webreporter Jagd aufs Moorhuhn


Es macht süchtig. Es wird davor gewarnt. Dennoch wird es auf immer mehr Computer geladen und gnadenlos gejagt. Das Moorhuhn von

Es macht süchtig. Es wird davor gewarnt. Dennoch wird es auf immer mehr Computer geladen und gnadenlos gejagt. Das Moorhuhn von Johnnie Walker ist auf dem besten Wege, der erste Computer-Star des Jahres zu werden.

»Biedere Büro-Angestellte werden zu wilden Hühner-Rambos. ... Selbst im Deutschen Bundestag heißt es: zielen, klick und Schuss«, meldet die »Berliner Zeitung«. Von »exorbitanten Zugriffen« sprechen die Macher der Moorhuhnjagd-Seite.

Dabei geht es harmlos los: Vor saftig-grüner Hügellandschaft, vorbei an Windmühle und Burg, untermalt mit Vogelgezwitscher, kommt das Federvieh angeflogen. Doch dann muss es mit der linken Maustaste abgeknallt werden. Mit der rechten holt sich der Jäger neue Munition. Sieger ist, wer nach 90 Sekunden den höchsten Punktestand hat echte Champions schaffen mehr als 900 Treffer.

Ins Leben gerufen wurde das Ballerspiel von der Hamburger Agentur V+B für »Johnnie Walker« ursprünglich als Promotion-Tour für Kneipen. In Jagdkluft und mit Laptops im Gepäck klapperten Teams der Agentur im Herbst 1998 die Gasthäuser ab, um damit die Whisky-Marke bekannt zu machen. Doch ins Rollen kam die Moorhuhn-Lawine erst, als Hacker und danach ein Berliner Radiosender das Spiel kurzerhand ins Internet stellten. Die Agentur, die erst Monate später davon Wind bekam, entschloss sich zur Vorwärtsstrategie: Am 23. Dezember gab sie das Spiel über die offizielle Seite zum kostenlosen Download frei.

Seitdem verbreitet sich das Jagdfieber unaufhaltsam. Anwälte warnen gar schon vor Abmahnungen, die denjenigen drohen, die während der Arbeitszeit spielen.

Da hilft Dr. Griltanz weiter, der den im Teufelskreis der Moorhuhnsucht Gefangenen inzwischen seine Therapiekunst anbietet.


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