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Osterverkehr: Willkommen im Stau!

Hohe Spritpreise und verstopfte Straßen: Deutschlands Autofahrer steht Ärger zum Osterfest bevor. Wie Sie den Stau vermeiden können und was man tun sollte, wenn man stecken bleibt.

Von Gernot Kramper

Auf den Straßen wird es voll: Der ADAC sagt zu Ostern lange Staus voraus. Sowohl beim Weg in den Süden, als auch bei der Fahrt an die Nord- und Ostseestrände sind Wartestunden programmiert. Mit besonders viel Verkehr müsse man auf der A11 rechnen, sagt Maxi Hartung vom ADAC. Der Elbtunnel in Hamburg sei ein weiteres Nadelöhr bei der An- und Abreise an die Küsten.

Gleichzeitig lockt der Süden. Österreich und Italien gehören zu Ostern zu den beliebtesten Reisezielen. Kritisch wird die Lage bei der Umfahrung von München (A99), auch auf der weiteren Südroute (München Richtung Salzburg, Inntaldreieck, Brenner) werden Staus erwartet. Ein besonders hohes Verkehrsaufkommen bringt bereits der Donnerstagnachmittag. Dann treffen Berufstätige, Wochenendpendler und Kurzurlauber aufeinander.

->Zur detaillierten Oster-Stauprognose des ADAC

Dennoch kann man dem Stau entkommen. "Der alte Trick, entweder sehr früh oder sehr spät zu starten, klappt immer noch," so Maxi Hartung. Wichtig ist, die Engpässe vor den Stoßzeiten zu passieren. "Wer den Großraum München bereits am frühen Morgen durchquert hat, hat gute Chance vor den Stauwelle anzukommen." Neben den Nachtstunden wird am Freitagnachmittag und am Sonntag der geringste Verkehr vorhergesagt.

Im Stau ist vor allem Geduld gefragt: "Von der Autobahn abzufahren, lohnt sich nur bei schweren Unfällen und stundenlangem Stillstand", so die ADAC-Expertin. Der Weg über Landstraßen dauert daher meistens länger. Für kurze und mittlere Strecken können sie dennoch eine Alternative sein. Wer von Anfang eine Route über Landstraßen plant und die Engpässe der Autobahnen vermeidet, muss zwar mit einer längeren Fahrtzeit rechnen, kommt aber entspannter ans Ziel.

Irrsinniges Überholmanöver

So überstehen Sie den Stau

Gerät man in einen Stau, sollte man ein paar Regeln beachten. Beim frühzeitigen Erkennen eines Stauendes soll die Geschwindigkeit rechtzeitig und gleichmäßig verringert werden. Bei unübersichtlichen Situationen ist es besser, einmal zuviel abzubremsen, als auf das Glück zu vertrauen und dann von der Vollbremsung des Vordermannes überrascht zu werden. Auch wenn es banal klingt: Bei einem Stau wird auf Tempo Null runtergebremst! Viele Autofahrer verschätzen sich, weil man auf der Autobahn sonst nur das Tempo reduziert. Keinesfalls sollte man forsch an das Ende des Staus heranfahren. Sofortiges, rabiates Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus kann den Hintermann allerdings auch überraschen. Das Einschalten der Warnblinkanlage informiert die folgenden Fahrzeuge über den stehenden Verkehr, denn sie sind die eigentliche Gefahr.

Empfehlenswert ist es, auch im Stand einen Abstand zum Vordermann von mindestens drei bis vier Wagenlängen einzuhalten. Im Notfall kann so ausgewichen werden, wenn ein zu schnell fahrendes Fahrzeug von hinten heran rauscht. Schnelle Reaktionszeit und Beobachtung des ankommenden Verkehrs ist in den ersten Minuten enorm wichtig. Immer wieder fahren Fahrzeuge in ein Stauende. Besonders gefährlich sind Lkw und Busse. Sie können mehrere Fahrzeuge ineinanderschieben. Besondere Vorsicht ist auch angebracht, wenn man hinter einem Lkw zum Stehen kommt. Wer von hinten unter den Aufbau gedrückt wird, hat kaum eine Überlebenschance.

Gefahr auf dem Rastplatz

In der Hauptreisezeit muss man auch auf Rastplätzen und Tankstellen mit Staus rechen. Um Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich zu Beginn der Abbiegespur auf dem Verzögerungsstreifen einordnen und die Geschwindigkeit reduzieren. Am Ende des Streifens muss man so langsam sein, dass man sofort Bremsen kann. Das hört sich selbstverständlich an, aber viele Wagen fahren am Ende des Streifens immer noch über 80 km/h. Das ist entschieden zu viel. Schon im Einschwenkbereich können Fahrzeuge stehen, die nur eine kleine Gasse frei lassen. Obendrein muss man noch mit Personen auf der Fahrbahn oder rangierenden Fahrzeugen rechnen. Auch wenn der Rastplatz überfüllt ist, sollte man nicht versuchen, im letzten Moment wieder auf die Autobahn zurückzukehren

Rückwärtsfahren, um am Stauende noch eine rettende Ausfahrt zu erreichen, ist verboten und extrem gefährlich. Auch das Befahren des Standstreifens oder einer Rettungsgasse ist nicht erlaubt. Gerade Motorradfahrer fallen hier immer unrühmlich auf. Auch sie dürfen sich auf keinen Fall zwischen den stehenden Fahrzeugen durchschlängeln oder – noch dreister – eine Gasse für die Rettungsfahrzeuge zum flotten Weiterkommen nutzen. Steht die Fahrzeugkolonne, dürfen die Insassen den Wagen verlassen, man sollte aber immer in unmittelbarer Nähe bleiben. Außerhalb des Wagens ist es extrem gefährlich. Weil Biker doch immer versuchen, irgendwie vorbeizukommen, oder Drängler die Standspur benutzen, sollte man Kinder niemals allein aus dem Wagen lassen.

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