Nach einer beinahe tödlichen Messerattacke ist ein Familienvater aus Haltern am Freitag zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der 33-Jährige hatte gestanden, am 31. Juli vergangenen Jahres vor den Augen der zwei gemeinsamen Kinder siebenmal auf seine Partnerin eingestochen zu haben - in den Rücken und in den Hals. Das Leben der 35-Jährigen hatte nur durch eine Notoperation gerettet werden können. Beim Urteil des Essener Schwurgerichts war von einer "frauenfeindlichen und menschenverachtenden" Gesinnung die Rede.
"Der Angeklagte hat seine Lebensgefährtin als sein Eigentum angesehen", sagte Richter Jörg Schmitt. Er habe sie kontrolliert, bedroht und einem jahrelangen Martyrium ausgesetzt. Der Deutsche sei von der Idee besessen gewesen, dass ihn seine Partnerin betrüge, obwohl es dafür überhaupt keine Anhaltspunkte gegeben habe. Um sie zu überwachen, habe er sogar Kameras in der gemeinsamen Wohnung installiert und ihr Auto mit einem GPS-Tracker versehen.
Das Urteil lautet auf gefährliche Körperverletzung. Mit der Strafe gingen die Richter deutlich über den Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidigung hinaus, die sieben, beziehungsweise dreieinhalb Jahre Haft gefordert hatten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.