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Fahrassistenten im Cockpit: Das Auto, das intelligenter ist als sein Fahrer

Keine Unfälle mehr auf den Straßen: Ein Mensch am Steuer schafft das nicht. Also sollen Fahrassistenten einspringen. Die Technik gibt es, doch bis zum autonomen Auto ist es noch ein langer Weg.

Von Gernot Kramper

Bis ein Roboterauto ganz allein den Verkehrt meistert, wird es noch Jahre dauern. Vorher werden Assistenzsysteme im Notfall eingreifen und Unfälle verhindern. Die Vision "Null Unfälle" ist kein Traum, sondern realisierbar - zumindest was die Technik betrifft.

Der Mensch ist das Problem

Ursprünglich versuchten Autohersteller, Unfallfolgen technisch zu mildern. Airbag, Sicherheitszelle und -gurte sind die Meilensteine der Entwicklung. Ein Unfall wurde nicht vermieden, doch die Chance stieg, ihn zu überleben. Hinzu kamen Verbesserungen an der technischen Basis, die dafür sorgten, dass das Fahrzeug auch in schwierigen Situationen unter Kontrolle bleibt.

Doch heute sind das größte Risiko keine technischen Defekte, das Problem sitzt meist vor dem Steuer: Es ist der Fahrer. Er fährt zu schnell, er passt nicht auf, er bremst nicht entschlossen genug oder er lenkt in die falsche Richtung. Wenn Unfallzahlen weiter sinken sollen, muss dem Menschen das Kommando im entscheidenden Moment entzogen werden.

Das Auto ohne Unfall

Der Zulieferer Bosch schätzt, dass es noch etwa zehn Jahre dauert, bis Autos selbstständig den Verkehr meistern, auch wenn es in Versuchsfahrzeugen schon heute funktioniert.

"Wir bewegen uns in einzelnen Schritten in diese Richtung", sagte Bosch-Manager Scott Winchip Anfangs des Jahres. "Treibende Kraft", sagt Gerhard Steiger, bei Bosch für den Geschäftsbereich Chassis Systems Control zuständig, "ist die Vision Zero - also Null Unfälle: Idealerweise soll gar kein Unfall geschehen."

Wichtigste Bausteine für unfallfreie Fahrzeuge sind zwei Assistenzsysteme, die heute bereits in Serienfahrzeugen eingebaut werden: der Abstands- und der Parkassistent. Beim Parken können Autos schon heute ohne fremde Hilfe eine Lücke erkennen und den Wagen selbstständig hineinbewegen. Abstand und Lenkeinschlag werden vom Computer gemanagt. Das geschieht nicht nur in Autos der Luxusklasse, sondern auch in einem Volkswagen.

Ein Abstandsassistent überwacht per Radar die Fahrbahn vor dem eigenen Wagen. Nähert man sich dem Vorgänger zu sehr, reduziert das System die Geschwindigkeit – zur Not bis zur Vollbremsung. Wenn Lenkung, Bremsen und Überwachung des Verkehrs verknüpft werden, könnte das Fahrzeug selbstständig den Unfall vermeiden. Bis zu aktiven Ausweichmanövern der Elektronik wird es allerdings noch dauern. Bevor so ein System in Betrieb gehen kann, muss sichergestellt sein, dass es auch in chaotischen Situationen funktioniert und nicht mehr Schaden anrichtet, als es verhindert.

Zuerst kommt der Fußgängerschutz

Bis es soweit ist, werden einfachere Assistenten den Verkehr sicherer machen, etwa beim Fußgängerschutz. Zulieferer und Autohersteller erwarten deutlich weniger Karambolagen mit so ausgerüsteten Autos. Immerhin: "Mehr als 90 Prozent aller Unfälle werden vom Fahrer verursacht", erinnert Steiger. Aufmerksamkeitsdefizite am Steuer soll ab nächstem Jahr eine Stereo-Videokamera ausgleichen, die 50 Meter weit räumlich sehen kann. Sie ermöglicht erstmals mit nur einem einzigen Sensor eine automatische Notbremsung - etwa, wenn spielende Kinder plötzlich über die Straße laufen. Einem Menschen ist der Assistent weit überlegen. Er benötigt keine Reaktionszeit und bremst - wenn notwendig - sofort mit voller Kraft.

In zehn Jahren zum Ziel

Der deutsche Zulieferer Bosch hat den eigenen Fahrplan zur aktiven Sicherheit bekannt gegeben, andere Firmen haben ähnliche Ziele. Schon 2014 soll ein erweiterter Parkassistent in Serie gehen, der das Auto auch per Smartphone in enge Garagen manövrieren lässt. Der nächste Schritt: Über eine Rundum-Videosensorik wird sich das Auto seinen Platz in Parkhäusern selbst suchen können. So etwas verhindert zwar nur Blechschäden, gilt aber als Meilenstein auf dem Weg zum selbstlenkenden Auto. Im Jahr 2015 steht ein Stauassistent bei Bosch auf der Agenda, der das Fahrzeug bei zähflüssigem Verkehr nicht nur auf Abstand zum Vordermann, sondern bis 50 km/h auch in der Spur hält. Daraus soll ein Staupilot werden, der auch den Spurwechsel automatisiert.

Volles Kommando bei höheren Geschwindigkeiten gibt es beim "Highway-Pilot", den Bosch bis zum Ende des Jahrzehnts erwartet: Der ermöglicht autonomes Fahren auf der Autobahn von der Auffahrt bis zur Ausfahrt. Selbstverständlich ohne Drängeln, ohne Lichthupe und ohne Auffahrunfälle.

Trotzdem wird es noch ein paar weitere Jahre dauern, bis Zulieferer und Hersteller ihrer Elektronik zutrauen, auch den chaotischen Stadtverkehr zu meistern. Doch schon auf dem Weg dorthin werden Autos mit den neuen Systemen immer mehr Unfälle vermeiden.

Das sind nicht nur gute Nachrichten für Autofahrer. Eine Notbremsfunktion verhindert nicht nur Auffahrunfälle: Auch für Radfahrer und Fußgänger wird die Straße dann viel sicherer.

mit Agenturen

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.