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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: Meine Frau benimmt sich wie die Made im Speck - auf meine Kosten

Am Anfang war Martins zweite Ehe genau das, was er sich erhofft hatte. Doch mittlerweile verbringt seine Frau die Zeit lieber mit fernsehen oder shoppen, statt sich um die Beziehung zu kümmern. Ist die Ehe noch zu retten?

Es sich gut gehen zu lassen, ist etwas schönes - solange man deshalb nicht die Beziehung schleifen lässt.

Es sich gut gehen zu lassen, ist etwas schönes - solange man deshalb nicht die Beziehung schleifen lässt.

Getty Images

Guten Tag Frau Peirano,

ich bin 45, Manager, in zweiter Ehe verheiratet seit 2010. Ich habe zwei Kinder aus erster Ehe (16 und 14) und eine 9-jährigeTochter mit meiner zweiten Frau. Meine zweite Frau hat noch eine 13-jährige Tochter von ihrem Ex-Partner mit in die Ehe gebracht. Sie lebt bei uns.

Meine zweite Frau schien am Anfang genau das zu sein, was ich in meiner ersten Ehe vermisst habe. Sie war an Sex interessiert, attraktiv, spontan und lebendig. Sie hat sich sehr um mich bemüht und zum Beispiel mein Haus neu eingerichtet, mich auf Geschäftsreisen begleitet.

Doch mich beschleicht das Gefühl, dass sie das nur in der ersten Zeit gezeigt hat. Jetzt hat sie sich ihren Nebenjob (freie Mitarbeiterin in einer Redaktion) so eingerichtet, dass es für sie bequem ist. Sie arbeitet nur ab und zu ein bisschen. Sie hat sich ein Pferd gekauft, das ich finanziere, und macht sich ein nettes Leben mit ihren Freundinnen. Sie führt das reinste Luxusleben (Mittagessen wird fertig beim Edel-Italiener gekauft und in der Mikrowelle aufgewärmt; regelmäßig shoppen, Friseur, Ibiza). Auf die Idee würde ich gar nicht kommen! Natürlich haben wir zweimal die Woche eine Putzfrau sowie einen Gärtner.

Wenn ich nach Hause komme, sitzen meine Frau und die Töchter vor dem Fernseher und fläzen sich in den Sofas. Sie sehen eine schwachsinnige Serie. Keiner, außer der Kleinen, hat einen Blick für mich, wenn ich nach Hause komme.

Meine Frau unterstützt mich nicht, wenn ich ihr von meiner Arbeit erzähle. Sie ist nur hellhörig, wenn es um Geld geht, Erfolgsprämien im Job usw. Dann kommt sie mit Immobilienangeboten von Ibiza. Ich finde meine Frau, auch wenn es schlimm klingt, kein gutes Vorbild für die Kinder. Sie bringt ihnen bei, dass man für sein Geld nicht arbeiten muss, dass man keine Verantwortung übernimmt für seine Umgebung, sondern es sich immer nur gut gehen lässt wie die Made im Speck.

Ich finde das erschreckend, denn ich bin anders aufgewachsen. Mein Bruder und ich haben im Haushalt mitgeholfen, meine Mutter hat immer gut gekocht, gewaschen, geputzt und den Garten gemacht, mein Vater hat rund um Haus und Hof viel selbst gemacht. Wir waren bodenständig, obwohl wir Geld hatten.

Ich frage mich oft, ob es ein Fehler war, meine Frau zu heiraten und mit ihr noch ein Kind zu bekommen. Die Kleine klebt an ihrer Mutter, weil das Leben mit ihr so einfach ist: Kuchen, Eis, ständig shoppen und fernsehen. Sie hat einen guten Kern, aber ist auch schon ganz anders geprägt als meine großen Kinder. Überhaupt gibt es viel ungesundes Essen, Zucker, Fastfood usw. Das passt ja ins Bild.

Wenn ich sie mal frage, ob wir eine Radtour machen oder einen Ausflug, dann hat sie schon keine Lust mehr darauf, sondern will fernsehen. Meine Frau und ich geraten häufig aneinander. Sie wirft mir vor, dass ich so hektisch bin und nicht entspannen kann. Ich bin auch viel am Kritisieren und es nervt mich, dass ich am Wochenende nach einer harten Woche noch selbst kochen muss, damit die Kinder mal was Anständiges zu essen kriegen. Während meine Frau sich im Internet Häuser anguckt, fernsieht oder bei ihrem Pferd ist.

Wenn ich mit meiner Frau mal so grundsätzlich reden will, fängt sie an zu weinen und redet manchmal tagelang nicht mit mir. So kommen wir aber auch nicht weiter. Ich habe sogar schon mal eine Paarberatung vorgeschlagen, aber sie weigert sich.

Eine Trennung ist für mich nicht denkbar. Ich will nicht auf zwei gescheiterte Ehen zurück blicken.

Haben Sie einen Tipp, wie ich meine Frau irgendwie erreichen kann?

Viele Grüße,

Martin B.


Lieber Martin B.,

Ich würde gerne noch mal gedanklich mit Ihnen in die Zeit zurück gehen, in der Sie Ihre zweite Frau kennen gelernt haben. Was genau war Ihnen damals - und nach der Trennung von Ihrer ersten Frau - wichtig? Oft ist es ja so, dass man genau das, was einem in einer Beziehung am meisten vermisst hat, ganz oben auf die Wunschliste für eine neue Beziehung stellt.

