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Stapellauf von Typ 055: Dieser chinesische Zerstörer will die Welt das Fürchten lehren

Peking ließ das erste Schiff der 055-Klasse zu Wasser. Der Lenkwaffenzerstörer soll nicht mehr nur den Westen einholen, er soll die Spitze seiner Klasse sein. Chinas Nachbarn haben dem "Game Changer" nichts entgegenzusetzen.

Stapellauf in Shanghai: China enthüllt seinen Zerstörer der Zukunft

Peking baut das Militär mit Riesenschritten auf. Kaum eine Woche vergeht, in der China nicht für Schlagzeilen in den Militärportalen sorgt. Radar, Raketen, Flugzeuge - in allen Bereichen kündigt Peking Neuentwicklungen an. Nun wurde der erste von sechs Zerstörern der neuen Typ-055-Klasse mit einem Festakt zur Wasser gelassen. Der Marine und die modernisierte Luftwaffe sollen den chinesischen Anspruch auf das Südchinesische Meer untermauern und im Zweifel gegen die mächtige US-Navy verteidigen.

Nach dem Stapellauf des ersten in China gebauten Flugzeugträgers sowie dem Bau einer Mega-Factory für U-Boote ist der Stapellauf von Typ 055 der nächste Paukenschlag in diesem Jahr. Von der Größe her übertrifft das chinesische Modell die US-Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse, seine Rolle entspricht auch mehr den Kreuzern der Ticonderoga-Klasse - im zweiten Weltkrieg hätte man derartige Schiffe ohnehin schwere Kreuzer genannt.

Schnittzeichnung von Typ 55.

Schnittzeichnung von Typ 55.

Auf die Elektronik kommt es an 

Was Modell 055 wirklich leisten kann, weiß im Westen niemand. Die eigentlich entscheidenden Fähigkeiten liegen in der elektronischen Kriegsführung. Die USA und ihre Verbündeten arbeiten mit dem Aegis-Kampfsystem (Aegis Combat System). Das ist ein elektronisches Warn- und Feuerleitsystem. Beobachter nehmen an, dass Pekings Elektronik die bisherigen Systeme überflügeln soll. Ob dieses Ziel aber bei so einem komplexen System für einen vernetzten Datenaustausch verschiedener Waffen auch gelingt, ist fraglich, schließlich betritt China hier Neuland. Admiral Yin Zhuo sagte bereits im Jahr 2015, der Type 055 würde zum "Game Changer" im Seekrieg werden.

Kampf verbundener Waffensysteme

Genau darum ist dieser Zerstörer auch so wichtig. Russland und China präsentieren in den letzten Jahren eine Vielzahl von Waffen, deren beobachtbare Einzeldaten mehr als eindrucksvoll sind. Bisher hoffte man im Westen, dass es den potentiellen Gegnern nicht gelingen würde, ein Zusammenspiel der einzelnen Kräfte so zu organisieren, wie es die USA etwa mit dem Aegis-System können.

Gelingt dem Typ 055 dieses Kunststück, würde sich der vermeintliche Vorsprung des Westens als Illusion herausstellen. Die Zerstörer des Typs können als Kommandoschiff für eine Schlachtgruppe eingesetzt werden und sollen die chinesischen Flugzeugträger schützen. Sechs Stück sind bestellt. Chinesische Medien gehen davon aus, dass weitere vier geordert werden.

Einer der modularen Starter-Batterien

Einer der modularen Starter-Batterien

Die Chinesische Mauer im Meer

Schon im Äußeren ähnelt der Typ 055 mehr der hochmodernen USS Zumwalt als den älteren Modellen der US-Navy. Der chinesische Zerstörer verdrängt zwischen 10.000 und 12.000 Tonnen. Insgesamt soll er über 128 Abschussvorrichtungen für Raketen verfügen. Anders als die US-Schiffe ist der Typ 055 für ein begrenztes Einsatzspektrum optimiert und soll nicht alle denkbaren Missionen erfassen können. Seine Rolle wurde als Äquivalent zu Pekings Stealth-Kampflugzeug J-20 beschrieben.

Stapellauf in Shanghai: China enthüllt seinen Zerstörer der Zukunft

Im Kern ist 055 ein reiner War-Fighter - der gegen Flugzeuge und Schiffe eingesetzt werden wird. Dafür wurde 055 mit einem High-End-Radar-System ausgerüstet, vergleichbar dem, das die USA erstmals auf der USS Gerald R Ford installiert haben. Die Starter auf dem Schiff können mit den bekannten chinesischen Flugabwehrraketen ausgerüstet werden.

Anzunehmen ist, dass der Zerstörer auch die neuen, bis zu Mach 10 schnellen Raketenwaffen tragen wird, sobald sie einsatzfähig sind. Neben dem Abfangen von Flugzeugen dürfte 055 dann auch zur Raketenabwehr am Rande der Atmosphäre befähigt sein. Zusätzlich trägt das Schiff zwei Hubschrauber als Bewaffnung, eine Kanone im Kaliber von 130 Millimetern und 30-Millimeter-Machinenkanonen zur Abwehr auf kurze Distanz.

Erstes Ziel der chinesischen Marine sind nicht weltweite Einsätze, sondern der Aufbau der Chinesischen Mauer auch in der See. Gemeint ist damit eine Verteidigungslinie, die auch Inseln und Festlandstützpunkte beinhaltet, und die von keinem Gegner der Welt inklusive der US-Navy durchbrochen werden soll.

Die übermächtige US-Navy muss sich nicht vor einem oder auch vor sechs Schiffen fürchten. Aber sollte Peking auch bei anderen Projekten Vergleichbares gelingen, kommen schwere Zeiten auf Chinas Nachbarn zu - derartigen Schiffen können sie nichts entgegensetzen.

Billig ist er auch noch

Neben den Befürchtungen zu den Leistungen des Zerstörers, gibt es eine weitere Angst des Westens. Nämlich, dass das reiche China seine Rüstungsvorhaben weit kostenbewusster umsetzen kann als der Westen. Peking soll es gelungen sein, die geschätzten Kosten des Schiffs zu halbieren. 055 soll etwa 775 Millionen Euro gekostet haben. Das entspricht in etwa den Kosten der neuen Fregatte F125 der Bundeswehr - die Kampfkraft der Fregatte ist mit der von Typ 055 allerdings nicht zu vergleichen. Die USS Zumwalt hat weit über 4 Milliarden gekostet. 

Mit dem Typ 055 zeigt Peking, dass es nicht länger irgendwelchen westlichen Modellen hinterherhinkt, sondern aus eigener Kraft an der Spitze mitmischt. Zu vermuten ist, dass die nächsten chinesischen Flugzeugträger, die nicht mehr auf den alten UDSSR-Mustern basieren, ähnlich selbstbewusst auftreten werden. 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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