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Geheimagent Netflix und Apple könnten neuen Bond-Film kaufen - für einen "wahnsinnigen" Preis

James Bond (Daniel Craig) bekommt es in "Keine Zeit zu sterben" mit einem besonderen Widersacher zu tun.
James Bond (Daniel Craig) bekommt es in "Keine Zeit zu sterben" mit einem besonderen Widersacher zu tun.
© Universal Pictures
Der neue James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" war der erste Blockbuster, der wegen Corona verschoben wurde. Nun kursieren Gerüchte, der Geheimagent könnte bald exklusiv auf Netflix oder Apple debütieren. Doch das Preisschild sei "wahnsinnig", so ein Insider.

Seit mehr als 50 Jahren rettet James Bond die Welt. Der Geheimagent im Dienste Ihrer Majestät hat bereits spielsüchtige Terroristen, manipulative Frauen und Männer mit Hang zum Größenwahn überlistet. Doch gegen das Coronavirus scheint selbst ein Improvisationstalent wie Bond machtlos zu sein: Das 25. Abenteuer mit dem Titel "Keine Zeit zu sterben" (Original "No Time To Die") des Geheimagenten 007 wird wieder und wieder verschoben.

Ursprünglich sollte "Keine Zeit zu sterben" am 2. April 2020 starten, dann wurde der Film aufgrund der Corona-Pandemie auf den 25. November verschoben. Dieser Termin war ebenfalls nicht zu halten, derzeit visiert man den April 2021 an - also ein Jahr nach dem ursprünglichen Start. Allein durch die verschobenen Filmstarts soll MGM, das Studio hinter dem Film, schätzungsweise 30 bis 50 Millionen US-Dollar verloren haben.

Kostet der neue Bond 600 Millionen Dollar?

Nun kursieren diverse Medienberichte, dass sich Netflix und Apple die Exklusiv-Rechte am neuen Bond-Abenteuer für ihre Streamingdienste sichern wollen. Der Schritt an sich ist nicht verwunderlich: Andere Studios wie Paramount und Sony haben mit dem Verkauf von Filmen wie "Greyhound", "Coming 2 America" und "Without Remorse" an Streaming-Dienste bereits Millionen verdient, während der Kino-Sektor in Folge der Pandemie weiterhin große Probleme hat.

Bemerkenswert ist jedoch die Summe, über die im Zusammenhang mit dem neuen Bond-Streifen gesprochen wird: Mehreren Quellen zufolge verlange MGM 600 Millionen US-Dollar für "Keine Zeit zum Sterben" - ein Preis, der selbst Giganten wie Netflix und Apple zu hoch sein dürfte. Zumal die Summe lediglich die Rechte für ein Jahr sichern soll.

Der langjährige Filmkritiker und Drehbuchautor Drew McWeeny befeuerte das Gerücht auf Twitter. "Ich kann mich nicht mit der Vorstellung anfreunden, dass wir James Bond vielleicht auf Apple TV+ oder Netflix zuerst sehen werden", schrieb er. "Die Zahlen, die ich in den letzten Tagen gehört habe, sind WAHNSINNIG...". Das Apple-Portal "iMore" wiederum zitiert eine unbenannte Quelle, derzufolge "MGM den Film tatsächlich für Streaming-Plattformen angeboten hat und dass Apple als Spitzenreiter im Bieterkrieg gilt".

Cupertino benötigt hochkarätige Blockbuster, um seinem Streamingdienst Apple TV+ einen Schub zu verleihen: Der Konzern verfolgt eine andere Strategie als Netflix und will durch wenige, aber qualitativ hochwertige Inhalte begeistern. Zuletzt sicherte sich der Konzern etwa Sofia Coppolas "On the Rocks" mit Bill Murray und Rashida Jones in den Hauptrollen sowie die Musikdokumentation "Letter to You" von Bruce Springsteen. Doch für 600 Millionen US-Dollar müsste der Konzern eine Menge Abonnements abschließen, um die Kosten auch nur ansatzweise hereinzubekommen.

MGM steckt in Zwickmühle

Auch für MGM ist die Situation vertrackt: Wie das Medienportal "Deadline" berichtet, würde "No Time To Die" in einem normalen Kinomarkt locker die Einspielmarke von einer Milliarde Dollar oder mehr knacken. Nur ist auf absehbare Zeit nichts normal, vielmehr stecken Kinos in ihrer größten Krise seit Jahren. Viele Kinos sind nach wie vor geschlossen, und dort wo sie auf sind, haben sie große Probleme, die Menschen für mehrere Stunden in einen Saal zu locken.

Hinzu kommt: Die Produktionskosten des neuen James-Bond-Films liegen bei etwa 250 Millionen US-Dollar. Um diese Kosten hereinzubekommen, wurden einige Werbepartnerschaften in die Wege geleitet, darunter mit dem Autohersteller Land Rover, Omega-Uhren und der Biermarke Heineken. Diese Unternehmen dürften bei Unterzeichnung der Verträge davon ausgegangen sein, dass der Film auf die große Leinwand kommt - und dürften deshalb wenig begeistert von einem Streaming-Only-Start sein. Der Verkauf von "Coming 2 America" an Amazon hing zum Beispiel davon ab, ob die Werbepartner McDonald's und Crown Royal bei der Planänderung mit an Bord waren.

Offiziell kommentiert keiner der Konzerne die Verhandlungen. Apple und Netflix sind generell schmallippig, was ihre Pläne angeht. Und auch MGM beteuert, der Film stehe nicht zum Verkauf. "Die Veröffentlichung des Films wurde auf April 2021 verschoben, um das Kinoerlebnis für die Kinobesucher zu erhalten", sagte ein MGM-Sprecher gegenüber "Variety".

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