Schwere Zeiten für Kunst und Kultur: Auch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit Museen wie dem Grünen Gewölbe und der Gemäldegalerie Alte Meister müssen angesichts von Sparvorgaben Abstriche hinnehmen. 2025 kamen rund 1,8 Millionen Gäste in die Sammlungen, etwa 460.000 weniger als im Jahr zuvor, teilten die SKD bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz mit. Als Gründe wurden neben rückläufigen Touristenzahlen auch reduzierte Öffnungszeiten und gestiegene Ticketpreise genannt. Rund 40 Prozent der Besucher der SKD stammen aus dem Ausland. Zudem war das Kunstgewerbemuseum geschlossen.
Eintrittspreise bei den SKD steigen
Der Umsatzerlös sank binnen Jahresfrist um 1,4 Millionen Euro auf 12,6 Millionen Euro. Er soll in diesem Jahr bei nochmals erhöhten Eintrittspreisen wieder wachsen. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren hatten bislang freien Eintritt. Ab April sollen Schüler zwei Euro für einen Besuch bezahlen - die Regelung gilt bis zum Alter von 20. Das Tagesticket kostet künftig 28 statt 26 Euro, die Zwei-Tages-Karte 32 statt 29 Euro. Für die Jahreskarte muss der Museumsfreund fortan 95 Euro aufbringen - bislang waren es 75 Euro. Für alle anderen Besucher erhöht sich der Ticketpreis für einige Häuser um zwei Euro.
Kunstsammlungen mussten Stellen abbauen
Auch beim Personal haben die SKD einen Aderlass hinnehmen müssen. Im Vergleich zu 2023 wurden 30 Stellen abgebaut - knapp zehn Prozent. SKD-Generaldirektor Bernd Ebert geht davon aus, dass die Konsolidierung anhält. Man werde nicht abwarten, welche Zuweisungen es vom Land gebe, sondern selbst aktiv werden. Geringere Zuwendungen des Landes würden bei der Planung bereits antizipiert. Man werde Ausstellungen genau unter die Lupe nehmen, sich konzentrieren und Prioritäten setzen - aber auf keinen Fall die Qualität verlieren. Lieber reduziere man die Anzahl der Projekte.
Krise wird auch als Chance gesehen
"Aber letztlich liegt in einer solchen Krisensituation, in einer zu bewältigenden Krise, einem solchen Transformationsprozess auch immer eine Chance. Eine Chance, sich der eigenen Ziele noch einmal gewahr zu werden und sich zu fokussieren, Prioritäten zu setzen", sagte Ebert. Genau das habe man im ersten Jahr seines Amtes gemacht, dieser Prozess werde gerade fortgesetzt.
In diesem Jahr sind eine Reihe attraktiver Ausstellungen geplant. Mit ihrer Werkschau von Arbeiten Paula Modersohn-Beckers (1876–1907) und Edvard Munchs (1863–1944) haben die SKD im Februar bereits für Aufsehen gesorgt. Die Ausstellung laufe "wie geschnitten Brot", bekannte Ebert. Als nächster Höhepunkt steht am 22. April die Eröffnung der Dauerausstellung "Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof" in den restaurierten Sälen im Nordflügel des Residenzschlosses an.
Renaissance-Maler Correggio rückt ins Blickfeld
Im September widmen sich die SKD einer italienischen Berühmtheit - dem Maler Antonio Allegri, genannt Correggio (1489–1534). Die Exposition "Correggio. Berührend menschlich" beginnt am 19. September und ist die erste große monografische Ausstellung von Werken des Künstlers außerhalb Italiens, hieß es. Neben Werken aus eigenem Bestand - die Gemäldegalerie Dresden besitzt vier der fünf in Deutschland beheimateten Werke des Italieners - sind Leihgaben aus namhaften Museen wie dem Pariser Louvre zu sehen.
Bereits im Sommer zeigt die Ausstellung "Japan auf Papier in Dresden" Arbeiten aus dem mehr als 10.000 Objekte umfassenden Bestand des Kupferstich-Kabinetts. Präsentiert werden etwa Werke berühmter Holzschnittkünstler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Kitagawa Utamaro, Katsushika Hokusai und Utagawa Hiroshige. Das Münzkabinett nimmt ab Oktober in der Sonderschau "Krypto, was?" die digitale Währung in den Blick.
Ebert gab auch einen Ausblick auf 2027. Dann wird der 450. Geburtstag des Malers Peter Paul Rubens gefeiert, der mit mehreren Gemälden bei den Alten Meistern in Dresden vertreten ist. Die Ausstellung trägt den Titel: "Rubens. Ein Weltstart in Dresden!" 2028 planen die SKD ein Themenjahr unter dem Motto "Kunst, Natur und Wissenschaft", 2029 soll es um "Textil, Mode und Kostüm" gehen.