HOME

OS X El Capitan: Die sieben coolsten Features im neuen Mac-Betriebssystem

Apple motzt die Macs auf: Am Mittwoch erscheint das neue Betriebssystem OS X El Capitan. Wir haben die Software bereits ausprobiert und stellen die wichtigsten Neuerungen vor.

Apple stellt am 30. September das neue Betriebssystem OS X 10.11 zum Download bereit. Die neue Versionsnummer trägt den Namen El Capitan und ist benannt nach dem bekannten Felsvorsprung im kalifornischen Yosemite-Nationalpark. Die Software wird kostenlos für alle Mac-Nutzer bereitgestellt. Während Macs im vergangenen Jahr mit Version 10.11 (OS X Yosemite) einen Neuanstrich bekamen, gibt es diesmal viele Änderungen unter der Haube - darunter eine umfangreichere Spotlight-Suche, eine intuitivere Fenstersteuerung und eine höhere Grafikleistung. Wir stellen die wichtigsten Änderungen in El Capitan vor.

1. Spotlight

Im neuen iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS 9 wurde die Spotlight-Suche bereits deutlich aufgewertet, nun motzt Apple die systemweite Suche auf Macs auf. Die profitiert auf zwei Wegen: Zum einen werden nun deutlich mehr Quellen einbezogen - Spotlight hat nun auch das Internet entdeckt -, zum anderen ist die Suche an sich intelligenter. So versteht die Suche nun auch komplizierte Anfragen a la "Dokumente, die ich gestern bearbeitete habe".

Die neue Suche ist ein großer Schritt nach vorne - so richtig smart fühlt sich Spotlight dennoch nicht an. Nötig wäre eine zusätzliche, tiefgreifende Siri-Integration. Microsoft macht es besser, der Sprachassistent Cortana bereicht Windows 10 wirklich und ist nicht nur eine Spielerei. Zu was Assistenz-Software mittlerweile fähig ist, zeigte Google gestern eindrucksvoll bei der Präsentation der neuen Nexus-Smartphones: Die Geräte können selbstständig den Bildschirm analysieren und dazu passende  Informationen abrufen. Wird in einer Nachricht etwa ein Film für den Kinobesuch am Wochenende erwähnt, kann man mit nur einem Tap weitere Daten zum Film abrufen. Hier gibt es für Apple noch einiges zu tun.

2. Neue Schriftart

Willkommen in San Francisco! In El Capitan führt Apple die neue, systemweite Schriftart namens "San Francisco" ein. Apple-Fans kennen die bereits länger: Ihre Premiere feierte sie auf der Apple Watch, mit iOS 9 hielt sie auch auf iPhones und iPads Einzug. Den meisten Nutzern wird der Wechsel vermutlich gar nicht nicht auffallen, doch auf Geräten mit kleineren Bildschirm oder extrem scharfen Retina-Displays sind einzelne Buchstaben besser lesbar.

3. Notizen

Die wohl größte Änderung findet man bei der hauseigenen Notizen-App. Sie arbeitet nun mit deutlich mehr Dateitypen. So kann man jetzt PDFs, Bilder und Dokumente sowie die eigenen Standortdaten oder Kontakte direkt via Drag and Drop hinzufügen. Zudem lassen sich ToDo-Listen jetzt leichter erstellen. Um die neuen Funktionen nutzen zu können, benötigt man aber einen iCloud-Account. Dann hat man aber den Vorteil, dass sich die Notizen auf dem Mac und dem iPhone oder iPad automatisch miteinander synchronisieren.

4. Fotos

Im vergangenen Jahr wurde unter OS X Yosemite die neue Fotos-App eingeführt. Wirklich zufriedenstellend war sie nicht, nun bessert Apple an einigen Stellen nach. Dennoch: An die populäre Aperture-App kommt der neue Fotos-Dienst nicht heran, vor allem bei größeren Datenmengen gibt es hin und wieder Probleme. Apple verspricht in diesem Punkt mit El Capitan Besserung. Fotos wird außerdem nun ein Stück weit für externe Entwickler geöffnet, sodass diese Erweiterungen bereitstellen können.

5. Mail

In Apples E-Mail-Client haben sich nur Kleinigkeiten geändert. So kann man mit kompatiblen Touchpads nun neue Gesten ausführen. Ein Wisch von links nach rechts öffnet einen "Markiere als Gelesen/Ungelesen"-Button, ein Wisch von rechts nach links bringt einen "Papierkorb"-Button zum Vorschein. Auf dem iPhone sind die Gesten wirklich sinnvoll, auf dem Mac bringt das nur etwas mehr Bequemlichkeit - immerhin gibt es die Buttons bereits am oberen Fensterrand. Ansonsten gibt es einige optische Anpassungen: Dank einer neuen Tab-Ansicht kann man mehrere Mails parallel schreiben. Kontaktdaten in eingehenden Nachrichten erkennt das Programm nun selbstständig, sodass man sie mit einem Klick direkt ins Adressbuch hinzufügen kann. Das alles löst keinen Wow-Effekt aus, ist aber in der einen oder anderen Alltagssituation praktisch.

6. Splitscreen-Funktion

Windows kann es schon längst, nun spendiert auch Apple seinem Betriebssystem eine Splitscreen-Funktion. Damit lassen sich zwei Apps parallel im Vollbildmodus nebeneinander anzeigen, etwa die Foto- und die Mail-Anwendung. Um den Splitscreen-Modus zu starten, muss man die Fenster zunächst ins Vollbildformat schicken. Man gewöhnt sich zwar schnell an die Neuerung - ganz so intuitiv wie im Windows-Universum ist die Mac-Lösung aber noch nicht.

7. Metal

Metal ist eine weitere Neuerung, die aus iOS entliehen wurde. Die 3D-Grafik-Schnittstelle kommt mit OS X El Capitan erstmals auf Macs zum Einsatz. Damit sollen nicht nur flottere Spiele möglich sein, sondern auch Profi-Anwendungen wie Bildbearbeitungs-Tools oder Videoschnitt-Programme profitieren. Laut Apple wird Metal auf allen Macs unterstützt, die seit 2012 eingeführt wurden. Der Konzern verspricht einen enormen Performance-Boost: Apps sollen 1,4 Mal schneller starten, PDF-Vorschauen sollen sich sogar bis zu viermal schneller öffnen. Wer allerdings auf eine längere Akkulaufzeit gehofft hat, dürfte enttäuscht sein. Der Mac hält genauso lange durch wie vorher.