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Versuchspanzer in Syrien: Terminator-2: Dieser Russen-Panzer soll für Assad die Städte freikämpfen

Russland zieht Lehren aus den Schlachten von Aleppo und Mossul und schickt den Terminator-2 nach Syrien. Er soll die Infanterie in die Städte begleiten. Die Feuerkraft des unkonventionelle Panzers ist einfach mörderisch.

Der Terminator-2 wurde für den Kampf im urbanen Gelände entwickelt. 

Der Terminator-2 wurde für den Kampf im urbanen Gelände entwickelt. 

Putin hat ein neues Geschenk für Assad nach Syrien geschickt: Bei dessen Besuch auf der Luftbasis Khmeimim erwartete den syrischen Machthaber ein neuartiger Panzer: der BMPT-72 mit dem markigen Beinamen Terminator-2. Von diesem Fahrzeug scheint in dieser Spezifikation nur ein einziges Exemplar zu existieren, das in Syrien getestet werden soll. Vorgestellt wurde der Teminator-2 bereits 2013 auf einer Rüstungsmesse - beim syrischen Modell soll es sich um eine verbesserte Version handeln.

Unterstützungspanzer ohne Kanone

BMPT bedeutet Panzerunterstützungsfahrzeug. Mit diesem Fahrzeugtyp zog Russland die Konsequenzen aus den Kriegen in Afghanistan und Tschetschenien. In diesen Kämpfen im unübersichtlichen Gelände, teils sogar in Städten, stießen die herkömmlichen Kampfpanzer schnell an ihre Grenzen. Sie waren für den großen Krieg NATO gegen Warschauer Pakt konzipiert. Hochbewegliche und schwer bewaffnete Panzergruppen sollten im offenen Gelände eine schnelle Entscheidung in gewaltigen Schlachten erzwingen. Als Begleitfahrzeug für die Infanterie im bebauten Gelände waren diese Schlachtenpanzer nicht zu gebrauchen.

Sicher ist sicher. An den Seiten ist weitere Reaktivpanzerung angebracht.

Sicher ist sicher. An den Seiten ist weitere Reaktivpanzerung angebracht.


Auf nahe Distanz waren sie extrem verwundbar. Der Gegner musste nicht ihre stark gepanzerte Front attackieren, sondern konnte sich auf die verletzlichen Stellen an Seiten und Heck konzentrieren. Der Turm mit der langen Bordkanone ist zudem so lang, dass er nur auf Hauptverkehrsstraßen und Kreuzungen frei gedreht werden kann. Überall muss die Besatzung damit rechnen, mit dem Rohr an Hindernissen hängen zu bleiben. Die meisten Kampfpanzer besitzen nicht einmal ein geschütztes, drehbares Maschinengewehr. In einer Gasse ist auch ein Panzer wie der Leopard II von hinten praktisch wehrlos.

Kleiner Turm mit extremer Feuerkraft

Als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelte Russland den BMPT, er hat einen kleineren Turm mit ganz anderer Bewaffnung als ein Kampfpanzer. Der Terminator-2 ist eine kostengünstige Exportvariante, die nun in wesentlichen Teilen verbessert wurde. Hauptunterschied ist, dass der Terminator-2 das alte Fahrgestell des T72 Panzers benutzt. Das soll ihm einen deutlichen Kostenvorteil geben. Diese Fahrgestelle sind weltweit in großer Zahl vorhanden und müssten nur gründlich aufgearbeitet werden.

Anstelle der gewaltigen 125-Millimeter-Kanone ist der neue Turm mit einem Mix verschiedener Waffen bestückt. Neben einem schweren Maschinengewehr, bilden zwei 30-Millimeter-Maschinenkanonen vom Typ 2A42 die Hautptwaffe des Terminator-2. Befestigte Stellungen, Infanterie und leicht gepanzerte Fahrzeuge können mit diesen Waffen ausgeschaltet werden. Für jede Kanone werden 850 Schuss Munition mitgeführt.

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M1A2 des 3. gepanzerten US-Kavallerieregiments in Tal Afar/Irak.

M1A2 des 3. gepanzerten US-Kavallerieregiments in Tal Afar/Irak.

Sondermodell für Syrien

Aber auch gegenüber Kampfpanzern ist der Terminator-2 nicht wehrlos. Am Turm führt er vier lasergeführte ATAKA Anti-Tank-Raketen mit sich. Der BMPT-1 führt 600 Granaten mit sich, die mit dem automatischen Granatwerfer AG-17 verschossen werden. Eine einfache und simple Waffe, die auf kurze und mittlere Entfernung eine gewaltige Feuerkraft entwickelt. Beim BMPT-2 wurden die Granatwerfer eigentlich gestrichen. Bei dem Modell in Syrien soll es sich aber um eine Sonderanfertigung handeln, bei der die zwei AG-17 wieder eingebaut wurden.

Kein Äquivalent in Deutschland

Das deutsche Heer besitzt kein vergleichbares Fahrzeug. Eine Zeitlang wurde überlegt, den Leopard 2 speziell für urbane Operationen umzurüsten - der Leopard 2 UrbOp kam jedoch nie über den Status eines Versuchsträgers hinaus. Die deutschen Schützenpanzer sind wesentlich leichter als die BMPT-Fahrzeuge, zudem sollen sie eine Gruppe von Schützen transportieren.

Im Vergleich zum Terminator-2 ist der deutsche Puma von der Bewaffnung her dann auch ein Leichtgewicht. Er verfügt über eine 30-Millimeter-Maschinenkanone mit 400 Schuss - der Terminator-2 führt 1700 mit sich. Dann gibt es noch ein leichtes MG und eine sogenannte Sprengkörperwurfanlage zur Abwehr von Infanterieangriffen in höchster Not. Er hat keine Panzerabwehrraketen und erst recht kein Äquivalent zu den automatischen Granatwerfern. 

Der neue Turm wird auf ein altes Chassis aufgesetzt.

Der neue Turm wird auf ein altes Chassis aufgesetzt.

Bau in großen Stückzahlen

Obwohl der Terminator-2 nur für den Export vorgesehen war, nimmt der russische Miltärexperte Dmitry Litovkin an, dass nach den Erfahrungen in Syrien die russische Armee den Begleitpanzer in großen Zahlen in Dienst stellen wird. Zu verlockend ist die Möglichkeit, für einen günstigen Preis ein Kampffahrzeug für den Städtekrieg anzuschaffen, das über eine so hohe Feuerkraft verfügt.


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