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Rallye Dresden-Dakar-Banjul: Schrottautos für Charity

Nach mehr als 7000 Kilometern durch sieben Länder sind die 22 Teilnehmer der Rallye am Ziel. Die Fahrzeuge, allesamt Uralt-Gebrauchtwagen, wurden für einen guten Zweck versteigert.

Von Andrea Voigt

Für viele Teilnehmer der Rallye stand nicht nur der Charity-Gedanke im Vordergrund: Die drei Wochen lange Tour von Dresden über Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien, Senegal nach Gambia bot für alle Fahrer viele Abenteuer und die Chance, unberührte Wüsten-Landschaften kennen zu lernen. Vor allem die 700 Kilometer lange Offroad-Passage durch die Sahara brachte Fahrer und Autos an ihre Grenzen. "Ich war total begeistert und hätte nie gedacht, dass man mit einem uralten Pkw durch so ein Gelände fahren kann", wunderte sich Bodo Steguweit aus Sachsen, der mit einem 18 Jahre alten Opel Kadett die Tour allein antrat.

Star der Ralley: Ein alter Trabbi

"Vor allem eine 50 Kilometer lange Strecke über einen menschenleeren Strand in Mauretanien zwischen Wüste und Meer hat mich tief beeindruckt", schwärmte Werner Hummel vom Team "Bazis". Sein 39 Jahre alter Transit, ein ehemaliges Feuerwehrfahrzeug, das in den vergangenen zwei Jahren nur noch als Gartenhaus diente, schaffte die Tour nach Banjul ohne Probleme. Im Ziel lud das Team aus Bayern alle Mitstreiter ein - zu einer Fahrt auf, im und unter dem Ford Transit. Mit mehr als 40 Passagieren machte sich der Bus bei der Abschlussparty auf seine Runde durch die Stadt. Star der Rallye war ein alter Trabant, der Banjul ebenfalls ohne größere Defekte erreichte und in Westafrika für 2.200 Euro einen neuen Besitzer fand.

Besonders glücklich war Kai-Uwe Dethlofs, der mit einem Opel Kadett am Haken Banjul erreichte. Seit Opel Kadett, der bereits vor der Abreise in Dresden 380.000 Kilometer auf dem Tacho hatte, streikte am Strand in Mauretanien mit Motorschaden. Ab Nouakchott hing der Opel am Abschleppseil hinter einem Bus. Auf 1500 Kilometer durch Mauretanien, Senegal und Gambia sah Fahrer Kai-Uwe nichts als die rote Rückfront des schleppenden Busses vor ihm. Immerhin brachte der nicht mehr fahrfähige Kombi bei der Versteigerung noch knappe 700 Euro. Der Erlös der Rallye geht an verschiedene Projekte im Gambia.

Versteigerungserlös von 36.000 Euro

Doch auch die Teilnehmer können mitbestimmen, für welche Zwecke sie ihre Fahrzeuge spenden. Die Teams "Drive for Kids", "Semmelbande" sowie Opel-Einzelkämpfer Bodo Steguweit entschieden sich für das SOS Kinderdorf in Gambia als Spendenempfänger. Gemeinsam besuchten sie die Einrichtung, die nicht nur elternlosen Kindern ein Zuhause gibt und zugleich Ausbildungsstellen für Jugendliche in der Region bietet. Im Ziel in Gambia nutzten die meisten Rallye-Teilnehmer die Gelegenheit, Kindergärten, Schulen und soziale Einrichtungen zu besuchen und mitgebrachte Spiele, Kleidungsstücke und Geschenke zu verteilen.

"Wir sind mit dem Verlauf der Tour mehr als zufrieden", so Veranstalter Torsten Schulze. "Bis auf Kai-Uwe haben alle Teilnehmer aus eigener Kraft Banjul erreicht. Mit einem Versteigerungserlös von 36.000 Euro konnten wir mit weniger Fahrzeugen das gleiche Ergebnis wie im vergangenen Jahr erzielen."

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