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Nachhaltigkeit Mit diesen Apps landet weniger Essen in der Tonne

Mit den richtigen Tricks lässt sich viel Müll vermeiden
Mit den richtigen Tricks lässt sich viel Müll vermeiden
© Vesnaandjic / Getty Images
Ist der Einkauf zu groß ausgefallen? Oder der Hunger zu klein? In den Müll muss die Nahrung trotzdem nicht. Mit diesen Apps kann man seinen Teil dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Wir leben im Überfluss – auch beim Essen. Lebensmittelverschwendung ist weltweit ein massives Problem: Rund 1,3 Milliarden Tonnen Essen landen jedes Jahr im Müll. In Deutschland sind es demnach pro Kopf jährlich etwa 55 Kilogramm. Durch zu große Einkäufe sind Kühlschränke und Speisekammern voll – und viele Speisen werden nicht gegessen. Doch in den Mülleimer müssen sie trotzdem nicht. Mit diesen Apps kann man seinen Teil zu weniger Verschwendung beitragen.

Restaurant-Reste sind nicht für die Tonne

Als die Erfinder der App "Too Good To Go" bemerkten, dass in Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und Hotels teilweise einwandfreies Essen am Tagesende in den Abfall wandert, hatten sie eine Idee: Über die App findet man Restaurants in seiner Nähe, die übergebliebenes Essen zu billigeren Preisen anbieten – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Die Restaurants erlangen mehr Bekanntheit, der Konsument spart Geld, Zeit, und leistet einen Beitrag gegen Verschwendung. Bereits über 4500 Lokale, Restaurants und Bäckereien deutschlandweit sind dabei, darunter viele kleine, lokale Läden, die in der jetzigen Situation besondere Unterstützung brauchen. Die App ist im App Store und bei Google Play kostenlos erhältlich.

Die finnische App "ResQ Club" funktioniert ähnlich wie "Too Good To Go": Restaurants und Bäckereien bieten übergebliebenes Essen zu etwa der Hälfte des Normalpreises an, man zahlt per App und holt die Bestellung selbst ab. Bisher ist die App in Deutschland leider nur in Berlin verfügbar. Im App Store und bei Google Play kann man "ResQ Club" kostenlos herunterladen, auch eine Web-App ist erhältlich.

Ein schönes Heim für hässliche Lebensmittel

Das Start-up Sir Plus rettet Lebensmittel direkt da, wo sie ihren Ursprung haben: bei Herstellern, Produzenten, Logistikern und Großhändlern. Dort fallen große Mengen an Abfall an, zum Beispiel wenn Produkte kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen oder nicht der Norm entsprechen. Sir Plus vertreibt die geretteten Lebensmittel dann unter anderem in einem Onlineshop. Das Unternehmen bietet außerdem monatliche Abo-Boxen mit einer Mischung unterschiedlicher Produkte an, die direkt nach Hause gesendet werden. Die Boxen kosten zwischen rund 25 und 35 Euro – man spart bis zur Hälfte des Normalpreises.

Auch das Unternehmen Etepetete bietet Retterboxen an. Als die Erfinder merkten, dass ein großer Teil der Ernte aufgrund optischer Imperfektionen in den Müll wanderte oder auf dem Feld liegen blieb, entschlossen sie sich, diesen Produkten eine Chance zu geben. In ihren Gemüsekisten schicken sie teils extravagant aussehendes Obst und Gemüse direkt vom Feld zum Kunden nach Hause. Die verschiedenen Boxen kosten zwischen knapp 22 und 37 Euro und können auf der Website bestellt werden.

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© Markus Spiske / Unsplash

Zu gut für die Tonne

Auch die Regierung will mittlerweile gegensteuern. "Zu gut für die Tonne" ist eine kostenlose App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Sie enthält über 500 Rezepte und Tipps zur Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln. Ein Einkaufsplaner hilft beim Supermarktbesuch und unterstützt richtige Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf. Erhältlich ist die App im Google Play Store und im App Store. Auch auf der Website werden einige Tipps und Tricks zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen gegeben.

In der "Essen und Trinken"-App kann man Rezepte nach Zutaten aussuchen und so neue Ideen finden. Das macht nicht nur Spaß, sondern hilft auch dabei Lebensmittel zu verarbeiten, bevor sie ihren Zenit überschreiten. Außerdem zeigt die App, welche Produkte derzeit in Saison sind. Kostenlos sowohl im Google Play Store als auch im App Store erhältlich.

Der App "Plant Jammer" teilt man die Zutaten mit, die gerade im Kühlschrank liegen - und von denen man vielleicht sogar denkt, dass sie nicht zusammenpassen. Das Programm stellt dann ein paar Fragen, um die Vorlieben des Nutzers zu erfahren und zaubert anschließend ein individuelles und ausgewogenes Rezept. Die Grundversion der App ist ebenfalls kostenlos für iOS- und Android-Geräte verfügbar. Einige Funktionen sind allerdings kostenpflichtig.

Braucht ihr was?

Mit der App "Olio" kann man übergebliebenes Essen mit seinen Nachbarn teilen. Egal ob man zu viel gekauft oder gekocht hat oder einfach feststellt, dass einem etwas nicht schmeckt. Einfach einstellen, was übrig ist, Abholort vereinbaren und teilen. Man kann in der App übrigens auch überschüssige Artikel wie zum Beispiel Toilettenpapier abgeben. Die App gibt es im Google Play Store und in Apples App Store.

Auf der Internetplattform "foodsharing.de" wird überschüssiges Essen verteilt - aus Privathaushalten, Restaurants, Bäckereien, Kantinen, Cafés und Supermärkten. Das funktioniert auf mehrere unterschiedliche Wege: Es gibt Essenskörbe, Kühlschränke und sogenannte "Fair-Teiler", die von der >Foodsharing-Community auf der Online-Plattform organisiert werden.

Es geht auch ohne App

Lebensmittel-Abfälle kann man natürlich auch ohne App reduzieren, indem man einige Leitfäden befolgt. Derzeit gilt vor allem: Exzessive Hamsterkäufe vermeiden. Vorräte zuhause zu haben ist gut und notwendig, aber alles mit Maß. Schon beim Einkaufen empfiehlt es sich, die Einkäufe so gut wie möglich vorzuplanen, nicht hungrig einkaufen zu gehen, XXL-Packungen oder "drei für zwei"-Aktionen zu vermeiden, Mut zu hässlichem Obst und Gemüse zu haben und saisonal einzukaufen - denn diese Produkte halten meist länger.

Als Tipp für zu Hause: Essen, was essbar ist - oft schneiden wir bei Gemüse Teile ab, die durchaus essbar wären, wie zum Beispiel Brokkolistiele, Lauchwurzeln und alle möglichen Arten von Blättern. Häufig sind diese sogar der gesündere Teil. Auch das richtige Lagern der Lebensmittel ist wichtig: Salat bleibt länger frisch, wenn man ihn im Gemüsefach in ein feuchtes Tuch einwickelt, Äpfel halten sich an kühlen dunklen Orten länger. Viele Produkte kann man auch anderweitig verarbeiten: Aus schrumpligen Äpfeln wird Apfelmus und aus weichen Tomaten Tomatensoße, die man dann einfrieren kann.

mma SpotOnNews

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