen Kunden zu einem seiner Verkäufer geschickt und geht mit zügigem Schritt hinüber in die Maybach-Welt. Statt des groben Asphalts laufen die potenziellen Kunden hier über weichen Langflorteppich, der Raum wird dezent illuminiert und für das Verkaufsgespräch geht es in die Sitzecke. Statt der sechs AMG-Fahrzeuge auf der Gegenseite sind hier nur zwei Maybach S-Klassen inszeniert. "Normalerweise stehen hier drei Modelle", grämt sich Tom, "doch wir sind beim Maybach V12 ausverkauft. Wir bekommen hier nicht so viele Fahrzeuge, wie wir verkaufen könnten. Ich habe sogar eine Warteliste auf den S 680." Doch auch auf das Einstiegsmodell des Maybach S 450, der zu Preisen ab 1.498.000 Renminbi Yuan (200.078 Euro) angeboten wird, müssen die Kunden vier bis sechs Monate warten. Das Topmodell des Maybach S 680 kostet mit 3.098.000 RMB sogar mehr als das doppelte. Kein Wunder, dass es in China nicht nur mehr als 500 Daimler-Autohäuser, sondern auch 70 reine Maybach- und 100 AMG-Händler gibt. Und die Zahl steigt stetig. Schließlich tragen die ertragreichsten chinesischen Daimler-Modelle (570.000 Verkäufe in 2017) die Signets von AMG und Maybach auf der polierten Karosserie. "Auch für unsere Maybach-Kunden sind wir mehr als ein Autohaus", bekräftigt Tom, "es ist eher ein Forum für Maybach-Kunden. Wir bieten ähnlich wie bei AMG ein abwechslungsreiches Programm, jedoch zumeist Business-orientiert. Es gibt Konzerte, trifft sich zu kulturellen Events oder raucht einfach gemeinsam eine Zigarre." China ist eben auch beim Autokauf eine andere Welt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.