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Covid-19 Infizierte Kita-Kinder, abgesagte Preisverleihung – die aktuelle Coronavirus-Lage in Deutschland


Das Coronavirus breitet sich aus. Mittlerweile gibt es 66 Infizierte. Eine wichtige Gastro-Preisverleihung wurde aus Angst vor Ansteckungen abgesagt. Mehrere Schulen wurden geschlossen. Ein Überblick über die aktuelle Lage.

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus, bislang ist kein Ende der Infektionswelle in Sicht. Am Samstag wurde bekannt: Im besonders betroffenen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben sich vier Kindergartenkinder infiziert. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg am Samstag nach einer Sitzung des Krisenstabs mit.

Den Kita-Kindern im Kreis Heinsberg gehe es gut, sagte eine Sprecherin des Kreises. Sie zeigten "allenfalls leichte Erkältungssymptome". Bei vier von rund 100 getesteten Jungen und Mädchen war der Befund positiv. Weitere rund 14 Kinder seien zu dem freiwilligen Test nach bisherigen Erkenntnissen nicht erschienen. Insgesamt sei die Zahl der Personen, die sich im Kreis Heinsberg mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachweislich infizierten, damit bis Samstagmittag auf 60 gestiegen.

Preisverleihung in Hamburg wegen Coronavirus abgesagt

Für ganz Deutschland zählte das Robert Koch-Institut bis Samstagvormittag 66 nachgewiesene Infektionen, weiterhin hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Zusätzliche Fälle wurden im Laufe des Tages gemeldet. Betroffen sind auch die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg beziehungsweise Schleswig-Holstein.

Aus Vorsicht fällt auch die für Dienstag geplante Sterneverleihung des Restaurantführers Guide Michelin aus. Die Auszeichnung der Restaurants erfolge nun in einer "digitalen Pressekommunikation", wie Michelin-Sprecher Florian Flaig am Samstag mitteilte. Zu der in der Hamburger Handelskammer geplanten Veranstaltung wurden rund 400 Besucher aus der Spitzengastronomie erwartet.

Ausgangspunkt in NRW war wohl eine Karnevalsfeier

Hotspot der Infektionen bleibt jedoch weiter Nordrhein-Westfalen. Wegen der Infektion eines Mitarbeiters einer Ganztagsbetreuung bleibt eine Bonner Grundschule von Montag an für zwei Wochen geschlossen. Die rund 185 Schüler würden nun auf das Virus getestet, sagte die Leiterin des Bonner Gesundheitsamtes, Ingrid Heyer, am Samstag. Der 23 Jahre alte OGS-Mitarbeiter zeigte nach Angaben der Uniklinik leichte Symptome und wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Er hatte im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. Fast alle Fälle in NRW haben einen Bezug zu dem Landkreis, in dem auch der Erstinfizierte des Bundeslandes Karneval feierte.

Prof. Dr. med. Johannes Knobloch

Auch im Sauerland bleibt eine Förderschule mit 95 Schülern und 20 Lehrern mindestens bis Ende der kommenden Woche geschlossen, nachdem bei einem Lehrer aus Lüdenscheid das Virus nachgewiesen wurde. Ein Sprecher des Märkischen Kreises sagte am Samstag auf dpa-Anfrage, es seien 36 Kontaktpersonen - darunter vier weitere Lehrkräfte der Förderschule - in häusliche Quarantäne geschickt worden. Auch der an Covid-19 erkrankte Pädagoge habe im Kreis Heinsberg an einer Karnevalssitzung teilgenommen, die für NRW als Ausgangspunkt gilt. In dem Kreis waren Hunderte Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Für viele der etwa 1000 Menschen sollte sie am Samstag enden.

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom RKI. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

Auch im Ausland steigen die Fallzahlen an

In Baden-Württemberg hat das Innenministerium neben Kindern, Schülern, Lehrern und vielen Beamten nun auch Polizisten empfohlen, vorsorglich zu Hause bleiben – sollten sie sich zuletzt in einem Risikogebiet für das neuartige Coronavirus aufgehalten haben. Die Beamten würden vom Dienst freigestellt, bis ihr Gesundheitszustand zweifelsfrei geklärt sei. Risikogebiete sind nach Ministeriumsangaben die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Region Venetien sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

Auch im Ausland steigt die Zahl der Infizierten weiter an. Laut RKI haben sich die Fälle bis Samstag weltweit auf mehr als 85.000 Infizierte in knapp 60 Ländern erhöht. Ein Teil der Betroffenen ist längst wieder geheilt oder hatte keine oder kaum Symptome. Auch überstandene Infektionen bleiben in der Statistik allerdings weiter erfasst. In Europa sind nach RKI-Angaben rund zwei Dutzend Länder betroffen.

Mit einer kurzen Handwäsche erreicht man gar nicht alle wichtige Stellen.

Italien verzeichnet mit rund 900 Infizierten bis Freitag den größten Ausbruch von Sars-CoV-2 in Europa. 21 Menschen sind an der Erkrankung Covid-19 in dem Land bereits gestorben - besonders viele im Norden. Wie bereits am vergangenen Wochenende verschob die italienische Fußballliga einige Partien der Serie A - unter anderem das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Juventus Turin und dem aktuell Drittplatzierten Inter Mailand. Ebenso wurde in Norditalien das Internationale Journalismus Festival in Perugia abgesagt.

Zuletzt waren weltweit zahlreiche größere und kleinere Ausstellungen und Messen abgesagt worden - unter anderem die weltgrößte Reisemesse, die ITB in Berlin, sowie der Autosalon im schweizerischen Genf.

mik dpa

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