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WWDC Alles wird eins: Apple lässt die Grenzen zwischen seinen Geräten verschwinden

Apple-Chef Tim Cook hielöt sich bei der Eröffnungs-Keynote zur WWDC 2021 weitgehend zurück
Apple-Chef Tim Cook hielöt sich bei der Eröffnungs-Keynote zur WWDC 2021 weitgehend zurück
© Apple / PR
Auf seiner Entwicklermesse WWDC zeigt Apple, wo es mit iPhone und iPad hingeht. Für die Nutzer gibt es viele tolle Neuerungen. Und das immer mehr über alle Geräte hinweg.

Neue Memoji-Funktionen für iMessage, gemeinsames Fernsehen, ein neuer Browser und eine noch tiefere Integration zwischen iPhone, iPad und Mac: Auf seiner Entwickler-Messe WWDC hatte Apple jede Menge spannende Neuerung für Nutzer parat. Dabei fällt auf: Apple lässt die Geräte immer mehr miteinander verschmelzen.

Alles wird eins

Wer mehrere Apple-Geräte nutzt bekommt ein schieres Feuerwerk an neuen Features – und zwar quer durch das Portfolio. Noch nie wurden so viele neue Funktionen für alle Geräte gleichermaßen angekündigt. Ob neue Funktionen für den Videochat Facetime, der überarbeitete Browser Safari oder die mächtigere Notizen-App: Alle erscheinen gleichzeitig sowohl auf dem iPhone, als auch auf iPad und Mac. Und: Mit der weiter verbesserten Schnittstelle Continuity soll der Übergang zwischen den Geräten für die Nutzer noch nahtloser werden. Im Beispiel erkannte etwa der Mac automatisch das daneben stehende iPad, erlaubte es den Mauszeiger nahtlos auf das Tablet oder einen weiteren Mac zu ziehen und sogar die Apps auf dem iPad zu kontrollieren. Die eigentlich getrennten Geräte werden so quasi als eines nutzbar.

Das hat Apple heute gezeigt:

  • iOS 15
  • iPad OS 15
  • watchOS 8
  • macOS Monterey
  • Neue Features für AirPods
  • Neue Features für Home-Geräte

Das iPad holt auf

Dazu musste Apple auch einige Funktionen nachliefern, die bisher auf dem iPad gefehlt hatten. Während das iPhone schon letztes Jahr Widgets auf dem Homescreen erhielt und alle Apps in der App Library unterbringen konnte, ist es auf dem iPad erst dieses Jahr soweit. Dafür bekommt das iPad allerdings auch einige Funktionen spendiert, die es mehr in Richtung Mac rücken.

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Das verbesserte Multitasking macht das Wechseln zwischen Apps leichter, erlaubt nun auch mehrere Fenster derselben App gleichzeitig anzuzeigen. Dazu spendiert dem iPad zwei zusätzliche Homescreen-Menüs, die nur bei Bedarf aufpoppen. Und: Es lassen sich nun auch Apps direkt auf dem iPad entwickeln. Ob die Neuerungen ausreichen, um das iPad als echten Computerersatz nutzbar zu machen, wird erst ein Test des neuen Systems zeigen können.

Neue Gewohnheiten

Bei vielen der Neuerungen zieht Apple nun mit Features nach, die während der Pandemie in Drittanbieter-Apps beliebt wurden. Vor allem die Videotelefonie-App Facetime wird aufgewertet. Mit einer neuen Gruppenansicht sollen Anrufer mit mehr Teilnehmern übersichtlicher werden, der neue Porträtmodus erlaubt es,  den Hintergrund unscharf erscheinen zu lassen. Und mit dem Share Play genannten Feature kann man nun auch Musik, Serien oder ganze Apps Parallel mit Freunden nutzen. Dabei unterstützt Apple sogar Dienste von Drittanbietern.

Toll sind die neuen Benachrichtigungen. Dazu bohrt Apple den Nicht-Stören-Modus massiv auf. Die Nutzer können selbst Szenarien festlegen und diesen zuweisen, welche Notifications sie währenddessen erhalten wollen. Im Arbeits-Modus werden dann die privaten Gruppenchats unterdrückt, im Kino nur die Notfallnummern durchgestellt. Oder während der Meditation alles ausgeblendet. Toll: In Apples Chat-App iMessage bekommen auch die Gegenüber angezeigt, dass sie einen aktuell nicht erreichen.

Als roter Faden zieht sich auch die Privatsphäre durch die Keynote. Schon seit einigen Jahren profiliert sich Apple hier als Schützer seiner Nutzer, das wird nun konsequent ausgebaut: Apps und Webseiten bekommen noch weniger Informationen angezeigt, es wird nun sogar aufgelistet, wann sie auf welche Informationen zugreifen. So bekommen die Nutzer noch mehr Kontrolle, wem sie mit den eigenen Daten trauen wollen.

Gesundheit im Fokus

Der seit Jahren immer größere Fokus auf die Gesundheit darf natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen. So lassen sich AirPods nun als rudimentäre Hörhilfen nutzen, die automatisch Gespräche erkennen und bei Bedarf die Stimmen hervorheben. Zudem hat Apple einen Weg gefunden, den Gang von Menschen zu analysieren und bei Verschlechterungen im Laufe der Zeit auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Stürzen hinzuweisen. Stark: Dazu braucht man keine Apple Watch. Die Messung erfolgt auf dem iPhone.

Weiterhin lassen sich nun auch Cholesterin-Werte erfassen und die Gesundheitsdaten besser mit dem Arzt oder auch einer vertrauten Person teilen lassen. Natürlich unter besonderer Wahrung der Privatsphäre.

An einer Stelle hat der Schutz der weiter ausgebaute Fokus auf Privatsphäre sogar einen sehr praktischen Nutzen: Weil Anfragen an Siri immer mehr auf dem Gerät ausgewertet werden, statt über das Internet wandern zu müssen, werden nicht nur die Daten der Nutzer geschützt. Sondern Siri reagiert auch schlicht deutlich schneller als bisher.

Quelle:Apple Keynote


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