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Militärübung: Unglaubliche Aufnahmen - Drohne fliegt durch Raketenhagel

Die finnische Armee ließ die Hölle auf eine Lichtung niederregnen. 240 Raketen detonierten in wenigen Augenblicken, abgeschossen wurden sie aus einem Nachfolger der legendären "Stalinorgel" - ein Drohne filmte die Explosionen.

Die Finnische Armee hält eine Artillerie-Übung mit Raketenwerfen ab.

"Einer der besten Momente, die ich bei meinen Dreharbeiten erlebt habe", schrieb der Kameramann Samuli Haapla von den finnischen Streitkräften über diesen Film auf Twitter. Er hatte die Gelegenheit einen schweren Feuerüberfall von Salvengeschützen zu filmen.

Das geschah bei der Übung Pohjoinen 17 in Finnland, an der 4400 Soldaten aus Finnland, Norwegen und Schweden teilnahmen. Es gibt nur wenig Filmaufnahmen eines solchen Schlages. Vor Einführung der Kameradrohnen war es nur möglich, derartige Einsätze aus der Ferne zu drehen, sonst hätte man Ausrüstung und Kamerateam gefährdet. Haapla setzte eine DJI Phantom-Drohne ein und ging auf volles Risiko bei den Aufnahmen. Die Drohne flog in nur 40 Metern Höhe über dem Zielgebiet, rings um sie herum gingen 240 Feststoffraketen nieder. Das Video zeigt den Einsatz.

Die Finnische Armee hält eine Artillerie-Übung mit Raketenwerfen ab.

Oldies aus dem Kalten Krieg

Hier sind RM-70-Werfer im Einsatz. Auf den Transportfahrzeugen sind jeweils 40 Startröhren angebracht, in denen sich dann eine Rakete befindet. Der Vorteil dieser Salvengeschütze: Innerhalb sehr kurzer Zeit können sehr viele Raketen gestartet werden. Die Salve schlägt dann in einem so kurzen Zeitraum ein, dass der Gegner keine Zeit hat, Deckung zu suchen.

Die RM-70-Werfer sind echter Oldies, die schon 1972 von der tschechoslowakischen Volksarmee in Dienst gestellt und in zahlreiche Länder exportiert wurden. Es handelt sich um eine schwere Variante des sowjetischen BM-21. Jeder Transporter besitzt 40 Rohre im Kaliber von 122,4 Millimetern. Das Geschoss wiegt 66 Kilogramm und bringt 20 Kilogramm Sprengstoff ins Ziel. Die Reichweite beträgt maximal 21 Kilometer. Dazu verfügen die Starter über eine Nachladeeinrichtung, die weitere 40 Raketen mitführt. Diese Raketen einer Batterie können ein weites Areal abdecken. Ein Gegner, der keinen Schutz in verbunkerten Stellungen findet, wird im Zielgebiet vernichtet. Militärisch sind diese Raketen besonders effektiv, wenn sie den Gegner beim Transport oder in der Angriffsbewegung treffen.

Nachfolger der Stalin-Orgel

Alle Mehrfachraketenwerfer gehen auf die Katyscha-Raketenwerfer des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Deutschen wussten nicht, dass die UdSSR eine solche Waffe besaß - das änderte sich am 14. Juli 1941. Ein Hauptmann Fljorow traf mit sechs Lastwagen (BM-13) und 3000 Raketen im Kaliber 132 Millimeter in Orscha am Dnjepr in Weißrussland ein.

Schon der erste Einsatz war ein voller Erfolg. Fljorow ließ 100 Raketen auf eine deutsche Nachschubkolonne abschießen und vernichtete sie vollständig. Eine zweite Salve zerstörte eine strategisch wichtige Brücke. Zu der eigentlichen Wirkung kam ein psychologischer Effekt: Der Massenstart der Raketen führte zu einem heulenden Geräusch über dem Schlachtfeld, das den Gegner demoralisierte. Von den Deutschen wurden die Raketenwerfer "Stalinorgeln" genannt.

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