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Der neue VW Up: Kleines Auto - große Enttäuschungen

Der VW Up soll der neue Wagen fürs Volk sein: klein, sparsam, günstig. Klein ist er, die anderen Versprechungen werden nicht gehalten. Für den Up sprechen nur die traditionellen Autotugenden.

Die Wolfsburger tun so, als hätten sich mit dem VW Up den Kleinstwagen neu erfunden. Eine erste Ausfahrt in Rom ist die Gelegenheit, die vollmundigen Versprechungen mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Teuer und nicht billig

Am 3,54 Meter kurzen VW wird ein Preisschild mit der Aufschrift "ab 9850 Euro" kleben. Die Basisausstattung namens "Take Up" ist allerdings selbst für einen Kleinstwagen spartanisch: Türen werden noch mit dem Schlüssel geöffnet, Fenster gekurbelt. Das Handschuhfach ist offen, die Rücksitzlehne nur komplett umklappbar. Klima- und Audioanlage sucht man vergebens. Hier bieten die Konkurrenten wie Fiat Panda, Kia Picanto oder Hyundai i10 deutlich mehr. Immerhin sind Servolenkung, Easy-Entry-Einstiegshilfe und Tagfahrlicht Serie. Außerdem gibt es im Up eine für diese Klasse vorbildliche Sicherheitsausrüstung mit ESP, Front- und Seitenairbags sowie eine City-Notbremse, die sich unterhalb von 30 km/h automatisch aktiviert.

Erst die zweite Ausstattungsstufe "Move Up" bietet ein klassenübliches Niveau mit Features wie Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber oder eine teilbare Rücksitzlehne und Handschuhfach mit Klappe. Allerdings wird mit 800 Euro Aufschlag die psychologische 10 000-Euro-Grenze überschritten. Und erst beim Topmodell "High Up" (ab 12.450 Euro) verwandelt sich der Wagen mit 15-Zoll-Alu-Felgen, Nebelscheinwerfern, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, CD-Radio, Klimaanlage, Lederlenkrad und verschieden farbigem Armaturenträger in das trendige Stadtauto für Jung und Alt. Zum Marktstart im Dezember gibt es außerdem noch zwei Sondereditionen "Up black" und "Up white", die zu Preisen ab 13.700 Euro neben 16-Zoll-Aluräder auch das portable Infotainmentsystem "maps + more" an Bord haben.

Auch bei einem unterstellten guten Wiederverkaufswert spricht der Preis klar gegen den Up. Schon in der offiziellen Preisliste liegt der Up über den Konkurrenten. Und gerade bei Kleinstwagen sind Sonderaktionen mit Preisnachlässen von über 25 Prozent schon fast die Regel. Hier muss VW massiv nachlegen. Übrigens auch wegen der Konkurrenz im eigenen Haus: Zur Zeit kann man für 12.000 Euro auch einen Polo mit akzeptabler Ausstattung bekommen.

Durstig und nicht sparsam

Beim Spritverbrauch hält der Up für Städter eine herbe Enttäuschung bereit. 4,7 Liter Super auf 100 Kilometern Verbrauch sollen es beim 75 PS starken Wolfsburger sein. Sogar nur 4,2 Liter beim Motor mit 60 PS. Auf der Landstraße mit viel Geradeauslauf und wenig Verkehr schafft man das auch. Eine Fahrt in Rom bringt die Wahrheit ans Licht: Bis zu neun Liter spuckt der Bordcomputer nach gut 40 Kilometern echtem Stadtverkehr mit vielen Stop-and-Go-Phasen und zugegeben flotten Beschleunigungen aus. Ähnliche Diskrepanzen erlebt man auch mit anderen Kleinstwagen. Trotzdem ist der Eindruck ernüchternd und alles andere als ein Ruhmesblatt für Volkswagen. Erkenntnis: Auch mit einem Kleinstwagen werden Cityfahrten nicht zum Dienst an der Umwelt. Wer hier sparen will, muss einen Hybrid fahren.

Ideenarm statt innovativ

Was dem Up wirklich fehlt sind Innovationen. Abgesehen von dem Notbremsassistenten und einem schlau gemachten und natürlich aufpreispflichtigen Navi-Gerät hat der Up nichts, was die Konkurrenz nicht auch vorweisen kann. Oder der Lupo schon konnte: Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, der ganze Up sei eine Neuauflage des alten Modells mit knackigeren Design. Dabei stammt die Baureihe VW Lupo/Seat Arosa aus dem Jahr 1997. Richtig ist, dass Volkswagen sich mit dem Lupo damals mächtig verkalkuliert hat. Der Up soll in der Herstellung deutlich billiger sein und VW Gewinne bescheren. Das ist schön für den Hersteller, aber beim Kunden bleibt der Eindruck: 14 Jahre ohne spürbaren Fortschritt.

Was bleibt, ist das Fahrvergnügen

Der Up punktet beim Thema Fahrspaß. Im Stadtverkehr lassen sich kleine Zwischensprints mit dem 929 Kilogramm schweren Stadtwagen äußerst flott realisieren. Im typischen Stop-and-Go-Betrieb spielt der kleine Lückenspringer seine Stärken voll aus. Für den Fall, dass der Fahrer dem Vordermann zu schnell und dicht auf die Stoßstange rückt, sorgt die City-Notbremsfunktion für einen automatischen Stopp. Das funktioniert im Innstadt-Gewusel ausgezeichnet, aber nur bis Tempo 30. Die Notbremsfunktion schützt also die Stoßfänger, ist aber kein Lebensretter auf der Autobahn.

Positiv ist auch die gute Verarbeitung und der leichte Einstieg in die zweite Reihe dank eines schnellen Zurückgleitens des Vordersitzes. Sehr ärgerlich dagegen, dass der Fahrer das Beifahrerfenster nicht bedienen kann. In der Fahrertür befindet sich lediglich ein Kippschalter für das eigene Fenster. Da kann man auch gleich bei der Kurbel bleiben.

Kra/PressInform/MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.