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Neue Lieferdienste im Test: Das können Deliveroo & Co wirklich

Pizza bestellen war gestern. Jetzt werden uns Gerichte aus feinen Restaurants, kreative Salate oder gleich ganze Drei-Gänge-Menüs nach Hause geschickt. Doch schmecken die Angebote der neuen Lieferdienste auch?

Lieferdienst

Hat der Pizzaboy ausgedient? Was die neuen Lieferdienste wirklich können.

Wer heutzutage Essen nach Hause bestellt, muss tiefer in die Tasche greifen als früher. Zumindest wenn er mehr will, als das, was die gängigen Portale wie Pizza.de, Lieferando.de oder Lieferheld.de anbieten. Doch dafür können die "neuen" Lieferdienste etwas, das die bisherigen noch nicht konnten: Sie liefern Qualität. Denn entweder man bestellt direkt in einem richtigen Restaurant - nicht in einer Imbissbude - und bezahlt gewissermaßen den Dienstleister, der das Essen zu einem bringt. Das bieten beispielsweise Resto-in.de, Foodora.de oder Deliveroo.de. Oder aber man bestellt sein Essen direkt  beim Hersteller, der auf Qualität und nicht auf Masse achtet. Zum Beispiel knackigen Salat bei Stadtsalat.de oder gar ein Drei-Gänge-Menü vom Küchenchef, das man nur noch in die Mikrowelle zu schieben braucht - zum Beispiel bei Chillmahl.com.

Aber was können diese neuen Lieferdienste eigentlich wirklich? Wir haben die neusten Start-ups getestet.

1. Resto-in.de, Foodora.de und Deliveroo.de

Die Idee ist bei allen gleich: Sie liefern qualitativ hochwertiges Essen zu Ihnen nach Hause. Und zwar nicht von lieblosen Imbissbuden, sondern von gestandenen Restaurants. Das Konzept dahinter ist ganz einfach: Sie hätten gerne ein bestimmtes Gericht aus ihrem Lieblingsrestaurant, wollen das Sofa aber nicht verlassen? Kein Problem. Der Dienstleister, der sich hinter Resto-in, Foodora oder Deliveroo verbirgt, holt das Essen Ihrer Wahl beim Restaurant ab und liefert es zu Ihnen nach Hause. Sie zahlen das Gleiche wie im Restaurant, es kommt nur eine Liefergebühr für den Dienstleister hinzu. Resto-in gibt es bereits in Hamburg und Berlin. Foodora bringt Essen zu Ihnen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln und Stuttgart und ist damit der flächendeckendste Lieferdienst. Aber auch Deliveroo expandiert, ursprünglich aus London, gibt es den Anbieter nun auch in Berlin, Hamburg und München. Der Mindestbestellwert liegt bei allen zwischen 12 und 15 Euro, der ist bei zwei Personen schnell erreicht. Hinzu kommt eine Liefergebühr zwischen 2,50 und 4,99 Euro je nach Lieferdienst und Entfernung. Wer allein bestellt, kommt so jedoch schnell auf eine Gesamtrechnung von fast 20 Euro inklusive Liefergebühr. 

Fazit: Endlich! Bisher war es fast unmöglich hochwertiges Essen geliefert zu bekommen. Das ist nun vorbei. Natürlich muss man trotzdem noch entscheiden, aus welchem Restaurant man Essen bestellen möchte. Denn nicht überall ist die Qualität auch gleich. Bei den neuen Lieferdiensten kommen Mehrkosten jedoch gerade wegen der Qualität zustande. 

