Soziales Jeder zwölfte private Haushalt bekommt Wohngeld


Die Zahl der Empfänger von Mietzuschüssen ist deutlich gestiegen: Ende 2002 haben knapp 3,1 Millionen privater Haushalte - das ist immerhin fast jeder zwölfte - in Deutschland Wohngeld bekommen.

Rund 3,1 Millionen private Haushalte in Deutschland und damit fast jeder zwölfte haben Ende 2002 Wohngeld bekommen. Die Zahl der Haushalte, die Wohngeld empfingen, stieg damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent deutlich an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Ausgaben für Bund und Länder, die den Zuschuss jeweils zur Hälfte tragen, stiegen gegenüber 2001 sogar um 11,8 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro.

Für Sozialhilfe-Bezieher ohne Antrag

Wohngeld wird Mietern und Eigentümern gezahlt, wenn die Höhe ihrer Miete oder Belastung für angemessen großen Wohnraum die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ihres Haushalts überfordert. Wohngeld muss bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung gestellt werden. Lediglich Bezieher von Sozialhilfe und Kriegsopferfürsorge können den Zuschuss ohne Antrag erhalten. Ausschlaggebend für einen Wohngeldanspruch sind die Zahl der zum Haushalt gehörenden Familienmitglieder, die Höhe des Gesamteinkommens, sowie die Höhe der zuschussfähigen Miete beziehungsweise Belastung.

Weniger Bezieher durch Hartz-IV

Verantwortlich für den Anstieg bei Wohngeldausgaben ist laut den Statistikern die Wohngeldnovelle, die im Wesentlichen seit 1. Januar 2001 gilt. Darin wurden verbesserte Miethöchstsätze und höhere Einkommensgrenzen festgelegt. Mit dem Inkrafttreten des Hartz-IV-Gesetzes zum 1. Januar 2005 wird es jedoch einige Änderungen geben, die die Zahl der Bezieher voraussichtlich wieder senken werden. Dann werden etwa Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe aus dem Kreis der Berechtigten ausgeschlossen. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch lag Ende 2002 laut Statistikamt bei 127 Euro. Am häufigsten bezogen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte den Zuschuss: Fast die Hälfte aller Empfänger (48,4 Prozent) lebte demnach allein, 20,6 Prozent lebten zu zweit, die übrigen 31 Prozent in Haushalten mit drei oder mehr Personen. Die durchschnittliche monatliche Bruttokaltmiete der Wohngeldempfänger habe 5,59 Euro je Quadratmeter Wohnfläche betragen.

Mehr Empfängerhaushalte im Westen

Der Anstieg bei den Wohngeldzahlungen ist laut Statistischen Bundesamt vor allem auf die starke Zunahme der Zahl der Empfänger in den alten Bundesländern zurückzuführen: Gegenüber 2001 stieg die Zahl der Empfängerhaushalte im Westen einschließlich Berlin um 13,4 Prozent auf 2.341.244 Haushalte, wie Carola Müller vom Statistischen Bundesamt sagte. Im Osten habe man dagegen nur einen leichten Anstieg um 0,6 Prozent auf 759.935 Haushalte verzeichnet.

DPA

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