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Biosprit-Debakel: ADAC gibt Öl-Multis Schuld am E10-Chaos

Der ADAC kennt den Schuldigen am Biosprit-Chaos: Es sind nicht Autoindustrie und Politik, sondern die Ölkonzerne selbst. Sie sei wegen mieser PR selbst schuld am Käuferstreik.

Wer trägt die Schuld an der verpatzten Einführung des Bio-Sprits E10? Nachdem die Mineralölwirtschaft am Donnerstag die Einführung des neuen Supers am Donnerstag vorerst gestoppt hat, stellt der Automobilclub ADAC jetzt klar: Die Benzinproduzenten sind selbst schuld. "Für das Chaos bei der Einführung von E10 verantwortlich ist ganz alleine die Mineralölwirtschaft", sagte Maxi Hartung vom ADAC am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

Die Hersteller des neuen Kraftstoffes, der das alte Super ersetzen soll, hätten es schlicht versäumt, die Umstellung auf E10 rechtzeitig anzukündigen, Autofahrer aufzuklären und Verunsicherung abzuwenden. "Es kann nicht angehen, dass bei einem Produkt, das neu eingeführt wird, überhaupt keine Informationen vorhanden sind dort, wo das Produkt konsumiert wird, nämlich an der Tankstelle", sagte Hartung.

Die Branche hatte bisher auf die Autohersteller verwiesen und gesagt, die Informationspflicht über E10-Verträglichkeit liege dort. Nun soll aber auch verstärkt an den Tankstellen aufgeklärt werden, etwa mit Plakaten oder ausliegenden Broschüren. Denn das E10 ist ein Ladenhüter und hat zu einem Ansturm auf das verbleibende Super Plus geführt.

Brüderle ruft "Benzin-Gipfel" aus

Die Riesennachfrage wirbelte die gesamte Benzinproduktion so sehr durcheinander, dass die Mineralölwirtschaft am Donnerstag die weitere Umstellung der noch E10-freien Tankstellen stoppte. Damit ist E10 vorerst nur dort zu haben, wo es bereits eingeführt worden ist. Das ist vor allem im Osten und Süden Deutschlands der Fall. Der ADAC kritisiert die Mineralölbranche seit Langem, meist wegen ihrer Benzinpreispolitik.

Zuletzt schaltete sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ein. Er lud für Dienstag die Branchenverbände der Autoindustrie und der Mineralölwirtschaft, den Bundesverband Verbraucherzentralen und den Bauernverband zu einem "Benzin-Gipfel" nach Berlin ein. "Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind", sagte Brüderle.

Strafen könnten auf Autofahrer umgelegt werden

Die Mineralölwirtschaft klagt, dass sie von der EU und der Bundesregierung zum Verkauf eines Ladenhüters gezwungen werde. Mit mehr Biokraftstoff will die Regierung erreichen, dass Deutschland unabhängiger wird vom Öl und das Klima mehr geschützt wird. Das neue Gesetz zur E10-Einführung erfüllt eine Vorgabe der EU.

E10 hat den Nachteil, dass es zwar bis zu acht Cent billiger ist als Super Plus, sich damit aber bis zu zwei Prozent weniger Strecke zurücklegen lassen. Bleibt E10 ein Ladenhüter, drohen der Branche Strafzahlungen. Falls sich nichts ändert, hat der Minerölwirtschaftsverband seine Marschrichtung bereits festgelegt: Die Branche droht, auf E10 ganz zu verzichten und wieder verstärkt die herkömmlichen Sorten Super und Super Plus in den gewohnten Mengen herzustellen. Weil sie die Vorgaben der Politik dann nicht erfüllen würde, wären Strafzahlungen die Folge. Bei jedem statt E10 verkauften Liter sind dies bei Super Plus mit fünf Prozent Ethanol zwei Cent. Zahlen müssten das wohl die Autofahrer - denn die Strafe könnte auf den Preis aufgeschlagen werden.

fw/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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