2. Stadtsalat.de

Bis jetzt gibt es Stadtsalat nur in Hamburg. Andere Städte wie Berlin sollen aber folgen. Doch, warum soll man sich überhaupt Salat von einem Lieferservice bestellen? Früher konnte man einem Salat vom Bringdienst nicht allzu viel abgewinnen. Doch das ist bei Stadtsalat ganz anders. Schon die Homepage besticht durch ein frisches Design - und ebenso frisch und kreativ sind auch die knackigen Salate, die geliefert werden. Die stern-Redaktion hat drei verschiedene Salatvariationen ausprobiert - die "Harvest Bowl" mit gerösteten Süßkartoffeln, Maronen und Rotkohl, den "Yam Delight" mit Wildreis, Hähnchenbrust, Schafskäse und den "Wild Child" mit Linsen, gerösteten Kartoffeln und Möhren, Wildsalaten und einem erfrischenden Limetten-Dressing. Alle drei Salate waren lecker, wirklich ergiebig und wie ein Hauptgericht. Preislich befinden sich die Salate zwischen 8,90 Euro und 12,90 Euro. Ab 15 Euro zahlt man keine Liefergebühr. Keineswegs ein Schnäppchen, aber die Qualität und auch die Menge rechtfertigen die Preise. Der Stadtsalat kommt per Fahrradkurier in die Büros oder auch nach Hause in 30 Minuten, das verspricht zumindest Stadtsalat.de. Das Konzept ist ganz klar auf Berufstätige ausgerichtet. Geliefert wird nur mittags von Montag bis Freitag. Die Zeiten sollen aber ausgebaut werden.

Fazit: Ein gesundes und leckeres Mittagessen, eigentlich für jeden Tag, preislich jedoch nicht für Jedermann.

3. Chillmahl.com

Chillmahl ist ein junges Start-up aus Hamburg, das mit seinem Bringdienst noch am Anfang steht. Es ist ein Lieferservice mit Potential. Perfekt für all diejenigen, die gerne Geld für gutes Essen ausgeben, zu spät aus dem Büro kommen, und keine Lust mehr haben, selber zu kochen, aber wert auf selbstgekochtes Essen legen. Die Idee: Sie können sich nicht nur ihr Wunschgericht auswählen, sondern auch den Koch. Dieser bereitet ihr gewähltes Essen zu, kühlt es innerhalb kürzester Zeit runter und lässt es über Chillmahl ausliefern. Zu Hause muss man die Gerichte dann nur noch in der Mikrowelle oder auf dem Herd aufwärmen. Der Koch bzw. Küchenchef steht bei Chillmahl im Vordergrund und somit unterscheidet sich der Lieferdienst schon einmal von Resto-in & Co. Bisher gibt es einen Koch zur Auswahl - Frank Brüdigam, Koch und Restaurantbesitzer des Brüdigams in Hamburg. Eine Vorspeise kostet um die 6,90 Euro. Wir testeten ein Rote-Bete-Carpaccio. Als Hauptgang wählten wir Hamburger Stubenküken auf Stampf für 12,90 Euro und hausgemachten Milchreis mit Sauerkirschen für 5,90 Euro als Dessert. Die Liefergebühr beträgt 2,90 Euro, einen Mindestbestellwert gibt es bislang nicht.

Geschmacklich war das Carpaccio sowie das Dessert gut. Die Gerichte waren hübsch angerichtet, dennoch musste das Dessert beispielsweise zum Aufwärmen im Topf aus der Box genommen werden. Somit war die Optik hinfällig. Der Hauptgang konnte mit Schale im Ofen erwärmt werden. Das Stubenküken und der Stampf waren nicht unbedingt schlecht, dennoch schmeckte das Essen nach "aufgewärmten Essen". Was in diesem Zusammenhang nicht unbedingt positiv war. Im nächsten Jahr sollen weitere Städte dazukommen, und im Dezember bereits weitere Köche in Hamburg.

Fazit: Die Idee ist gut und das Konzept hat Potential. Dennoch stellt sich die Frage, warum man sich "kaltes" Essen bestellen sollte, das man selbst aufwärmen muss, wenn man sich zum gleichen Preis bereits warmes Essen aus hochwertigen Restaurants liefern lassen kann? Das bleibt zu beobachten.