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Samsung Galaxy Tab S im Test: Schärfer als das iPad - aber auch besser?

Dünner, schärfer und leichter: Mit seiner neuen Tablet-Serie Galaxy Tab S bläst Samsung zum Angriff auf den Erzrivalen Apple. Was die neuen Flachmänner taugen, sagt unser Test.

Von Christoph Fröhlich

Das iPad ist immer noch der König unter den Tablets. 27 Prozent aller Flachmänner stammen von Apple, Samsung ist mit 17,2 Prozent Marktanteil aber noch weit abgeschlagen. Das soll sich nun ändern: Mit viel Spektakel hat Samsung im Juni die beiden neuen Galaxy-Tab-S-Modelle in New York vorgestellt. Die Präsentation fand im Madison Square Garden statt, der wohl berühmtesten Arena der Welt - eine klare Kampfansage an Apple. Das Galaxy Tab S kommt in zwei Varianten, mit 8,4 und 10,5 Zoll Bildschirmdiagonale. Wir haben beide Modelle getestet.

Der Pixelkönig

Bei den Tab-S-Modellen setzt Samsung voll und ganz auf den superscharfen AMOLED-Screen. Schon beim ersten Einschalten bekommt man auf dem kunterbunten Sperrbildschirm die ganze Farbpracht des Tab S zu sehen. Laut Samsung können die Tablets einen 20 Prozent größeren Farbraum darstellen als die Konkurrenz. Der Bildschirm unserer beiden Testgeräte weist keinen Farbstich auf. Die Auflösung beträgt 2560 x 1600 Bildpunkte, die Pixeldichte liegt bei 359 ppi (pixel per inch). Ein Spitzenwert! Vor allem Fotografen und Filmfans werden am Tab S ihre Freude haben.

Das kleine Galaxy Tab S misst 126 x 213 x 6,6 Millimeter - damit ist es eines der kompaktesten Tablets am Markt. Mit 294 Gramm ist es zudem leichter als das iPad Mini mit Retina-Display. Allerdings besteht das Apple-Tablet aus hochwertigem Aluminium, während Samsung auf Kunststoff setzt. Und der Golfball-Look auf der Rückseite dürfte nicht jedermanns Geschmack sein. An der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern, das Tab S wirkt stabil und die Knöpfe sitzen fest. Das kleinere Tab S ist für die Nutzung im Hochformat optimiert worden, das große Modell sollte im Querformat gehalten werden.

Die hierzulande erhältliche Version des Tab S hat 16 Gigabyte, die vorinstallierte Software belegt knapp fünf Gigabyte. Dank microSD-Slot lässt sich der knapp bemessene Speicher um bis zu 128 Gigabyte erweitern - damit dürften selbst Serienjunkies einen zweiwöchigen Urlaub ohne Entzugserscheinungen durchstehen. Bei der Rechenpower liegt das Galaxy Tab S laut einiger Benchmarks auf Augenhöhe mit dem iPad Air, was insofern enttäuschend ist, da Samsung im Tab S einen Achtkernprozessor verbaut. Zudem ruckelten einige 3D-Games (etwa "Riptide GP2") in unserem Test. Auch beim Starten hatte das iPad Mini Retina immer die Nase vorn. Möglich, dass hier ein Update demnächst Abhilfe schafft.

Bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit

Die Rückkamera knipst Bilder mit acht Megapixeln im 4:3-Verhältnis, im 16:9-Modus stehen noch sechs Megapixel zur Verfügung. Ein optischer Bildstabilisator fehlt allerdings. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen gut, bei schlechten Lichtbedingungen allerdings nur Mittelmaß. Auch der Blitz rettet dann nicht mehr viel.

Je nach Nutzungsintensität hält der Akku (4900 mAh Kapazität) zwischen neun und zwölf Stunden - genug für die gesamte "Herr der Ringe"-Trilogie. Das Aufladen dauert allerdings zu lange: Erst nach knapp fünf Stunden war unser Ladebalken wieder auf 100 Prozent.

Ein Feature des Galaxy S5 hat es auch in das Tab S geschafft: der Fingerabdruckscanner. Er steckt im Home-Button und funktioniert recht zuverlässig. Praktisch ist der Scanner, wenn sich mehrere Nutzer ein Tablet teilen. Bei Apples iPads sucht man das vom iPhone 5S bekannte Feature bislang vergebens.

Fazit: Samsungs Tablet-Highlights

Die beiden Tab-S-Modelle sind die besten Android-Tablets. Der Bildschirm ist brillant und die Geräte sind extrem dünn und leicht. Mit unter 300 Gramm fällt das 8.4 in der Tasche kaum noch auf. Uns hat im Test das kleinere Modell besser gefallen, denn es lässt sich bequem mit einer Hand halten, zudem ist das Hochformat für viele Anwendungen wie etwa den Browser praktischer.

Mit 399 Euro für die Wifi- und 499 Euro für die LTE-Variante ist Samsungs 8,4-Zoll-Tablet allerdings nicht billiger als das iPad Mini. Wer Wert auf edles Design und das iOS-Betriebssystem legt, sollte zum Apfel greifen. Wer dagegen ein größeres Display und das geringe Gewicht bevorzugt, sollte zum Tab S greifen. Ansonsten nehmen sich die Tablets nicht viel.