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Axel Westerwelle, Personalberater:: Hör auf dein Herz!

Dass Axel Westerwelle in dem »Bereich Wirtschaft« arbeiten möchte, war ihm schon früh klar: Mit 14 besaß er seine erste Aktie. Heute ist Westerwelle 35 Jahre alt, seit 1988 selbstständig und steht mit seiner Firma »Westerwelle Consulting & Media AG« kurz vor dem Börsenstart.

Neben den Aktien interessieren ihn vor allem die Lebensläufe: Als Personalberater beschäftigt er sich mit Hochschulabsolventen aller möglichen Universitäten. Seine Firma unternimmt eigene Studien, stellt diverse Rankings auf, rekrutiert Mitarbeiter bei der jährlich stattfindenden eigenen Messe »Characters«. Mit dem Unternehmer, der selbst in Bayreuth, Wien und Nürnberg studiert hat, sprach stern.de-Mitarbeiter Florian Neuhann über arrogante Schnösel und soft skills.

Als Personalberater haben Sie tagtäglich mit Absolventen von privaten Hochschulen zu tun. Halten die sich für etwas besseres?

»Es ist schon so, dass die Studenten oft die Privatunis mit einem Selbstbewusstsein verlassen, mit dem sie bei vielen Firmen Probleme haben. Im Klartext: Die Wahrscheinlichkeit, als arroganter Schnösel aufzufallen, ist sicherlich als Absolvent einer privaten Hochschule wesentlich größer. Es gibt gute Gründe, weshalb beispielsweise die Vereinsbank seit einigen Jahren nicht mehr in St. Gallen rekrutiert. Die St. Gallener Absolventen fielen reihenweise in den hausinternen Assessment Centern durch, was die sogenannten «soft skills» betrifft.«

Also sind die Privatunis nichts anderes als Kaderschmieden für reiche Kinder?

»Das würde ich so nicht sagen. Allerdings habe ich bei einem Interview schon wortwörtlich gehört, es sei schon schön, an dieser Hochschule unter seinesgleichen zu sein. Und das kam von einem Industriellensohn! Da müssen sich die privaten Hochschulen nicht wundern, wenn sie ein solches Image bekommen. Natürlich kommen die Studenten meist aus wohlhabenderen Verhältnissen. Die wenigsten wissen, dass sie auch für die European Business School ein Stipendium beantragen können. Das belegt auch unsere Studie unter Abiturienten: Bei der Wahl des Studienortes stehen die finanziellen Möglichkeiten an erster Stelle, danach das räumliche Einzugsgebiet!«

In einer Umfrage von »DM-Online« unter führenden Unternehmen schnitt die private WHU in Koblenz mit ihrem Image immerhin besser ab als Harvard.

»Das ist Unsinn. Die Menge an Dingen, die in Harvard erarbeitet wurden und die Harvard-Absolventen für die jeweiligen Volkswirtschaften gebracht haben, ist ungefähr das hundertfache von dem, was die WHU geschafft hat. Das ist, als ob man einen Supertanker mit einem schnellen Boot vergleichen würde. Beide sind stark, beide sind gut, aber man kann es nicht direkt vergleichen. Überhaupt erhalten die Hochschulen sehr schnell ein Image, das dann bestimmt 20 Jahre hält. Davon profitiert natürlich Harvard. Das internationale Renommee unserer Hochschulen im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich liegt sicher nicht im Bereich der kleinen privaten Unis, sondern bei den großen, bekannten Universitäten wie Köln, München, im technischen Bereich Aachen oder Karlsruhe.«

Was sind denn in Ihren Augen die deutschen Elite-Universitäten?

»Sicher sind die privaten Universitäten im Wirtschaftsbereich sehr stark und zwar deshalb, weil sie nicht nur mit der Praxisnähe werben, sondern diese auch mit dem Lehrplan, der Auswahl der Lehrkräfte und der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vorleben. Im Kommen sind allerdings auch die Fachhochschulen in Deutschland. Die Firmen merken, dass die FH-Absolventen für ihre jeweiligen Bereiche sehr gut ausgebildet sind. Man sieht das auch bei unseren Ranking-Studien, dass drei, vier Hände voll Fachhochschulen einen sehr guten Ruf haben. Schönes Beispiel dafür ist Andersen Consulting: Die haben lange Jahre gesagt, für sie sei der Fachhochschul-Abschluss ein Ausschlusskriterium. Seit zwei, drei Jahren aber sieht das anders aus; mittlerweile haben auch Partner bei Andersen Consulting einen FH-Abschluss.«

Wo stehen im Vergleich dazu die staatlichen Universitäten?

»Es gibt viele kleine Unis, sicherlich angefangen bei den süddeutschen wie Bamberg, Bayreuth, Regensburg, Passau, Ingolstadt, die sehr schnell auf die Veränderungen durch die privaten Unis reagiert haben. Nun ist auch dort ein Praktikum Pflicht. Bayreuth zum Beispiel hat sogar den Lehrplan optimiert. Jetzt ist es dort möglich, in drei Semestern ein Vordiplom zu machen.«

Jetzt werden Sie mal konkret! Welche Universitäten/Fachhochschulen stehen in Deutschland ganz oben?

