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Stiftung Warentest prüft Fernbuslinien: Günstig, freundlich und komfortabel

Jetzt ist es amtlich: Busreisen sind nicht nur billig, sie bieten auch Qualität. Selbst die pingeligen Prüfer der Stiftung Warentest fanden kaum etwas auszusetzen.

Von Gernot Kramper

Seit Januar dürfen Fernbusse quer durch Deutschland rollen. Ein Liniennetz existiert bereits, auch wenn es noch Löcher hat, und immer mehr Anbieter drängen auf den Markt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie niedrige Preise und eine ausgezeichnete Leistung versprechen. Über die Preise kann sich jeder Interessierte im Netz erkundigen, bei der Qualität ist das nicht so leicht. Busreisen haben nicht das beste Image. Mancher fürchtet, auf der Tour mit einer Gruppe Biertrinker in einen alten Gammelbus gezwängt zu werden.

Diese Ängste sind unbegründet, beruhigt die Stiftung Warentest. Ihre Prüfer haben sich inkognito bei sechs Buslinien an Bord geschlichen und kaum etwas zu Kritisieren gefunden.

Das Netz der Fernbusse in der Übersicht

Der Preis stimmt

Wie zu erwarten schlägt der Bus die Bahn beim Preis um Längen. Die Tester verglichen die normalen Preise eines ICE-Tickets mit den Standardpreisen der Buslinien. Demnach verlangt die Bahn in etwa den dreifachen Preis wie ein Bus. Sonderangebote sind im Vergleich nicht berücksichtigt. Wer sparen will oder sparen muss findet derzeit eine Unmenge von Sonderangeboten beim Bus - der Unterschied zur Bahn fällt dann noch größer aus. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Welle mit Kennenlernpreisen von nur einem Euro irgendwann verebbt.

Bei der Fahrzeit geht dem Bus dagegen die Puste aus. Mit den 300 km/h eines ICE kann er nicht mithalten. Im Mittel schafft die Bahn die Strecke in der Hälfte der Zeit. Nur wenn es keine durchgängige ICE-Verbindung zwischen Start und Ziel gibt, kann der Bus aufholen. Im Busfahrplan sind Puffer für Verkehrsbehinderungen eingeplant. Alle Probefahrten mit Tester an Bord kamen daher pünktlich an. Darauf sollte man sich nicht unbedingt verlassen, warnen die Warentester. Besondere Stausituationen könnten durchaus zu Verspätungen führen.

Bequeme Sitze

Auch das Sitzen war ein Vergnügen. Die Sitze und der Abstand zum Vordermann waren selbst für große Reisende angenehm. Positiv wurde vermerkt, dass beim Bus anders als bei der Bahn keine Reservierungsgebühr für den Platz bezahlt werden muss. Weil die Busse nie voll belegt waren, saßen die Prüfer besonders bequem. Auf Besonderheiten wie Konferenztische muss der Reisende allerdings verzichten. Die WCs entsprechen nicht dem Standard der Bahn, im Bus ist das Örtchen deutlich beengter. Auch die Versorgung mit Getränken und Lebensmitteln ist eingeschränkt. City2city und Deutsche Touring verkaufen gar keine Getränke. Aber wenn es etwas gab, freuten sich die Warentester über moderate Preise. Softgetränke kosteten zwischen einem und zwei Euro, "Kaffee satt" auf der Tour gab es für 1,50 Euro.

Das Personal war überwiegend freundlich, nur einmal bemerkten die Prüfer eine muffigen Busfahrer, der einen Gast mit den Wort "Das ist hier kein Restaurant" zusammenstauchte, als der sein Brötchen auspacken wollte.

Unbesorgt einsteigen

Die lange Fahrzeit wird durch kostenfreies WLAN verkürzt. Das bieten alle Linien im Test außer "Berlin Linien Bus" - aber auch dort werden die Busse bereits umgerüstet. Soweit ist die Bahn noch lange nicht. Die Fernbuslinien ähneln sich in Service und Komfort sehr, große Abweichungen fanden die Tester nicht.

Die Bahn präsentiert sich gern als besonders umweltverträgliches Verkehrsmittel. Besonders ärgerlich für die Bahn ist die Umweltbilanz der Reisebusse. Die Tester erinnerten an eine Studie des Umweltbundesamts von 2010: Dabei schnitt der Reisebus mit Abstand am besten ab, vor allem bei der Abgabe von Treibhausgasen lag er deutlich vor der Bahn.

Das positive Urteil der Warentester dürfte die Busbranche freuen. Wer die längeren Fahrzeiten akzeptiert, kann beruhigt einsteigen.

Den kompletten Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.