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Tokio Motor Show: Vollgas nach dem Jahr der Katastrophen

Die japanische Autoindustrie wurde von einer Katastrophen-Serie schwer getroffen. Doch untergegangen ist sie nicht. Im Gegenteil: Auf der Tokio Motor Show kann man zuschauen, wie die Industrie des Gastgeberlandes wieder Gas gibt.

Von Frank Janßen, Tokio

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn fand leise Töne der Anteilnahme: "Ich habe größten Respekt für die Kraft und die Solidarität der Japaner während des Desasters im vergangenen Frühling", sagte er während einer kurzen Ansprache auf der Tokio Motor Show. "Die Geschwindigkeit, mit der die Produktion sich erholt hat, zeigt die Stärke dieser stolzen Industrienation." Das Lob kommt nicht von Ungefähr: VW profitiert von der starken japanischen Währung. Jeder in Japan verkaufte Wagen aus dem VW-Konzern spült mehr Geld nach Niedersachsen.

Mag sein, dass auch der Streit mit dem Noch-Partner Suzuki Winterkorn dazu bewogen hat, besonders freundlich zu klingen, um nicht noch mehr Zorn auf Volkswagen zu lenken. Doch das Wohlwollen des Chefs aus Wolfsburg war durchaus glaubhaft. Die japanische Autobranche rappelt sich sichtbar wieder auf. Sie ist allerdings nicht mehr so unbeschwert wie zuvor. Die Tokio Motor Show war bekannt für ihre spaßigen, intelligenten und manchmal sogar durchgeknallten Studien. Im Vergleich dazu geben sich die gastgebenden Hersteller auf der Messe 2011, die am kommenden Wochenende für das Publikum geöffnet wird, bodenständiger: Die Studien zeigen eine größere Nähe zur Serie; kleine, sparsame und umweltfreundliche Modelle stehen im Vordergrund.

Honda zeigt auf seinem gigantischen Stand mit 3150 Quadratmetern Fläche beispielsweise einen Elektroflitzer für junge Leute; außerdem erneuert der größte Motorenbauer der Welt, dessen Palette vom Außenborder bis zum Rasenmäher reicht, seine Minicars, das "härteste Segment im Heimatmarkt", wie Präsident Takanobu Ito sagte. Es ist offenbar nicht die Art der Japaner, lange zu lamentieren. Hondas Antwort auf den nuklearen Gau: Die Fabriken werden nach und nach mit Solarkraftwerken ausgestattet.

Toyota, mit mehr als 40 Prozent Marktanteil der größte heimische Autobauer, zeigt ebenfalls den Weg in die Zukunft: Freilich macht auch Präsident Akio Toyoda keinen Hehl aus seiner Erschütterung: "Es gibt immer noch Menschen in den betroffenen Gebieten, die jeden Tag ohne Hoffnung für die Zukunft erleben." Doch für Resignation ist bei ihm keine Zeit. Am Ende seiner Präsentation wird er lauter und emotionaler als erwartet. Wie bei einer Wahlkampfrede reißt er die Zuhörer mit: "Wir werden uns weder aus der Tsunami-Region noch aus Thailand zurückziehen", ruft er dem Publikum zu, "Wir werden niemals aufgeben".

Die Reaktion des offenbar verdatterten Publikums kommt zunächst verzögert, aber dann umso heftiger: tosender Beifall. Dieser Auftritt entsprach überhaupt nicht dem Klischee vom zurückhaltenden Japaner. In einer kleinen Runde gab Toyoda am Rande der Tokio Motor Show später Auskunft über seinen Innenleben: "Ich liebe Autos. Aus meiner Arbeit schöpfe ich viel Kraft. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch." Trotz allem.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.