Finale in Fußball-Bundesliga
"Brutal heiße" Augsburger glauben an Europa-Coup

Es geht um die Europacup-Qualifikation: Jubeln die Augsburger auch in Berlin? (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa
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Neben Frankfurt und Freiburg hat Augsburg im Rennen um Europa die schlechtesten Karten. Doch die Schwaben hemmt das nicht - im Gegenteil: Trainer Manuel Baum wird vor dem Fern-Showdown deutlich.

Auf seinen Pendelfahrten von Augsburg nach München hat Manuel Baum viel Zeit zum Nachdenken. Und diese intensiven Monate als Interims- und dann Cheftrainer des FC Augsburg verblüffen den 46-Jährigen offenbar immer wieder. "Wenn man mich auf der Autobahn fahren sehen würde...", schilderte Baum. "Ich schüttle die ganze Zeit den Kopf. Es ist schon brutal, was wir alle hier geleistet haben. Es wäre cool, das zu vollenden."

Was Baum meint: eine mögliche Qualifikation für den Europapokal zur nächsten Saison. Der Glaube an den Coup ist auf jeden Fall da bei den bayerischen Schwaben. Vor dem letzten Spiel der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) prophezeite Baum: "Wenn wir gewinnen, bin ich guter Dinge, dass wir Tabellenplätze gut machen." Das sollte Augsburg auch, um erstmals seit 2015/16 wieder international spielen zu können.

Einfache FCA-Rechnung im Dreikampf um Europa

Der FCA geht auf Rang neun in das Saisonfinale und ist punktgleich mit der achtplatzierten Eintracht aus Frankfurt. Der SC Freiburg hat einen Zähler mehr. Das Team auf Platz sieben darf in den Playoffs zur Conference League ran. Baum sagte, dass er während der Partie keine Zwischenstände hören will. Zudem habe er niemanden bei den Frankfurt- und Freiburg-Gegnern in Stuttgart oder Leipzig kontaktiert, um Hilfe zu erbitten. "Wir müssen uns selber helfen", sagte er.

Bei einem Sieg in Berlin könnte Augsburg Siebter werden, wenn zugleich Frankfurt und Freiburg nicht gewinnen. Bei einem Unentschieden des FCA müsste die Eintracht verlieren und auch Freiburg deutlich unterliegen.

Augsburg vor drittbester Saison der Bundesliga-Historie

Die Fuggerstädter haben es also nicht mehr in der eigenen Hand - durch ihre starke Form und zuletzt drei Siegen sowie drei Unentschieden in sechs Partien aber immerhin den Showdown erzwungen. Augsburg ist bislang das fünftbeste Team der Rückrunde, es winkt die drittbeste Bundesliga-Saison der Historie.

Ein Resümee über diese Spielzeit, die nach der Trennung von dem glücklosen Coach Sandro Wagner im Dezember eine neue Richtung genommen hatte, will Baum aber erst nach dem Union-Spiel ziehen. 

Baum: Keine speziellen Maßnahmen zur Motivation

Auf die Frage, ob er für die Partie eine spezielle Maßnahme plane, antwortete Baum, es könne nach hinten losgehen, "wenn man beginnt, ein Spiel zu überhöhen". Seine Profis seien auch ohne besondere Aktion top motiviert. "Auch wenn die Eisheiligen dann vorbei sind, war die Mannschaft brutal heiß dieses Jahr", unterstrich der Trainer.

In der Pressekonferenz fiel ihm dann doch noch ein Motto für die Reise nach Berlin ein, angelehnt an "day to remember", wie er den Auswärtssieg beim FC Bayern umschrieb: "Season to remember - wäre cool, wenn das rauskommt."

Macht der Coach nun weiter oder nicht?

Baums Zukunft in Augsburg werde sich dann erst nach dem Union-Match entscheiden, also ob er Trainer bleibt oder zurück auf seine alte Stelle als Leiter für Entwicklung und Fußball-Innovation geht. Vereinsboss Michael Ströll hatte jüngst angekündigt, gleich am Sonntag mit Baum sprechen zu wollen. Dieser verkündete eine Entscheidung "nächste Woche", wie er sagte.

Es ist also weiter möglich, dass Baum vor seinem - vorerst - letzten Spiel als Coach des FCA steht. Was sagt man in so einem Fall dann eigentlich der Mannschaft vor dem Spiel? "Den genauen Inhalt überlege ich mir noch."

dpa