»Die bayrischen Universitäten hatte ich ja bereits genannt. Zur Top-Gruppe gehören Passau, Bayreuth und die katholische Universität Eichstätt. Letztere hat sogar ein eigenes Auswahlverfahren. Bei den Fachhochschulen ist es die FH Reutlingen, die sehr häufig sehr gut abschneidet. Bei den privaten Hochschulen sind es die bekannten - die European Business School in Oestrich-Winkel, die WHU in Koblenz, die EAP in Berlin.«

Nun hat die Kölner Universität in Deutschland von der Studentenzahl her die größte wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Wie gut ist die Ausbildung an dieser Massenuniversität?

»Wenn jemand es schafft, in einer annehmbaren Zeit den Diplom-Kaufmann an der Universität Köln zu machen, hat der sicher Top-Chancen. Auch in der deutschen Wirtschaft - international sogar noch ein bisschen mehr. An diesen Universitäten muss man sich sehr viel selbst erarbeiten, Auslandssemester werden einem nicht hinterhergeworfen wie an den privaten Unis.«

Was wiederum einen Pluspunkt bei den viel zitierten »soft skills« bedeutet. Was verstehen Sie eigentlich genau darunter?

»Soft skills, das ist ein dehnbarer Begriff. Schönes Beispiel ist der Einser-Abiturient, der zu doof ist, mit der Straßenbahn zu fahren: Da sind dann soft skills gefragt. Berühmteste dieser soft skills ist die Teamfähigkeit, wobei wir da mittlerweile auch eine Umkehrung sehen. Letztendlich muss doch jemand dafür gerade stehen und entscheiden. Zweiter Punkt ist die Integrationsfähigkeit: Bin ich jemand, der sich schnell einlebt?«

Wie erkennen Sie bei Bewerbern, ob sie diese soft skills besitzen?

»Das muss man einfach im Gefühl haben. Bei uns geht das durch viele Gespräche, durch Beobachtungen, durch Telefonate. Viele Firmen sagen: Wichtig ist, dass man auch lachen kann. Das ist diese berühmte Chemie, die Frage «Could you imagine drinking a beer with him?» Fachkompetenz ist das eine, aber ich muss dem Bewerber auch aufs Fell schauen können, wie man in Westfalen sagt. Das erreicht fast die Relation von 50 zu 50!«

Kümmern Sie sich denn nur um die absoluten Top-Leute?

»Ganz im Gegenteil. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Top drei Prozent der Absolventen sich meist von selbst vermitteln. Wir holen aus dem großen Bereich der eher durchschnittlichen «people», die ganz normal studiert haben, aber alle ihre eigenen Stärken haben, die Interessantesten heraus. So hatten wir jetzt einen, der mal Weltmeister im Tontaubenschießen war. Er kannte also das Denken eines Leistungssportlers, kann auf ein Ziel hinarbeiten Den haben wir drei Firmen vorgeschlagen, die ihn alle engagieren wollten - trotz eines Dreier-Diploms und 14 Semestern Studium.«

Trotzdem: Das typische Profil fordert doch Auslandssemester, Praktika, Top-Abschluss, das alles am besten noch in nur acht Semestern. Ist das nicht unrealistisch?

»Aus Sicht der Personalchefs nicht. Leider gibt es nämlich doch schon zu viele, die genau das alles gemacht haben. Statt jeden Abend in die Kneipe zu gehen, haben die eben nebenher noch ein Buch geschrieben. Ein Kandidat, mit dem ich jetzt gesprochen habe, hat mit 25 schon einen super MBA-Abschluss und war dazu noch äußerst nett. Von daher zieht die Ausrede, dass das nicht klappt, nicht mehr.«

Also gibt es den idealen Absolventen doch?

»Spannende Frage. Auf unserer ersten «Character»-Messe haben wir selbst «DEN Character» gesucht, den multifunktionalen Typen mit guten Noten und sozialem Jahr, der überall passt. Doch wir mussten feststellen, dass es DEN Character eben nicht gibt. Was es aber gibt: firmenspezifische Charaktere, die genau der Wunschstruktur eines bestimmten Unternehmens entsprechen.«

Was raten Sie Bewerbern?

»Finde und verstärke deine eigenen Stärken! Auch wenn sich das sehr prosaisch anhört: Hör auf dein Herz! Das geht nur durch viele Gespräche mit Freunden, Bekannten, Eltern, Lehrern. Ich kenne genügend Leute, die nach neun Semestern Jura aufhören, weil es doch nicht das richtige ist. Das sollte man im Normalfall schon vorher abklären. Bloß keine ad-hoc-Entscheidung! Es bringt auch nichts, sich nach dem Arbeitsmarkt zu richten - der dreht sich nämlich andauernd. Und wenn man einigermaßen gut ist, wenn man mit Herzblut dabei ist, findet man in jeder Branche einen Job. Wichtig ist außerdem, nicht zu versuchen, mit dem Strom zu schwimmen. Bloß nicht fragen, wie man das normalerweise macht. Manchmal sollte man im Studium auch ein Einzelkämpfer sein. Und dann macht es vor allem Sinn, schnell zu studieren: Lieber einen Kredit aufnehmen, als wegen des Nebenjobs noch zwei Semester länger zu brauchen; lieber mit einer Drei und dafür zwei Semester früher abschließen.«

Florian Neuhann

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(