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New York Taxi: Die grüne Welle

Wer an New York träumt, der denkt neben dem Empire-State-Building, dem Central Park und unbegrenzten Möglichkeiten an die mehr als 14.000 knallgelben Taxis. Doch die Ford Crown Victorias, die auch die US-Polizei zu Tatorten und Verkehrsunfällen bringen, stehen vor dem Aus. New Yorks Taxiflotte wird grün - auch wenn die Farbe bleibt.

Eine Umlackierung hat das neben der Metro wichtigste New Yorker Verkehrsmittel nicht zu befürchten. Doch wenn es zukünftig von Ground Zero zur Grand Central Station geht - muss man sich an Hybridkutschen gewöhnen. Michael Bloomberg, Bürgermeister und Medienmogul in Personalunion, und der Taxiverband haben sich darauf geeinigt, dass ab dem Jahre 2012 nur noch Hybridtaxis zugelassen werden. Die Nachricht schlug am Hudson River ein wie eine Bombe. Die Folge: knapp 1.000 Hybrid-Taxis sind bereits in den Häuserschluchten auf Spartour unterwegs. Ihr Kennzeichen ist ein symbolisierter Öko-Apfel mit dem Schriftzug "greeNYC".

Die ersten New Yorker Saubermann-Yellow-Cabs sind bereits seit drei Jahren auf Tour. Doch bei den Taxifahrern, die zumeist aus Pakistan und Indien kommen, taten sich Modelle wie der Toyota Prius, ein Ford Escape oder der Toyota 4Runner bisher schwer. Durch den Druck der lokalen Regierung wurden aus einer handvoll Sparmobile in den letzten Monaten schnell einige hundert. Dass die New Yorker ihre Yellow Cabs in Gestalt des geräumigen, aber durstigen Ford Crown Victoria lieben, wissen nicht nur New York Urlauber, sondern auch Fans lokal produzierter Fernsehserien wie "Sex and the City" oder "Chaos City". Egal ob Date oder Geschäftstermin - ohne die zumeist wenig reinlichen Ami-Schlitten geht in Manhattan weder bei Sonnenschein noch Regen etwas.

Imageträger und Repräsentationsmodell

Der neue Öko-Aktivist Bloomberg ist ein Verbrauch von 17 bis 20 Liter Super pro 100 Kilometer in einem New York Taxi zuviel. Ex-Kraftprotz Arnold Schwarzenegger hat gezeigt, wie man mit einem Saubermann-Image Wahlen gewinnt. Und auch in der Hauptstadt der neuen Welt gilt: die nächste Wahl kommt bestimmt. Da kommen einem die Yellow Cabs als Imageträger und Repräsentationsmodelle von New York gerade Recht. Schaffen die über fünf Meter langen Crown Victorias mit einer Gallone (3,8 Liter) im zähen Berufsverkehr zumeist gerade einmal 14 Meilen, so sollen es zukünftig 25 Meilen und mehr sein. Möglich wäre das auch mit sauberen Dieselmotoren; doch über die sparsame Technik der Deutschen spricht in Taxikreisen jenseits des Atlantiks niemand.

"Wir gehen davon aus, dass die neuen Standards bereits im ersten Jahr über 80 Millionen Liter Benzin sparen", so der Chef der Taxi and Limousine Comission Matthew Daus. Die TLC ist in New York für die rund 14.000 Taxilizenzen zuständig, die mit einer Metallplakette auf der Motorhaube an jedes Taxi übertragen wird. "Wenn sich die Reichweite verdoppelt, sparen die Fahrer pro Jahr mindestens 10.000 Dollar beim Tanken ein", so Daus. Die meisten Taxifahrer haben sich über die Jahre an die ausladenden Crown Victorias mit ihren wenigen Macken gewöhnt. "Ich fahre im üblichen Stopp-and-Go-Verkehr sehr viel elektrisch", erzählt Mohammad Iqbal, der seit fast 20 Jahre Taxifahrer ist. Seit rund zehn Monaten ist er mit einem kleineren und deutlich sparsameren Ford Escape Hybrid unterwegs - wie er meint, ein ideales Fahrzeug für die Straßen von New York. "Pro Tag spare ich so 15 bis 20 Dollar", erzählt der gebürtige Pakistani, als mit seinem gelben Spielmobil auf die 42. Straße einbiegt. Er verweist darauf, dass es den Passagieren "völlig schnuppe sei, mit welchem Taxi sie unterwegs seien".

Die Schattenseite

Der Teufel liegt wie so oft jedoch im Detail. Der Escape ist sparsamer, kompakter und die hohe Sitzposition macht manches Rangieren einfacher. Doch Ford übernimmt für den Akku nur eine Garantie von zwölf Monaten. "In zwei Monate werden wohl rund 6.000 Dollar für einen neuen Akku fällig sein", blickt Mohammad Iqbal mit einem Schaudern in die nahe Zukunft. Das sind in einem Taxileben mindestens 20.000 Dollar zusätzliche Kosten; und das, obwohl die Hybridmodelle vom Start weg bereits deutlich teurer als die Crown Victorias sind. "Ein Ford Crown Victoria kostet als Taxi für uns rund 27.000 Dollar", erzählt Taxi-Fahrer Wronge Colin, "ein Ford Escape Hybrid dagegen mindestens 35.000. Ganz zu schweigen von den günstigen Reparaturen und Ersatzteilen für den Ford." So wie dem dunkelhaarigen Vic-Fan wird es vielen City-Kapitänen gehen - trotzdem werden die gelben Ford-Schiffe bald der Vergangenheit angehören. Die ersten harten Vorschriften greifen bereits im Herbst 2008. Die neuen Taxis werden in Big Apple alle auf einen Hybridantrieb setzen - müssen.

Stefan Grundhoff; press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.