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Dieselfahrzeuge: Mercedes- Benz und BMW rüsten Dieselfahrzeuge mit Filter auf

Der öffentliche Druck hat Wirkung gezeigt. Mercedes-Benz bietet ab Herbst erste Diesel-Fahrzeuge mit Rußpartikel-Filter an. Und lockt bei Einbau mit Steuervorteilen für den Kunden.

Mercedes-Benz bietet im Herbst die ersten Diesel-Fahrzeuge mit Rußpartikel-Filter an. Sechs Wochen vor der Automobilausstellung IAA in Frankfurt kündigte DaimlerChrysler an, dass im Oktober die Dieselmotoren der beiden wichtigsten Mercedes-Benz-Modelle mit Rußpartikel-Filtern auf den Markt kommen. Nach eigenen Angaben als erster Automobilhersteller wolle man dabei die ab 2005 geltende strenge Schadstoffnorm EU-4 mit einem Partikelfilter kombinieren.

Aufrüstung bei C- und E-Klasse kostet 580 Euro

Das von Mercdes-Benz entwickelte Partikelfiltersystem komme anders als bei französischen Herstellern ohne Zusatzstoffe aus und bleibe über eine sehr hohe Laufleistung wirksam.

Steuervorteile für Filtereinbau

Zunächst können die Vierzylinder-Diesel der C- und E-Klasse mit dem 580 Euro teuren System ausgerüstet werden. Die Sechszylinder-Selbstzünder der E- und S-KLasse folgen Anfang kommenden Jahres. Laut Mercedes-Benz erhalten Kunden in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern beim Kauf eines Partikelfilter-Diesels nach EU-4 Steuervorteile, die die Zusatzkosten erheblich reduzieren oder sogar ausgleichen.

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BMW zieht nach ; Dieselfilter wichtiges Thema auf IAA

Auch BMW hatte kürzlich angekündigt, im Laufe des nächsten Jahres einen eigenen Rußpartikel-Filter anzubieten. Einen Preis nannten die Münchner noch nicht.

Der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer (Gelsenkirchen) erklärte am Freitag, der Diesel- Partikelfilter werde zur IAA von den wichtigsten deutschen Automobilherstellern im Angebot sein.

Er sprach sich für einen serienmäßigen Einbau der Systeme aus. Dies sei trotz des kostenintensiven Wettbewerbs möglich und betriebswirtschaftlich richtig.

Umweltbundesamt: Dieselabgas hat hohes Gesundheitsrisiko

In Deutschland ist seit Einführung des Rußpartikelfilters durch Peugeot eine heftige Diskussion darüber entbrannt, warum die deutsche Automobilindustrie nicht dem Beispiel folgt. Das Umweltbundesamt hatte erst kürzlich auf das Gesundheitsrisiko Diesel-Abgas hingewiesen und von rund 14 000 vorzeitigen Todesfällen durch Rußpartikel gesprochen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte diese Einschätzung kritisiert und erklärt, eine solche Gefährdung lasse sich nach Einschätzung namhafter Toxikologen nicht nachweisen.

Die deutschen Autobauer hatten bislang erklärt, ihr Ziel sei es, die anspruchsvollen Schadstoffziele der Norm EU-4 auch für Dieselmotoren zu erfüllen. Wenn dazu Partikelfilter notwendig seien, werde man sie anbieten.

DPA

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