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Rallye Dakar Champion Dirk von Zitzewitz: "Die ganze Zeit an den Sieg geglaubt"

Der norddeutsche Rallye Co-Pilot Dirk von Zitzewitz hat mit seinem Fahrer Giniel de Villiers die diesjährige Rallye Dakar gewonnen. Zitzewitz sprach mit stern.de über seinen ersten Rallye-Triumph, die harten Bedingungen in Südamerika und seine Pläne für die Zukunft.

Die erste Ausgabe der Rallye Dakar in Südamerika ist am Wochenende zu Ende gegangen. Nachdem das Team Mitsubishi sechs Jahre in Folge an der Spitze stand, ist dem VW-Team in diesem Jahr der große Coup gelungen. Der Wolfsburger Rennsportstall hat die 30. Auflage des prestigeträchtigen Wüstenrennens mit einem Doppelsieg beendet. Der deutsche Co-Pilot Dirk von Zitzewitz hat mit seinem südafrikanischen Fahrer Giniel de Villiers die Gesamtwertung für sich entscheiden können. "Es war ein unbeschreibliches Gefühl die Rallye Dakar zu gewinnen", sagte von Zitzewitz im Gespräch mit stern.de. "Mir kamen die Tränen und die Stimme blieb mir weg." Der Amerikaner Mark Miller mit Beifahrer Ralph Pitchford machten mit Platz zwei das Happy End nach zweiwöchiger Strapaze für VW perfekt. Beim Team herrscht nun Euphorie pur. "Wir sind überglücklich und haben zwei Tage durchgefeiert", sagte von Zitzewitz.

Der Erfolg von Volkswagen wird allenfalls von der Tatsache getrübt, dass die Wolfsburger zwischenzeitlich auf einen Dreifach-Sieg hoffen konnten. Drei Etappen vor dem Ende waren drei VW-Fahrer auf den ersten Rängen, doch Carlos Sainz, der Gesamtführende zu diesem Zeitpunkt, musste nach einem Unfall aufgeben, weil sich sein Navigator Michel Périn eine Schulterverletzung zugezogen hatte. "Das ist natürlich sehr schade für Carlos, wir hatten uns alle einen Dreifach-Sieg gewünscht, aber auch so ist das ein hervorragendes Ergebnis für VW", sagte von Zitzewitz zum Ausfall seines Teamkollegen.

Von Anfang an vorne mit dabei

Nach einigen kleineren Startproblemen konnten sich Dirk von Zitzewitz und sein Pilot Villiers konsequent an der Spitze festbeißen, waren zwischenzeitlich Gesamtführende, meist jagten sie aber Teamkollege Sainz hinterher. Nach dessen Ausfall und den hervorragenden Ergebnissen bei den letzten Etappen, rückte der Rallye-Sieg in greifbare Nähe. "Ich habe die ganze Zeit den Sieg geglaubt, aber als ich nach dem Erfolg bei der zwölften von vierzehn Etappen aus dem Touareg stieg, wusste ich sicher, wir haben das Ding gewonnen."

Die Rallye Dakar hatte auch ihre Schattenseiten. Viele sind während der zermürbenden und aufreibenden Tour verunglückt oder auch an Erschöpfung gestorben. Dieses Mal gab es insgesamt drei Todesopfer, viele verletzten sich bei Unfällen, teilweise auch schwer. Aus den Reihen der Fahrer wurden kritische Stimmen laut, die die Rallye Dakar für zu schwer und gefährlich hielten. Manche machten ihrem Unmut über die teils harten Streckenabschnitte öffentlich Luft. Triumphator von Zitzewitz sieht den Schwierigkeitsgrad der Rallye nicht so kritisch. "Die Todesfälle waren sehr tragisch, so etwas ist wirklich schlimm, aber ich denke nicht, dass das an den harten Streckenabschnitten lag. Die Rallye war angemessen anspruchsvoll. Schließlich ist es auch das härteste Wüstenrennen der Welt. In Südamerika kamen die vielen verschiedenen Landschaftstypen erschwerend hinzu", sagte von Zitzewitz. "Da fährst du über eine Sanddüne rüber, um den nächsten Felsen herum und dann geht es schon in ein Flussbett mit scharfen Steinkanten. Das sind natürlich extreme Bedingungen, aber so soll es ja auch sein."

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Aus den Reihen der Naturschützer gibt es teils harte Kritik an der CO2-Ausstoß intensiven Veranstaltung. Der deutsche Co-Pilot hat dafür grundsätzlich Verständnis. Jede Form des Sport sei schließlich immer Luxus und prinzipiell nicht zwingend notwendig. Jeder habe aber das Recht, für sich rauszufinden, was er gerne machen möchte. "Wir können ja nicht alle Schach spielen."

Nun will sich der ehemalige Motorradprofi erst einmal ausruhen und mit der Familie entspannen. Er freue sich sehr auf seine Familie und auf eine kleine Motorradtour durch Libyen im März. "Ohne Handy in der Wüste kann man einfach am besten abschalten." Von Zitzewitz geht fest davon aus, nächstes Jahr wieder bei der Rallye an den Start zu gehen, auch wenn offiziell noch nichts entschieden worden sei. Er hoffe, dass sich an der gesamten Konstellation nichts ändert, denn schließlich sei das Team elementar für den Sieg gewesen. "Alle Faktoren müssen stimmen und so war es dieses Jahr. Es war eine große Gemeinschaftsleistung vom Team Volkswagen. Und natürlich hatte ich mit Giniel den besten Fahrer, der hier an den Start gegangen ist."

Finn Rütten

Wissenscommunity