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Deutscher Computerspielepreis: Preisgekrönt und politisch korrekt

Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises wurde das Klimawandel-Adventure "A New Beginning" gleich zweimal ausgezeichnet. Für internationale Produktionen gibt es den "Lara-Award", der an verschiedene erfolgreiche Fortsetzungen ging.

Computerspiele zum Thema Energie und Klimawandel sind die Gewinner des diesjährigen Deutschen Computerspielpreises. Das Adventure-Spiel "A New Beginning", in dem es darum geht, die Welt mit erneuerbaren Energien vor der Klimakatastrophe zu retten, gewann bei der Verleihung bei der "Munich Gaming" in München in gleich zwei Kategorien. Es wurde sowohl zum besten deutschen Spiel als auch zum besten Jugendspiel erklärt.

"Ohne pädagogischen Zeigefinger wird der Spieler mit den großen Zukunftsherausforderungen im Hinblick auf das Thema Energie konfrontiert und bestens unterhalten", urteilte die Jury. Die Entwickler aus Hamburg und Planegg bei München bekommen ein Preisgeld von insgesamt 125.000 Euro.

Als "Bestes Serious Game" wurde ebenfalls ein Spiel zum Thema Energie ausgezeichnet: Das Strategiespiel "Energetika", in dem der Spieler in einem fiktiven Zukunftsstaat unter anderem forschen und Kraftwerke bauen muss, erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Preis.

Die Auszeichnung in der Kategorie "Bestes Kinderspiel" (mit 75 000 Euro dotiert) ging an "The Kore Gang", ein Jump'n'Run, das nach Einschätzung der Jury vor allem Humor beweist. Als "Bestes Mobiles Spiel" wurde das Weltraum-Spiel "Galaxy on Fire 2" ausgezeichnet (50.000 Euro), der mit ebenfalls 50.000 Euro dotierte Preis in der Sparte "Bestes Browsergame" ging an "Die Siedler Online". Als Sieger aus einem Schüler- und Studentenwettbewerb ging das skurrile "Tiny & Big - Grandpa's Leftovers" hervor.

"Computerspiele sind ein Leitmedium der jungen Generation", sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Computerspiele seien inzwischen "eine beachtenswerte Kunstform des digitalen Zeitalters".

Der Deutsche Computerspielpreis wird seit 2009 verliehen. Er wurde vom Deutschen Bundestag initiiert, um pädagogisch wertvolle Spiele von deutschen Entwicklern und Herstellern zu fördern. Kritiker bemängeln an der Auszeichnung allerdings, die Jury nehme Computerspiele als Unterhaltungsmedien für Erwachsene nicht ernst und zwinge den Spielen einen Erziehungscharakter auf.

Zusammengelegt mit dem Lara-Award

Zum ersten Mal wurde der mit insgesamt 385 000 Euro dotierte Preis in diesem Jahr gemeinsam mit dem undotierten Branchenpreis "Lara-Award" vergeben, mit dem internationale Spiele ausgezeichnet werden und bei dem stern.de in der Jury sitzt. Der Preis für das beste internationale Spiel ging an "Star Craft II: Wings of Liberty", der für das beste Konsolenspiel an "Assassin's Creed: Brotherhood" und der für das beste mobile Spiel an "World of Goo".

san/DPA / DPA