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MWC 2019: Gleich fünf Kameras: Nokias neues Spitzen-Smartphone setzt auf Spinnenaugen

Auf dem Mobile World Congress setzt Nokia auf Superlative: Mit gleich fünf Zeiss-Kameras gleichzeitig fängt das Nokia 9 PureView Bilder ein und baut daraus ein einzelnes Foto. Auch sonst können sich die neuen Geräte der Finnen sehen lassen.

Das neue Nokia-Lineup: Das Nokia 4.2, Nokia 3.2, Nokia 9, Nokia 1 Plus und Nokia 210

Das neue Lineup: Das Nokia 4.2, Nokia 3.2, Nokia 9, Nokia 1 Plus und Nokia 210

Hersteller

Es fühlt sich ein bisschen an wie der Wettkampf auf dem Rasierklingenmarkt: War bis vor drei Jahren noch eine Kamera die Norm, verbauten erst alle zwei, mittlerweile sind mehrere Modelle mit drei Knipsen auf dem Markt. Nokia toppt nun aber alles: Gleich fünf Kameras "zieren" die Rückseite des auf dem Mobile World Congress vorgestellten Nokia 9 PureView. Doch es ist nicht die einzige Neuvorstellung.

Gut: Wie in den letzten Jahren verspricht HMD für die Nokia-Smartphones zwei Jahre Android-Updates, das aktuelle System ist bereits installiert. Das machen viele teurere Smartphones schlechter.

Nokia 9 PureView - das Spinnenauge

Obwohl HMD-Global bereits seit zwei Jahren wieder Nokia-Smartphones auf den Markt bringt, fehlte bisher ein echtes Spitzenmodell. Das Nokia 9 soll es nun endlich mit den Großen aufnehmen. Dazu arbeitet Nokia erneut mit den deutschen Linsen-Experten von Zeiss zusammen. Die Spinnenkamera schießt fünf Bilder gleichzeitig, zwei in Farbe und drei in Schwarz-Weiß. Dann werden sie vom Nokia 9 zu einem einzelnen 12-Megapixel-Foto zusammengesetzt. Nokia verspricht dadurch besonders hohe Farbtreue, viele Details und besonders scharfe Bilder. Ob die skurrile Kamera tatsächlich punkten kann, muss ein Test zeigen.

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Ohne die Kamera ist das Nokia 9 allerdings - gemessen an anderen Spitzen-Smartphones - nicht besonders aufregend. Das OLED-Display misst 5,99 Zoll, löst etwas höher als FullHD auf. Anders als bei der Konkurrenz gibt es recht breite Ränder oben und unten. Unterstützung für HDR10 ist an Bord. Als Prozessor ist der Snapdragon 845 verbaut. Das ist zwar der aktuell schnellste Prozessor, die ersten Geräte mit dem Nachfolger 855 wurden aber bereits angekündigt. Der Arbeitsspeicher liegt bei 6GB, für Daten gibt es 128 GB. Das entspricht den aktuellen Standards für Premium-Modelle. Bedenkt man aber, dass viele der Geräte schon länger auf dem Markt sind, kommt Nokia eigentlich zu spät. Dafür liegt der Preis von 649 Euro weit unter den Spitzenmodellen von Samsung, Apple und Co., die inzwischen routiniert die 1000-Euro-Marke knacken.

Das Nokia 3.2 kommt mit einem 6,26 Zoll großen Bildschirm, das vom Design quasi gleiche Nokia 4.2 bietet 5,71 Zoll

Das Nokia 3.2 kommt mit einem 6,26 Zoll großen Bildschirm, das vom Design quasi gleiche Nokia 4.2 bietet 5,71 Zoll

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Nokia 4.2: Die neue Mittelklasse

Beim Nokia 4.2 handelt es sich - anders als der Name vermuten lässt - nicht um eine Neuauflage, sondern um ein neues Modell, mit dem Nokia seine neue Mittelklasse einläutet. Im Gegensatz zum Nokia 9 hat man den Displayrand oben eingespart, die Kamera schaut durch eine Einkerbung. Am unteren Ende des 5,71-Zoll-Displays bleibt aber ein Rand, die Auflösung ist mit 1520 x 720 Bildpunkten nur mäßig. Der Prozessor Snapdragon 439 gehört in die untere Mittelklasse, je nach Modell sind 2 oder 3 GB RAM und 16 oder 32 GB Datenspeicher verbaut. Das ist mittlerweile recht wenig, immerhin lässt er sich per MicroSD-Karte auf bis zu 400 GB erweitern. Die Kamera kommt mit zwei Linsen aus, löst mit 13 MP auf. Zum Preis von 199 Euro ist das in Ordnung. 

+++ Lesen Sie auch unseren Test des Nokia 7 Plus: Schlank, schick günstig - So viel Premium steckt in Nokias Mittelklasse +++ 

Nokia 3.2: Günstige Alternative?

Anders als das 4.2 ist das Nokia 3.2 tatsächlich die zweite Neuauflage des vor zwei Jahren erstmals erschienen Nokia 3. Technisch liegt das Gerät ziemlich genau auf der Grenze zwischen Einsteiger-Geräten und Mittelklasse-Smartphones. Der Snapdragon 429 ist zwar nicht besonders potent, für den Alltag sollte der Vierkern-Prozessor aber locker ausreichen. Beim Speicher ist es identisch mit dem Nokia 4.2. Das Display ist mit 6,29 Zoll etwas größer, hier dürfte die niedrige Auflösung von 1520 x 720 noch mehr ins Auge springen. Geht man nach den Vorgängern, dürfte die 13-MP-Kamera höchstens für Schnappschüsse ausreichen. Nokia verspricht zwei Tage Akku-Laufzeit. Der Preis liegt bei 159 Euro.

Nokia 1 Plus: Die Billigvariante

Als ganz billige Einsteigervariante bietet Nokia noch das Nokia 1 Plus an, der Vorgänger Nokia 1 hatte sich vor allem in Entwicklungsländern Kunden gefunden. Mit einem günstigen Vierkernprozessor von Mediatek, 1 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Datenspeicher ohne echte Erweiterungsmöglichkeit ist das Nokia 1 Plus ein echtes Einsteiger-Gerät, den meisten Kunden dürfte das nicht ausreichen. Für 109 Euro kann man das aber auch nicht erwarten.

Nokia 210: Das Handy

Ein echtes Handy hat Nokia ebenfalls im Programm: Das Nokia 210 ist schlicht, stabil und kann wenig mehr als telefonieren und SMS. Dafür hält es aber ewig durch: Bis zu 20 Tage Standby verspricht HMD - das soll ein Smartphone erstmal schaffen. Und das für 35 Dollar. Wie sehr die 

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