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Sexistisches Plakat: Frauen mit Ausknopf: Sportartikel-Kette provoziert mit Werbung

Wenn es nach dem Sportartikel-Hersteller Decathlon ginge, wären Frauen wohl am besten mit einem Ausknopf ausgestattet - ganz so wie seine Kameras. Das legt zumindest einer seiner Werbeslogans nahe. Der Ärger war da programmiert. 

Das Unternehmen Decathlon wirbt mit diesem Plakat für eine Kamera

Das Unternehmen Decathlon wirbt mit diesem Plakat für eine Kamera

Dass ein Werbeplakat nicht unbedingt eine nackte Frau zeigen muss, um sexistisch zu sein, stellt aktuell die französische Sportartikel-Kette Decathlon unter Beweis. In Berlin bewirbt das Unternehmen mit einem großen Poster am Alexanderplatz eine Action-Kamera als Geschenkidee für Weihnachten. Daran, wer die Zielkundschaft ist, lässt der Werbeslogan keinen Zweifel. "Fast so schön wie ihre Frau, aber mit Ausknopf", heißt es in großen blauen Lettern auf weißem Hintergrund. 

Zugegebenermaßen: Es räkelt sich keine Bikini-Schönheit um die besagte Kamera. Aber wenn sie es täte, bräuchte sie wohl einen Knopf zum Ausschalten - zusätzlich zu ihren üblichen Reizen versteht sich. Denn schön muss sie natürlich immer noch sein. Und so wird die Frau mit dem Slogan zu einem hübschen Beiwerk degradiert, das den Mund zu halten hat. Oder ihn nur dann aufmachen sollte, wenn es den Herren genehm ist. 

Und warum sollten eigentlich nur Männer an einer Action-Kamera interessiert sein? Frauen als Kundschaft zieht Decathlon wohl nicht in Betracht. Oder warum sonst wendet sich der Werbeslogan ausschließlich an Männer, die die Vorzüge der Kamera gegenber ihren Frauen erkennen sollen?

Decathlon will Plakat entfernen

Da ist es nicht verwunderlich, dass bei Twitter verärgerte User ihrem Unmut schnell Luft machten. "Es macht mich echt fertig. Wie kann man denn da sitzen und denken ... ja, ja das ist ok, machen wir so. Gut", schrieb etwa eine Nutzerin.

Inzwischen ruderte das Unternehmen zurück. "Es war nicht unsere Absicht, jemandem auf den Schlips zu treten. Das Plakat tauschen wir in den nächsten Tagen aus", erklärte der Sportartikel-Hersteller via Twitter.

Berlin will gegen sexistische Werbung vorgehen

Die rot-rot-grüne Regierung Berlins will in Zukunft strenger gegen sexistische Werbung in der Hauptstadt vorgehen. Nicht nur die Darstellung halbnackter Frauen soll verboten werden, sondern auch die Verbreitung von geschlechtsspezifischen Stereotypen.

Kampagne gegen Sexismus
ivi

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