Was fehlte in Ihrer ersten Ehe? Gemeinsamkeit? Interesse füreinander? Körperlichkeit?

Denn anscheinend sind Sie wieder an einem ähnlichen Punkt wie damals: Sie haben sich auseinander gelebt, finden keine Einigung darüber, wie ein Abend unter der Woche oder ein Wochenende gestaltet werden könnte. Sie haben sich wenig zu sagen, außer versteckter oder offener Kritik am Leben und der Persönlichkeit des anderen. Sie finden Ihre Frau eine verwöhnte Made im Speck, Ihre Frau findet Sie einen unentspannten Hektiker und Nörgler.

So kann man natürlich nicht auf einen Nenner kommen, sondern nur irgendwie schauen, dass man in dieser unglücklichen Verbindung zumindest noch ein paar eigene Vorteile hat: einen bequemen Lebensstil und eine Finca - und für Sie zumindest eine liebevolle Betreuung für die Kinder.

Es gibt ja zwei Vermutungen, warum Ihre zweite Ehe nicht glücklich ist und Sie beide nebeneinander her leben.

Vermutung A: Sie haben die falsche Frau ausgewählt. Man sagt ja im Management manchmal: Personalauswahl ist wichtiger als Personalentwicklung. Ich glaube, dass an dem Satz viel Wahres ist.

Denken Sie an Menschen, mit denen Sie auf  verschiedenen Ebenen wirklich gut zusammen arbeiten und reden können. Meistens sind die Gemeinsamkeiten von Anfang an da, sozusagen völlig natürlich, weil sie auf Gemeinsamkeiten in der Persönlichkeit beruhen. Der andere würde in den meisten Situationen genau so handeln wie ich es richtig finde, und dadurch macht die Zusammenarbeit viel Spaß. Und es gibt andere - wie zum Beispiel eine Frau, die mir mal einen Urlaub organisiert hat - mit denen man einfach nicht auf einen Nenner kommt. Sie verstand unter einer "gemütlichen, ursprünglichen Finca" eine sterile, aber blitzsaubere Wohnung in einem Neubaugebiet. Und nach ein paar Tagen trennten sich unsere Wege, weil wir einfach zu unterschiedliche Vorstellungen hatten.

Es könnte also sein, dass Sie beim Kennenlernen nicht genau gesagt haben, worauf Sie Wert legen, wie Sie sich das Familienleben vorstellen, wer ein Essen kochen sollte und was gutes Essen ist, wie Kinder erzogen werden und so weiter.

Ihre Frau scheint es zu mögen, wenn sie möglichst inaktiv sein kann und es sich "einfach gut gehen lassen“ kann: Fernsehen, Shoppen, wenig arbeiten, ein luxuriöses Leben führen.

Sie hingegen wollen das Gefühl haben, ihr Geld verdient zu haben und sich einzusetzen für das, was Ihnen wichtig ist. Die Passivität ist Ihnen ein Dorn im Auge.

Überlegen Sie doch einmal, warum Sie diese Unterschiede beim Kennenlernen übersehen haben!

Vermutung B: Sie haben einen eigenen Anteil daran, dass sich nach einigen Jahren mit Ihrer Lebenspartnerin eine große Distanz bildet. Woran könnte das liegen? An der vorwurfsvollen und kritisierenden Art, wie Sie miteinander reden? Daran, dass Sie wenig zu Hause sind? Daran, dass keiner kompromissbereit ist im Zusammenleben? Es wäre ja auch möglich, dass Sie zum Beispiel ab und zu mal mit Ihrer Frau und den Kindern die Serie gucken und danach gemeinsam essen. Wertschätzung ist die wichtigste Voraussetzung in einer Beziehung, um kompromissbereit zu sein.

Hier zwei Buchtipps: Die Kraft der Wertschätzung von Eva Wlodarek

Und: Gewaltfreie Kommunikation von Marshal B. Rosenberg.

Überlegen Sie doch einmal, woran die jetzigen Schwierigkeiten liegen, und stecken Sie den Rahmen ab, in dem Sie bereit sind, auf Ihre Frau zuzugehen. In der Therapie heißt es oft: Man soll jemanden da abholen, wo er steht. Überlegen Sie doch mal, was Ihrer Frau gefallen würde an gemeinsamen Unternehmungen. Vielleicht mal wieder eine Reise zu zweit, so in der Anfangszeit?

Ich denke, dass es gut wäre, wenn Sie sich ganz bewusst dafür entscheiden, die eine positive Änderung herbeizuführen. Sie könnten sich auch alleine mit einer Therapeutin oder Paarberaterin zusammen setzen, um Ihren Anteil aufzuklären und vor allem um praktische und konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

Da Sie der aktivere Part in der Beziehung sind, passt es zu Ihnen, die Dinge auch anzupacken. Und vielleicht können Sie voneinander etwas abgucken: Sie können lernen, nicht so hohe Ansprüche an sich zu stellen und die schönen Dinge des Lebens zu genießen, und vielleicht könnte Ihre Frau etwas mehr Verantwortung übernehmen, wenn Sie sie gezielt um etwas bitten.

Ich wünsche Ihnen viel Geduld und gute Erkenntnisse beim Entdecken eigener Anteile und beim Suchen nach Lösungen!


Herzliche Grüße,

Julia Peirano




Wissenscommunity

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.