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Zukunft der Suchmaschinen: Wie wir morgen im Web suchen

Die Frage "Wie wird man Hüftgold los?" stellt heutige Suchmaschinen schon vor Probleme. Geht es aber nach Google und Co., werden wir uns in Zukunft mit einer Suchmaschine normal unterhalten können. Dank künstlicher Intelligenz gibt es keine schlagwortbasierten Ergebnisse mehr, sondern echte Antworten.

Von Arndt Ohler und Helene Laube

In Zukunft soll man sich mit intelligenten Suchmaschinen normal unterhalten können

In Zukunft soll man sich mit intelligenten Suchmaschinen normal unterhalten können

Mitarbeiter der Websuchmaschine Ask.com spielen regelmäßig. "Wir versuchen, eine Frage auf möglichst viele andere Arten zu umschreiben, und wer die obskurste Paraphrase findet, kriegt einen Einkaufsgutschein", sagt Ask-Manager Tomasz Imielinski. Kürzlich kamen sie auf über 1000 unterschiedliche Umschreibungen für die Frage "Wie wird man Hüftgold los?". "Dieses Experiment veranschaulicht, wie schwierig es für eine Suchmaschine ist, eine Anfrage so zu verstehen und zu interpretieren, wie ein Mensch das könnte", befindet der Suchexperte.

Das Problem treibt auch die Branchenriesen Google und Microsoft, Forschungs- und Firmeninitiativen wie Theseus aus Deutschland sowie ein Heer von Startups um. Im Mai soll die Suchmaschine Wolfram Alpha des britischen Mathematikers und Physikers Stephen Wolfram online gehen. Angeblich soll diese erheblich bessere Ergebnisse als Google liefern - und semantische Züge tragen.

Es geht um einen Evolutionssprung, der das Tor zum Web 3.0 aufstoßen kann. Die Hoffnung ruht auf Fortschritten in der Entwicklung semantischer Technologien und künstlicher Intelligenz. Mit deren Hilfe sollen die bislang eher plump agierenden Computer verstehen, was für Inhalte sie hin und her verschieben oder gespeichert haben. Erst dann werden Nutzer auf ihre Fragen tatsächlich Antworten erhalten und nicht nur eine mehr oder weniger passende Aufreihung von Weblinks.

"Eine Suchmaschine, mit der man sich normal unterhalten kann."

Gesucht wird so viel wie nie zuvor: Fast 96 Milliarden Anfragen weltweit tippten Nutzer allein im Februar laut Marktforscher Comscore in die Suchschlitze von Google und dessen Konkurrenten ein. Ein Jahr zuvor waren es 67 Milliarden. "Das Ziel wäre eine Suchmaschine, mit der man sich normal unterhalten kann und die dabei aus dem gesamten Wissen der Welt schöpfen kann", sagte Thomas Hofmann, technischer Direktor von Googles Suche in Europa. Der Weg bis dahin ist jedoch sehr weit. "Künstliche Intelligenz beschäftigt Forscher seit 30, 40 Jahren, lange bevor es Suchmaschinen gab", sagt Imielinski. Selbst wenn das Endziel nie erreicht werde, seien die Zwischenschritte bedeutsam: "Was auf dem Weg dahin bei den Entwicklungen der semantischen Suche herauskommt, wird auf jeden Fall viel besser sein, als was heute mit der rudimentären, schlagwortbasierten Suche möglich ist", so der Ask-Manager weiter.

Techniken, um Bilder und Videos zu deuten

Zwei der wichtigsten Stoßrichtungen bei Neuentwicklungen sind Systeme, um die Bedeutung von Wörtern und Texten zu erkennen, sowie Techniken, um Inhalte wie Bilder, Videos oder Musik zu deuten und damit leichter auffindbar zu machen. "Dies ist ein Trittstein für künstliche Intelligenz", sagte kürzlich Barney Pell, Mitgründer von Powerset. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Verständnis natürlicher Sprache und wurde 2008 von dem Softwarekonzern Microsoft gekauft.

Marktführer Google hat bereits erste semantische Anwendungen in seine Suche integriert. So schlagen die Computer des Konzerns bei der Eingabe von Anfragen gleich alternative Begriffe vor, die bessere Treffer liefern sollen. Zudem steckt der Konzern viel Geld in maschinelle Übersetzung. Nutzer, die auf Deutsch suchen, können dadurch etwa passende englische Inhalte automatisch übersetzt erhalten. Bislang funktionieren Übersetzungssysteme schlecht. Ein Problem ist, dass die Spezialprogramme Schwierigkeiten haben, den Sinn eines Textes zu erfassen.

Microsoft will Googles Dominanz aufbrechen

Durch den Zukauf von Powerset erwartet Microsoft, zumindest mittelfristig die Dominanz Googles aufbrechen zu können. So erwartet Pell, dass bereits in fünf Jahren die Eingabe bloßer Suchwörter keine große Rolle mehr spielen wird. Gerade dies ist Googles Paradedisziplin. Stattdessen sollen konkrete Fragen gestellt werden können. Dabei treibt die Unternehmen und Forscher nicht in erster Linie der wissenschaftliche Ehrgeiz: Es gilt, einen Teil des milliardenschweren Markt für suchwortbasierte Werbung zu erobern. Marktforscher von Emarketer prognostizieren, dass dieses Jahr knapp 25 Milliarden Dollar in Suchwortvermarktung fließen werden. 2012 sollen es bereits fast 40 Milliarden Dollar sein. Mit seinem Marktanteil von weltweit über 80 Prozent greift Google bisher den größten Teil davon ab.

Sollten Suchmaschinen künftig tatsächlich nur wenige Antworten auf die jeweils gestellten Fragen liefern, verringern sich zwar Möglichkeiten, wo Suchanzeigen platziert werden können. Aber die Suchmaschine, die auf die Frage "Wo kann man in Kalifornien am besten Ski laufen?" eine konkrete Antwort liefert, kann gegen eine Umsatzbeteiligung etwa Liftkarten, Flüge oder Hotelzimmer verkaufen.

FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.