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Vorreiter im Umweltschutz: Kein Rotwein mehr aus Bechern – Frankreich verbietet Plastikgeschirr

Es sind natürlich nicht explizit die Plastikbecher, die verboten werden, sondern Plastikgeschirr im Allgemeinen. Egal ob Becher, Gabel, Löffel oder Teller. In Frankreich soll bald Schluss damit sein. Aus Liebe zur Umwelt.

Frankreich verbietet Plastikgeschirr

Wein in Plastikbechern gehört bald der Vergangenheit an. Zumindest in Frankreich.

Müll ist eines der größten Umweltprobleme der Welt. Vor allem dann, wenn Materialien verwendet werden, die nicht recycelbar sind. Plastik beispielsweise ist so ein Material. In Frankreich soll im Rahmen des Energiewende-Gesetzes "Energy Transition for Green Growth Act" bis zum Jahr 2020 jedoch Schluss damit sein.

Rotwein aus dem Plastikbecher? Verboten. Baguette vom Plastikteller? Verboten. Auch Kaffeebecher, solange sie nicht biologisch abbaubar sind, werden verbannt – aus ganz Frankreich. Ein mutiger und auch überfälliger Schritt. Denn laut der Nachrichtenseite "The Local" werden jedes Jahr bis zu 4,7 Milliarden Plastikbecher weggeworfen. Recycelt werden davon kaum welche.

Frankreich will Vorreiter im Umweltschutz werden

Mit dem Gesetzespaket zur Energiewende möchte Präsident François Hollande natürlich eines: Vorreiter im Kampf gegen die Treibhausgas-Emissionen werden. Der erste Schritt dazu erfolgte bereits im Juli: Frankreich verbietet seitdem Einkaufstüten aus dünnem Plastik. Deutsche Supermärkte ziehen nach. Auch Rewe und Lidl wollen bis 2017 den Verkauf von Plastiktüten stoppen. Wer dennoch nach dem Einkauf eine Tragetasche benötigt, kann auf Taschen aus Baumwolle oder Papier zurückgreifen.

Hollande und seine Regierung gehen auch die Lebensmittelverschwendung in Frankreich an: Unverkäufliche Waren sollen gespendet, als Tiernahrung oder als Kompost für die Landwirtschaft genutzt werden. Auch in Deutschland landen 18 Millionen Tonnen an Nahrung im Müll. Und das jedes Jahr, wie die Umweltstiftung WWF schätzt. Wobei gerade bei Kleinverbrauchern viele Abfälle vermeidbar wären, vor allem bei Brot sowie Obst und Gemüse.

Initiativen für übrig gebliebene Nahrungsmittel

Schon 2011 ging der Film "Taste the waste" den Müllbergen aus Lebensmitteln auf die Spur. Seitdem haben sich einige Initiativen gebildet: Auf Internetplattformen wie "Foodsharing.de" geben Nutzer übrig gebliebene Nahrungsmittel gratis ab. Öffentlich zugängliche Kühlschränke sieht die Freiwilligen-Initiative VoluNation im Kommen: Diese teilte mit, im deutschsprachigen Raum seien mehr als 7500 freiwillige "Essensretter" im Einsatz, die bisher rund 200 Schränke mit nicht mehr verkäuflichen Produkten aus dem Handel füllten.

dsw