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Detroit Motor Show 2010: Die Zukunft kommt aus der Steckdose

Benzin ist out, Strom ist in. Auf den Messeständen der Detroit Motor Show hat die Zukunft schon begonnen. Kaufen kann man die Mobilität von morgen allerdings immer noch nicht.

In Detroit treffen sich die Überlebenden. General Motors, Ford und Chrysler - die "Großen Drei" der US-Autoindustrie - sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Aber immerhin gibt es alle drei noch. Das letzte Jahr hat die Automobilbranche mächtig durchgerüttelt. Dabei fiel der weltweite Absatzeinbruch nicht so schlimm wie zunächst befürchtet aus. Insgesamt wurden nach einer Schätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer im vergangenen Jahr rund um den Globus 52,8 Millionen Autos verkauft - 5,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Für den verhaltenen Einbruch gibt es zwei Gründe: In Asien wurde der Absatz durch die wirtschaftliche Kraft der Märkte beflügelt, in Europa und den USA belebten Staatsprogramme wie die Abwrackprämie den Autoabsatz.

Wachstumsregionen ziehen den Markt

Im diesem Jahr stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Allerdings nicht in Westeuropa, dort wird nach der künstlich erzeugten Nachfrage ein Einbruch erwartet. Die Chancen liegen in den USA, wo die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt und in China, wo die Nachfrage boomt. Davon werden auch die deutschen Hersteller profitieren, ist Autoexperte Willi Diez überzeugt: "China ist eine Bank für VW und Audi; Mercedes und BMW sind stark in den USA."

Auf lange Sicht wird dieser Trend auch die Landkarte der Automobilindustrie neu zeichnen, denn die Herstellung der Modelle wird den Wachstumsregionen folgen. In China und USA richtet sich die Begehrlichkeit auf teure, leistungsstarke Modelle. Diese werden zwar gern und imageträchtig mit Hybrid-Antrieben verkauft, aber von einem Sterben der PS-Giganten kann keine Rede sein.

Im wichtigen US-Markt treffen Kleinwagen nach wie vor nicht den Geschmack der Kunden. Umfragen verraten sogar, dass amerikanische Kleinwagenkäufer unzufrieden mit den ihren Modellen sind. Wie schon in dem von der Spritpreisexplosion geprägten Vorjahr waren 2009 erneut die Pick-ups der Ford F-Reihe das meistverkaufte Pkw-Modell in den USA.

Für Premiumanbieter sieht es auch in Europa nicht allzu schlecht aus. Sie profitierten im vergangenen Jahr zwar kaum von den staatlichen Verkaufsanreizen, müssen nun auch nicht unter dem gepushten Absatzplus 2009 leiden. Im Gegenteil, ihre Kunden haben eine Neuanschaffung im letzten Jahr oft verschoben.

Die Zukunft kommt aus der Dose

Doch die wirklich wichtigen Visionen für die Zukunft der Mobilität präsentiert die Branche mit ihren Elektro- und Hybridautos. Mit Strom betriebene Autos sind das Thema Nummer eins auf der Messe in Detroit, die bilden das Gros der Neuheiten. Zwar lässt sich eine gewisse Ermüdung nicht verbergen, wenn der Chevrolet Volt und sein europäisches Pendant, der Opel Ampera, zum x-ten Male hervorgezeigt werden. Dafür nähert sich immerhin endlich der Verkauftstermin:Der Volt soll Ende des Jahres auf den Markt kommen soll.

E-Motoren finden sich aber nun auch unter den Motorhauben der verschiedensten Fahrzeuge: vom leichten und nur einen Meter breiten Zweisitzer Tango 600 bis hin zum schnellen Saba Carbon Zero Roadster. Insgesamt werden in Detroit etwa 20 Fahrzeuge gezeigt, die ihren Kraftstoff aus der Steckdose beziehen.

Zu den wichtigsten Neuheiten in Sachen Elektromobilität gehört das Concept ActiveE von BMW. Vergleichbar mit dem Mini E – der Neuheit vom letzten Jahr - soll der auf Basis des 1er Coupé gebaute Stromer künftig in Kleinserie produziert werden und Alltagserfahrungen für die großangelegte Markteinführung der alternativen Antriebstechnik liefern. Auch Volvo zeigt seine Kompetenz in Sachen Elektroantrieb. Die Schweden präsentieren einen strombetriebenen C30. Aber auch von ihm soll 2011 zunächst eine Testflotte von 50 Fahrzeugen über die Straßen rollen.

Nissan fährt mit den bereits von der IAA bekannten Leaf und Mitsubishi, den in seinem Heimatland bereits erhältlichen i-MieV, vor. Der chinesische Hersteller BYD stellt die Serienversion des e6 vor, eine seriennahe Studie des Elektro-Flitzers hat sich bereits auf der NAIAS 2009 dem Publikum gezeigt. Chrysler wiederum stellt zwei Elektroautos des Allianzpartners Fiat vor: einen Elektro-Kleinwagen auf Basis des Fiat 500 sowie ein neues Kompaktmodell mit Technik des Lancia Delta. Aber auch wenn die elektrischen Hoffnungsträger kurz vor der Marktreife stehen, werden sie nicht über Nacht die herkömmlichen Antriebe verdrängen. "Die ausgestellten Autos, die man auch kaufen kann, haben vor allem konventionelle Antriebe", sagt Diez.

Neuer Focus erstmals gezeigt

Unter diesen konventionellen Autos gehört der Ford Focus zu den Messe-Highlights. Die dritte Modellgeneration des Kompaktklässlers kommt in Deutschland allerdings erst im ersten Quartal 2011 auf den Markt. In den USA startet das Modell schon früher. Ein Hingucker ist auch das neue Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio. Das Stoffdach-Cabriolet ist vor allem für komfortverwöhnte Kunden geschaffen worden und soll das ganze Jahr auch ohne Dach einsetzbar sein. Und einen Trend ganz eigener Art präsentiert Mini: Das "Beachcomber Concept" soll einen Vorgeschmack auf den kommenden Kleinst-SUV der Marke geben.

DPA/MID/Kra / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.